Exzellenzuniversitäten: Freiburg, Jena und Köln erhalten Millionenförderung
Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 17:27 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die Universitäten Freiburg, Jena und Köln sowie zwei Hochschulverbünde werden künftig als Exzellenzuniversitäten gefördert.
Neue Titel für fünf Bewerbungen
Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) und Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs (SPD), stellvertretender Vorsitzender der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz, verkündeten die Entscheidung bei einer Pressekonferenz in Bonn.
Zu den neuen Verbünden gehören die Rhein-Main-Universitäten in Darmstadt, Mainz und Frankfurt am Main sowie die Technische Universität Dortmund und die Universität Bochum mit dem Verbund „Ruhr Innovation Lab“.
Bis zu 28 Millionen Euro pro Jahr
Einzeluniversitäten können durch den Titel bis zu 15 Millionen Euro jährlich erhalten. Für Hochschulverbünde sind bis zu 28 Millionen Euro pro Jahr vorgesehen.
Bund und Länder stellen im Rahmen der Exzellenzstrategie derzeit jährlich 687 Millionen Euro bereit. Ab dem kommenden Jahr soll die Summe nach Angaben des Bundesforschungsministeriums auf 747 Millionen Euro steigen. Der Bund übernimmt 75 Prozent der Förderung, das jeweilige Sitzland 25 Prozent.
Bestehende Exzellenzstandorte
Neun Hochschulen und ein Universitätsverbund werden bereits als Exzellenzuniversitäten besonders gefördert: Aachen, Bonn, Dresden, Hamburg, Heidelberg, Karlsruhe und Tübingen sowie die Technische Universität und die Ludwig-Maximilians-Universität München und ein Verbund der drei Berliner Universitäten Freie Universität, Humboldt-Universität und Technische Universität.
Die Förderung der bisherigen Exzellenzuniversitäten war im Frühjahr um weitere sieben Jahre verlängert worden. Die Voraussetzungen für den Titel werden anschließend erneut überprüft.
Cluster als Voraussetzung
Neben der Förderung als Exzellenzuniversität unterstützt die Exzellenzstrategie sogenannte Cluster. Dabei handelt es sich um spezielle Forschungsprojekte einzelner Hochschulen oder gemeinsamer Verbünde. Im vergangenen Jahr waren Projekte an 43 Universitäten in 13 Bundesländern ausgewählt worden.
Eine bestimmte Zahl solcher Cluster gilt als Voraussetzung für die Bewerbung um den Exzellenztitel. Insgesamt gibt es in Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 421 Hochschulen.
Wettbewerb um internationale Sichtbarkeit
Die Exzellenzstrategie von Bund und Ländern bündelt Forschungsgelder auf Hochschulen und Verbünde, die mit besonders leistungsfähigen Forschungsprofilen überzeugen. Voraussetzung für Bewerbungen sind mehrere geförderte Exzellenzcluster; zusätzlich bewertet die Kommission die strategische Entwicklung, den wissenschaftlichen Nachwuchs und die internationale Vernetzung.
Die neue Runde verschiebt das Kräfteverhältnis in der deutschen Hochschullandschaft. Mit Freiburg, Jena und Köln kommen drei Einzeluniversitäten hinzu, während die Rhein-Main-Universitäten sowie der Verbund aus Dortmund und Bochum gemeinsame Strukturen nutzen. Dadurch erhalten auch Regionen und Hochschulstandorte mehr Gewicht, die bislang nicht zur Gruppe der besonders geförderten Universitäten gehörten.
Geld für Forschung und Folgen für Studierende
Die Förderung kann zusätzliche Professuren, Forschungsinfrastruktur und internationale Kooperationen ermöglichen. Für die Hochschulen bedeutet der Titel zugleich eine langfristige Verpflichtung: Nach sieben Jahren wird geprüft, ob die Voraussetzungen weiterhin erfüllt sind. Das schafft Planungssicherheit, setzt die Einrichtungen aber auch unter dauerhaften Leistungsdruck.
Für Studierende sind die Folgen vor allem indirekt spürbar. Ein größeres Forschungsangebot kann mehr spezialisierte Studienmöglichkeiten, bessere internationale Kontakte und zusätzliche Nachwuchsstellen bringen. Die Mittel fließen jedoch primär in Forschung und Hochschulentwicklung; ein Exzellenztitel garantiert daher weder automatisch bessere Lehre noch eine unmittelbare Entlastung im Studienalltag.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
WDR: „Uni Köln, Bochum und Dortmund hoffen auf Millionen Euro“ (02.10.2026)
Der Bericht habe vor der Entscheidung den Wettbewerb in Nordrhein-Westfalen und die Bewerbungen von Köln sowie des Verbunds aus Bochum und Dortmund in den Mittelpunkt gestellt. Er bestätige die Bedeutung des Titels für Prestige und Forschungsfinanzierung, hebe aber zusätzlich Anforderungen wie Chancengleichheit, Diversität und internationale Vernetzung hervor.
n-tv: „Exzellente Unis im Norden? Wer eine Chance auf den Titel hat“ (01.10.2026)
Der Artikel habe die Voraussetzungen und Folgen der Auszeichnung anhand der Bewerbungen aus Niedersachsen und Bremen erklärt. Er bestätige die siebenjährige Förderperiode und die Größenordnung der Mittel, setze den Schwerpunkt jedoch auf die Auswahlkriterien, die regionale Bedeutung und die möglichen Folgen eines Scheiterns.
Beide Berichte hätten die millionenschwere Förderung, die Bedeutung mehrerer Exzellenzcluster und die internationale Ausrichtung als zentrale Elemente beschrieben. Unterschiede lägen vor allem in der regionalen Perspektive; offen geblieben sei vor der Entscheidung, welche Bewerbungen tatsächlich erfolgreich sein würden.
