Freiburg fegt Gladbach 5:0 vom Platz – historischer Bundesliga-Start und Krise beim VfL
Veröffentlicht am: 12.09.2026 um 17:27 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDer SC Freiburg hat Borussia Mönchengladbach mit 5:0 besiegt und damit den besten Bundesliga-Start seiner Vereinsgeschichte perfekt gemacht.
Freiburg stürmt an die Tabellenspitze
Vor 34.700 Zuschauern setzte sich der Sport-Club im Europa-Park Stadion klar gegen die Gäste vom Niederrhein durch und feierte den dritten Sieg im dritten Saisonspiel. Mit dem Kantersieg übernimmt Freiburg die Tabellenführung. Yannik Engelhardt traf doppelt, Igor Matanovic schnürte ebenfalls einen Doppelpack, Maximilian Eggestein setzte kurz vor Schluss den Schlusspunkt.
Gladbachs Krise verschärft sich
Für Borussia Mönchengladbach setzt sich damit ein Fehlstart fort: Die Mannschaft von Trainer Eugen Polanski verlor auch ihr drittes Bundesligaspiel und blieb in Freiburg gänzlich ohne eigene Torchance. Polanski hatte seine Startelf mit David Herold, Robin Hack und Kevin Stöger auf drei Positionen verändert, doch die Maßnahmen zeigten keine Wirkung.
Vorbelastete Stimmung nach TikTok-Kritik
Schon vor der Partie war die Atmosphäre im Gladbacher Umfeld angespannt. Kapitän Tim Kleindienst hatte nach dem 3:4 gegen Elversberg seinen Mitspielern öffentlich empfohlen, „weniger TikTok zu gucken“. Sportchef Rouven Schröder ordnete die Aussagen vor dem Anpfiff als emotional ein und verwies auf Kleindiensts großen Ehrgeiz.
Freiburg effizient, Gladbach fehlerhaft
Freiburg startete mit einer eindrucksvollen Choreografie der Fans („Du bist der König in unserer Stadt“) ins Spiel und setzte die Gäste früh unter Druck. Die Führung resultierte aus einem Eckball, bei dem Gladbachs Torwart Moritz Nicolas am Ball vorbeisegelte und Ex-Gladbach-Profi Engelhardt per Kopf einnetzte. Kurz darauf spielte Matthias Ginter einen flachen Pass in die Spitze, den Matanovic in seinem 50. Bundesligaspiel direkt zum 2:0 verwertete.
Gelb-Rot für Kleindienst als Wendepunkt
Nach der Pause wechselte Polanski offensiv und brachte Shuto Machino, doch die Hoffnung auf eine Wende zerplatzte schnell. Kleindienst, bereits verwarnt, trat Freiburger Innenverteidiger Philipp Lienhart ungestüm auf den Fuß und sah Gelb-Rot. Trotz weiterer Einwechslungen blieb Gladbach harmlos, während Freiburg die numerische Überlegenheit ausnutzte.
Historischer Dreierpack zum Auftakt
Matanovic erhöhte nach Vorlage von Jordy Makengo und ließ sich bei seiner Auswechslung mit Sprechchören feiern. Engelhardt stellte mit einem satten Linksschuss auf 4:0, ehe Eggestein, dessen Vertrag erst in der Woche verlängert worden war, zum 5:0 traf. Die Freiburger Fans sangen „Deutscher Meister wird nur der SCF“ – Ausdruck des Selbstvertrauens nach einem historischen Saisonstart.
Freiburgs Lauf und Gladbachs Fehlstart
Der 5:0-Erfolg des SC Freiburg gegen Borussia Mönchengladbach setzt einen markanten Punkt unter zwei gegensätzliche Entwicklungen: Freiburg startet mit drei Siegen und einem klaren Torverhältnis in die Saison und etabliert sich früh an der Tabellenspitze. Für den Klub ist es ein historischer Auftakt, der an erfolgreiche Jahre unter Christian Streich erinnert und den Anspruch untermauert, erneut um die Europapokalplätze mitzuspielen. Die souveräne Art des Auftritts gegen Gladbach verstärkt den Eindruck einer stabilen, eingespielten Mannschaft.
Druck auf Polanski und die Rolle von Kapitän Kleindienst
Auf der anderen Seite steht Gladbach nach drei Niederlagen und 0 Punkten tief im Tabellenkeller. Trainer Eugen Polanski gerät nach dem desolaten Auftritt in Freiburg noch früh in der Saison erheblich unter Druck; die Debatte um seine taktischen Entscheidungen dürfte zunehmen. Brisant ist, dass Kapitän Tim Kleindienst bereits nach den vorherigen Pleiten mit deutlicher Kritik an der Teamkultur aufgefallen war und nun mit einer unnötigen Gelb-Roten Karte sein Team zusätzlich schwächte. Die Kombination aus öffentlicher Kritik, interner Unruhe und sportlicher Krise birgt Konfliktpotenzial innerhalb der Mannschaft.
Folgen für Verein, Fans und weiteren Saisonverlauf
Für Gladbach erhöht der Fehlstart die Gefahr, früh in einen Abstiegskampf gezogen zu werden. Sportlich drohen kurzfristige Konsequenzen für einzelne Spieler und möglicherweise auch für Polanski, sollte sich der Trend nicht schnell umkehren lassen. Die Fans erleben nach schwierigen Vorjahren eine neue Phase der Verunsicherung, während die sportliche Leitung um Sportchef Rouven Schröder zwischen Rückendeckung und klaren Konsequenzen abwägen muss. Freiburg dagegen kann mit dem Rückenwind des historischen Starts selbstbewusst in die nächsten Spiele gehen und wird sich verstärkt an höheren Zielen messen lassen.
