Ferat Koçak gibt Sitz im Innenausschuss nach Clan-Kritik auf
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 18:07 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDer Berliner Linke-Bundestagsabgeordnete Ferat Koçak gibt nach Kritik an zu viel Nähe zu mutmaßlichen Angehörigen krimineller Clanstrukturen seinen Sitz im Innenausschuss des Bundestags vollständig auf.
Rückzug aus dem Ausschuss
Koçak hatte seine Ausschusstätigkeit wegen der Vorwürfe zuvor bereits ruhen lassen. Nun zieht er sich dauerhaft aus dem Gremium zurück.
„Ich möchte nicht, dass meine Kolleginnen und Kollegen und ihre wichtige parlamentarische Arbeit durch Angriffe auf meine Person zusätzlich belastet werden“, schrieb Koçak auf X.
Debatte über Kontakte
Im Mittelpunkt der Kritik stehen Kontakte zu mutmaßlichen Angehörigen krimineller Clanstrukturen. Die Vorwürfe hatten Koçaks Rolle gerade im Innenausschuss besonders belastet, weil das Gremium für Fragen der inneren Sicherheit und der Kriminalitätsbekämpfung zuständig ist.
Mandat bleibt bestehen
Der Rückzug betrifft den Sitz im Innenausschuss. Koçak bleibt Bundestagsabgeordneter und kann seine parlamentarische Arbeit außerhalb dieses Ausschusses fortsetzen.
Rückzug unter politischem Druck
Koçaks Entscheidung fällt in eine Phase, in der die Berliner Linke nach ihrem Erfolg bei der Abgeordnetenhauswahl über eine mögliche Regierungsbildung mit Grünen und SPD verhandeln will. Die Debatte über Kontakte ins Clan-Milieu berührt damit nicht nur die persönliche Rolle des Abgeordneten, sondern auch die öffentliche Bewertung der Partei.
Parlamentarische Bedeutung
Der Innenausschuss befasst sich mit zentralen Themen der inneren Sicherheit, darunter Polizei, Extremismus und organisierte Kriminalität. Ein Rückzug aus diesem Gremium ist deshalb politisch sichtbar, auch wenn Koçak sein Bundestagsmandat behält und seine übrige parlamentarische Arbeit fortsetzen kann.
Folgen für die Linke
Die Affäre verschärft den Druck auf die Partei, Kontakte von Mandatsträgern zu Personen aus dem Umfeld mutmaßlich krimineller Strukturen transparent zu erklären und klare Grenzen politischer Zusammenarbeit zu definieren. Zugleich bleibt zu unterscheiden zwischen persönlichen Kontakten, politischer Kommunikation und einer tatsächlichen Einflussnahme auf parlamentarische Entscheidungen. Für die Linke dürfte entscheidend sein, ob die angekündigte Aufarbeitung nachvollziehbare Antworten liefert und ob der Rückzug die Debatte begrenzt oder weitere Fragen auslöst.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Der Bericht schildere, Koçak sei wegen Chatkontakten zu einem Sohn der Familie Remmo unter Druck geraten, und gebe die Ankündigung eines umfassenden Berichts über die Kontakte wieder. Anders als die aktuelle Meldung konzentriere sich der Beitrag auf die politische Verteidigung Koçaks durch Jan van Aken und auf die Einordnung der Debatte in den Streit über die Berliner Linke.
Deutschlandfunk: „Hauptstadtvertrag Unionsländer drohen Berlin bei Linksregierung mit Konsequenzen bei Finanzierung“ (30.09.2026)
Der Beitrag ordne Koçaks Kontakte in die breitere Auseinandersetzung über Positionen und Auftritt der Berliner Linken ein. Er bestätige den politischen Druck auf den Neuköllner Abgeordneten, setze den Schwerpunkt aber auf mögliche bundespolitische Folgen für Berlin und lasse offen, wie sich die innerparteiliche Debatte auf die Regierungsbildung auswirke.
Beide Berichte stellten den Druck auf die Berliner Linke und Koçaks Kontakte in den Mittelpunkt; der eine fokussiere die angekündigte Aufarbeitung, der andere die Auswirkungen auf das politische Umfeld Berlins.
