Bundespräsidentin: SPD und Grüne fordern Frau für Steinmeier-Nachfolge
Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 14:59 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSPositionen und Termin der Bundesversammlung
- Franziska Brantner fordert eine Frau an der Spitze des Staates.
- Jasmina Hostert verlangt ebenfalls ein weibliches nächstes Staatsoberhaupt.
- Die Bundesversammlung entscheidet am 30. Januar über die Steinmeier-Nachfolge.
- Markus Söder wirbt für Ilse Aigner, während Friedrich Merz offenbleibt.
SPD und Grüne fordern Frau für Steinmeier-Nachfolge
Grünen-Chefin Franziska Brantner und die SPD-Bundestagsabgeordnete Jasmina Hostert drängen auf eine Frau als Nachfolgerin von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Brantner bezeichnete eine Frau an der Staatsspitze als überfällig, Hostert forderte dies ebenfalls als nächste Besetzung des Amtes.
Brantner verlangt Orientierung und Zusammenhalt
Brantner sagte der „Süddeutschen Zeitung“, entscheidend sei nun eine Persönlichkeit, die die Demokratie entschlossen verteidige, Orientierung gebe und für Zusammenhalt stehe. Hostert argumentierte, Frauen trügen seit Jahrzehnten Verantwortung in Politik und Gesellschaft, was sich auch im Staat abbilden müsse.
Söder bringt Aigner ins Gespräch
Zuvor hatte sich der bayerische Ministerpräsident Markus Söder auf dem CSU-Parteitag für Ilse Aigner als Kandidatin für das Bundespräsidentenamt ausgesprochen. Aigner ist Landtagspräsidentin in Bayern und gehört der CSU an.
Merz legt sich noch nicht fest
Bundeskanzler Friedrich Merz hat nach Angaben der dts in der Frage bislang keine Entscheidung getroffen. Damit stehen in der Debatte sowohl die grundsätzliche Forderung nach einer Frau als auch die konkrete Personalie Aigner im Raum.
Die Debatte über die Nachfolge Frank-Walter Steinmeiers verbindet zwei Ebenen: die parteipolitische Suche nach einer mehrheitsfähigen Persönlichkeit und die gesellschaftspolitische Forderung nach einer Frau im höchsten Staatsamt. Steinmeiers Amtszeit endet 2027; die Bundesversammlung entscheidet am 30. Januar über das nächste Staatsoberhaupt.
Mit Ilse Aigner steht zugleich eine konkrete Kandidatin im Raum. Der Vorstoß von Markus Söder verleiht der Diskussion innerhalb der Union Gewicht, bindet CDU und CSU aber nicht automatisch auf eine gemeinsame Linie. Friedrich Merz hat sich nach der Meldung bislang nicht festgelegt, sodass die Personalfrage offen bleibt.
Mehr als eine Personalentscheidung
Für SPD und Grüne geht es bei der Forderung nach einer Frau nicht nur um die Besetzung eines Amtes. Das Bundespräsidentenamt soll nach ihrer Argumentation die politische und gesellschaftliche Realität Deutschlands stärker widerspiegeln. Eine Kandidatin müsste daneben über Parteigrenzen hinweg Vertrauen gewinnen und die für das Amt erwartete Rolle als Repräsentantin des Staates erfüllen.
Die nächsten Wochen dürften deshalb von Gesprächen über Person, Profil und Unterstützung in der Bundesversammlung geprägt sein. Der Vorschlag Aigner liefert der Debatte einen konkreten Namen, während die Forderungen von Brantner und Hostert den Auswahlprozess zugleich auf ein geschlechterpolitisches Kriterium zuspitzen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
BR: „SPD und Grüne werben für eine Frau als nächstes deutsches Staatsoberhaupt“ (25.10.2026)
Der Beitrag bestätigt die Forderung von SPD und Grünen nach einer Frau im Bundespräsidentenamt und nennt den 30. Januar als Termin für die Entscheidung der Bundesversammlung. Der Schwerpunkt liegt damit auf der parteiübergreifenden Geschlechterforderung, während die konkrete Kandidatenfrage im Hintergrund bleibt.
n-tv: „SPD macht Druck auf die Union bei der Bundespräsidenten-Frage“ (25.10.2026)
n-tv hebt den Druck auf die Union und die dort noch fehlende Einigkeit über eine Kandidatur hervor. Damit ergänzt der Artikel die Forderung nach einer Frau um die parteipolitische offene Frage, ob sich CDU und CSU auf eine gemeinsame Person verständigen.
Beide Beiträge bestätigen die Forderung nach einer Frau und ordnen sie in den bevorstehenden Auswahlprozess ein. Unterschiede bestehen beim Schwerpunkt: Der BR betont Termin und Geschlechterfrage, n-tv die fehlende Einigung in der Union.
