Ferat Kocak gibt Sitz im Innenausschuss des Bundestags auf
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 18:32 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDer Bundestagsabgeordnete Ferat Kocak (Linke) gibt seinen Sitz im Innenausschuss des Bundestags auf. Er begründete den Schritt am Mittwoch mit der Debatte über seine Person und erklärte, die Arbeit seiner Fraktion solle unbelastet fortgesetzt werden.
Kocak übernimmt Verantwortung
„Mir ist wichtig, dass Die Linke ihre Arbeit im Innenausschuss des Deutschen Bundestages unbelastet von der Debatte um meine Person fortsetzen kann. Deshalb gebe ich meinen Sitz im Innenausschuss ab. Ich möchte nicht, dass meine Kolleginnen und Kollegen und ihre wichtige parlamentarische Arbeit durch Angriffe auf meine Person zusätzlich belastet werden“, schrieb Kocak auf der Plattform X/Twitter.
Zugleich stellte der Abgeordnete klar, er sei weder kriminell noch unterstütze er organisierte Kriminalität. Er setze sich vielmehr dafür ein, dass Neukölln ein sicherer Kiez für alle Menschen sei.
Entschuldigung wegen Kontakts zur Familie Remmo
Kocak räumte zugleich ein, im Umgang mit seinem Kontakt zur Familie Remmo einen Fehler gemacht zu haben. Er sei in der konkreten Situation naiv und überfordert gewesen und übernehme dafür Verantwortung.
Hintergrund sind zuletzt veröffentlichte Chat-Nachrichten. Darin schickte Kocak offenbar „Grüße mit Respekt“ an Clan-Oberhaupt Issa Remmo und bat dessen Sohn, ein Video seiner Bundestagsrede zu verbreiten.
Remmo bei Wahlparty der Neuköllner Linken
Außerdem war Issa Remmo bei der Wahlparty der Neuköllner Linken aufgetaucht. Die Parteiführung erklärte, Remmo sei nicht eingeladen gewesen und nach dem Erkennen direkt zum Gehen aufgefordert worden.
Kocak entschuldigte sich anschließend öffentlich. Die Berichte hätten die Öffentlichkeit zu Recht verunsichert. Kontakte von Mandatsträgern zu Personen, die der organisierten Kriminalität zugerechnet werden, seien durch nichts zu rechtfertigen, erklärte der Linken-Abgeordnete.
Der Rückzug aus dem Innenausschuss ist eine unmittelbare politische Konsequenz aus der Debatte über Kocaks Kontakte zur Familie Remmo. Der Ausschuss befasst sich unter anderem mit innerer Sicherheit, Polizei, organisierter Kriminalität und der Arbeit der Sicherheitsbehörden. Für einen Abgeordneten, der den Berliner Bezirk Neukölln vertritt, berührt die Affäre damit ein Politikfeld, das eng mit seinem regionalen Profil verbunden ist.
Im Mittelpunkt stehen veröffentlichte Chat-Nachrichten sowie der Auftritt von Issa Remmo bei einer Wahlparty der Neuköllner Linken. Kocak hat sich dafür entschuldigt und erklärt, er habe im Umgang mit dem Kontakt einen Fehler gemacht. Zugleich weist er den Vorwurf zurück, kriminell zu sein oder organisierte Kriminalität zu unterstützen.
Politische Bedeutung des Rückzugs
Mit der Abgabe des Ausschusssitzes versucht Kocak, die parlamentarische Arbeit der Linken im Innenausschuss von der persönlichen Kontroverse zu entlasten. Der Schritt beendet die politische Debatte über seine Kontakte jedoch nicht automatisch. Entscheidend bleibt, wie Partei und Fraktion den Vorgang bewerten und welche weiteren Konsequenzen sie aus den veröffentlichten Nachrichten und dem Besuch auf der Wahlparty ziehen.
Für die Linke ist der Vorgang auch deshalb relevant, weil Fragen nach der Abgrenzung zu organisierter Kriminalität die Glaubwürdigkeit ihrer Innen- und Sicherheitspolitik berühren. Gleichzeitig muss zwischen politischer Nähe, einem problematischen Kontakt und strafrechtlich relevanten Handlungen unterschieden werden. Der Rückzug aus einem Ausschuss ist daher vor allem ein parlamentarischer und politischer Schritt, keine strafrechtliche Feststellung.
