AfD, Forsa-Umfrage

Forsa-Umfrage: 58 Prozent gegen AfD-geführte Landesregierung

Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 00:01 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Eine neue Forsa-Umfrage im Auftrag von „Stern" und RTL zeigt: Eine klare Mehrheit der Deutschen lehnt eine von der AfD geführte Landesregierung ab – insbesondere im Westen. In Ostdeutschland ist die Bevölkerung dagegen nahezu gespalten.

Mehrheit der Deutschen lehnt AfD-Landesregierung ab
AfD-Wahlparty (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag des Magazins „Stern" und des Senders RTL zeigt, dass eine klare Mehrheit der Deutschen eine von der AfD geführte Landesregierung ablehnt. 58 Prozent der Befragten sprechen sich dagegen aus, dass die AfD in einem Bundesland die Regierung übernimmt.

Unterschiedliche Haltung in West- und Ostdeutschland

Zwischen West- und Ostdeutschland ergeben sich deutliche Unterschiede. Im Westen lehnen sechs von zehn Befragten eine Landesregierung unter Führung der AfD ab. In Ostdeutschland ist die Bevölkerung dagegen annähernd gespalten: Dort stehen 48 Prozent der Befragten einer AfD-geführten Regierung positiv gegenüber, 49 Prozent sind dagegen.

Parteianhänger mehrheitlich gegen AfD-Regierung

Besonders klar fällt die Ablehnung unter den Anhängern der etablierten Parteien aus. Unter den Anhängern von CDU und CSU überwiegt die Ablehnung einer AfD in Regierungsverantwortung deutlich. Auch Sympathisanten von Grünen und Linken wenden sich mit großer Mehrheit gegen eine solche Regierung: 83 Prozent von ihnen sprechen sich gegen eine AfD-geführte Landesregierung aus. Drei Viertel der SPD-Anhänger sind ebenfalls dagegen, dass die AfD in einem Bundesland die Regierung stellt.

AfD-Anhänger klar für Regierungsübernahme

Die Anhänger der AfD selbst bilden die erwartbare Ausnahme. In dieser Gruppe sind 90 Prozent dafür, dass ihre Partei eine Landesregierung übernimmt. Die Ergebnisse spiegeln damit die deutliche Polarisierung zwischen AfD-Sympathisanten und den Wählern anderer Parteien wider.

Details zur Forsa-Erhebung

Für die Erhebung befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa insgesamt 1.001 Deutsche. Die Befragung fand am 10. und 11. September 2026 statt und wurde im Auftrag des Magazins „Stern" sowie des Fernsehsenders RTL durchgeführt.

Die neue Forsa-Erhebung zu AfD-geführten Landesregierungen fällt in eine Phase, in der die Partei in mehreren ostdeutschen Bundesländern in Umfragen deutlich vor CDU und SPD liegt. Zugleich bleiben die etablierten Parteien bei ihrer bisherigen Strategie, Koalitionen mit der AfD kategorisch auszuschließen. Vor diesem Hintergrund ist die Frage, wie die Bevölkerung zur konkreten Regierungsverantwortung der AfD steht, politisch besonders sensibel.

Parteien und Koalitionsdebatte

Seit Jahren erklären CDU, SPD, Grüne und FDP auf Bundes- und Landesebene, nicht mit der AfD koalieren zu wollen. In ostdeutschen Ländern führt diese Haltung zu komplizierten Mehrheitsbildungen und Debatten über Minderheitsregierungen oder ungewöhnliche Bündnisse. Die nun erhobene, mehrheitliche Ablehnung einer AfD-Landesregierung stützt diese Linie überwiegend, zeigt aber zugleich, dass die Stimmung in Ostdeutschland deutlich differenzierter ist als im Westen.

Die Umfrageergebnisse nach Parteipräferenz unterstreichen die Fragmentierung des Parteiensystems. Während Anhänger der etablierten Parteien Regierungsbeteiligungen der AfD überwiegend klar ablehnen, befürworten AfD-Sympathisanten sie fast geschlossen. Das erhöht den Druck auf andere Parteien, passende Antworten darauf zu finden, dass ein Teil der Wählerschaft zwar klar systemkritisch eingestellt ist, insgesamt aber weiterhin keine Mehrheit für eine von der AfD geführte Regierung besteht.

Bedeutung für kommende Wahlen

Mit Blick auf anstehende Landtagswahlen in Ostdeutschland sind die Zahlen ein wichtiges Signal: Selbst bei hohen Zustimmungswerten in Umfragen bleibt fraglich, ob eine AfD-Alleinregierung politisch akzeptiert wäre und stabile Mehrheiten im Parlament finden könnte. Zugleich macht die fast ausgeglichene Haltung im Osten deutlich, dass dort jede Regierungsbildung stark von der Frage abhängen wird, wie andere Parteien mit einem möglichen AfD-Wahlsieg umgehen. Für Bürgerinnen und Bürger zeigt die Erhebung, dass Ablehnung einer AfD-Regierung und Unzufriedenheit mit der Politik der etablierten Parteien nebeneinander existieren und die politische Lage langfristig kompliziert halten dürften.

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