Exzellenzuniversitäten: Freiburg, Jena und Köln erhalten Millionenförderung
Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 16:07 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Freiburg, Jena und Köln sowie zwei Hochschulverbünde werden künftig als Exzellenzuniversitäten gefördert und erhalten dafür Millionenbeträge von Bund und Ländern.
Fünf neue Exzellenzstandorte
Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) und Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs (SPD), stellvertretender Vorsitzender der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz, verkündeten die Entscheidung bei einer Pressekonferenz in Bonn.
Neben den drei Einzeluniversitäten werden die Rhein-Main-Universitäten in Darmstadt, Mainz und Frankfurt am Main sowie die TU Dortmund und die Universität Bochum als Verbünde neu berücksichtigt. Der Verbund aus Dortmund und Bochum trägt den Namen «Ruhr Innovation Lab».
Bis zu 28 Millionen Euro pro Jahr
Einzeluniversitäten können im Rahmen der Förderung bis zu 15 Millionen Euro jährlich erhalten. Für Universitätsverbünde sind bis zu 28 Millionen Euro pro Jahr vorgesehen.
Bereits zuvor wurden Aachen, Bonn, Dresden, Hamburg, Heidelberg, Karlsruhe und Tübingen als Exzellenzuniversitäten gefördert. München ist mit der Technischen Universität und der Ludwig-Maximilians-Universität vertreten; außerdem erhält ein Verbund der drei Berliner Universitäten FU, HU und TU Unterstützung. Ihre Förderung war im Frühjahr um weitere sieben Jahre verlängert worden.
Überprüfung im Sieben-Jahres-Rhythmus
Exzellenzuniversitäten müssen sich alle sieben Jahre einer Überprüfung der Fördervoraussetzungen stellen. Neben der institutionellen Förderung gibt es im Rahmen der Exzellenzstrategie Geld für sogenannte Cluster, in denen sich Hochschulen auf bestimmte Forschungsprojekte konzentrieren.
Im vergangenen Jahr waren Cluster an 43 Universitäten in 13 Bundesländern ausgewählt worden. Nur Hochschulen mit einer bestimmten Zahl solcher Cluster können den Status einer Exzellenzuniversität erreichen.
687 Millionen Euro jährlich
Bund und Länder stellen im Rahmen der Exzellenzstrategie jährlich 687 Millionen Euro bereit. Der Bund übernimmt 75 Prozent, das jeweilige Sitzland 25 Prozent der Förderung.
Die Wettbewerbe wurden gestartet, um die internationale Sichtbarkeit und das Ansehen deutscher Hochschulen zu verbessern. Deutschland verfügt nach Angaben des Statistischen Bundesamtes insgesamt über 421 Hochschulen.
Wettbewerb um Forschungsgelder
Mit der Entscheidung wird die nächste Runde der deutschen Exzellenzstrategie sichtbar. Das Programm von Bund und Ländern soll Spitzenforschung stärken und die internationale Sichtbarkeit deutscher Hochschulen erhöhen. Voraussetzung für Bewerbungen sind mehrere Exzellenzcluster sowie ein überzeugendes Gesamtkonzept für Forschung, Nachwuchsförderung und internationale Vernetzung.
Die finanziellen Unterschiede sind erheblich: Einzeluniversitäten können jährlich bis zu 15 Millionen Euro erhalten, Verbünde bis zu 28 Millionen Euro. Die Länder tragen ein Viertel der jeweiligen Förderung. Das Geld kann für Professuren, Forschungsinfrastruktur und strategische Kooperationen eingesetzt werden und damit auch über einzelne Projekte hinauswirken.
Sieben Jahre bis zur nächsten Prüfung
Der Titel ist jedoch nicht dauerhaft gesichert. Die Förderung läuft über sieben Jahre; anschließend werden die Voraussetzungen erneut geprüft. Für die ausgewählten Hochschulen beginnt damit eine Phase, in der sie ihre Forschungsprofile ausbauen und die zugesagten Konzepte umsetzen müssen.
Für Studierende ändert sich der Status nicht unmittelbar: Er ist kein eigenes Qualitätssiegel für jedes Studienfach und ersetzt keine Prüfung einzelner Lehrangebote. Regional kann die Auszeichnung dennoch Bedeutung gewinnen, weil zusätzliche Forschungsgelder, neue Kooperationen und die Ansiedlung von Spitzenpersonal die Hochschulstandorte langfristig stärken können.
