Evonik, Stellenabbau

Evonik baut 3.200 Stellen ab – 2.150 Jobs in Deutschland betroffen

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 09:36 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Evonik streicht weltweit 3.200 Stellen, davon 2.150 in Deutschland. Der Chemiekonzern will seine sechs großen deutschen Produktionsstandorte neu ordnen und Wachstum vor allem in Asien und Amerika suchen.

Chemiekonzern kündigt Stellenabbau an. (Archivbild) - Bild: Federico Gambarini/dpa
Chemiekonzern kündigt Stellenabbau an. (Archivbild) - Bild: Federico Gambarini/dpa

Der Chemiekonzern Evonik hat den Abbau von 3.200 Stellen angekündigt, davon 2.150 in Deutschland.

Sechs deutsche Standorte erhalten neue Aufgaben

Das Produktportfolio soll nach Rollenprofilen geordnet werden. Den sechs großen Produktionsstandorten in Deutschland will der MDax-Konzern spezifische Aufgaben zuweisen.

Evonik bekräftigte damit die im Juni veröffentlichten Umbaupläne. Vorstand, Aufsichtsrat und Arbeitnehmervertreter seien sich einig, dass sich die Industrie in einer strukturellen und ökonomischen Krise befinde, erklärte Übergangschef Claus Rettig laut Unternehmensmitteilung.

Wachstum in Asien und Amerika

Gute Wachstumschancen sieht Evonik insbesondere in Asien und Amerika. Dort prüft der Konzern derzeit weitere Investitionsprojekte. Angaben zu den erwarteten Einspareffekten und möglichen Sonderkosten machte das Unternehmen zunächst nicht.

An der Börse legte die Evonik-Aktie um fast fünf Prozent zu. Der Konzern steht bereits seit Längerem unter Spardruck.

Abbau ohne betriebsbedingte Kündigungen

Bis Ende 2026 sollen durch laufende Spar- und Effizienzprogramme rund 2.800 Stellen wegfallen. Der nun angekündigte Abbau soll bis 2029 sozialverträglich und ohne betriebsbedingte Kündigungen umgesetzt werden.

Vorgesehen sind unter anderem der Verzicht auf Nachbesetzungen frei werdender Stellen, frühere Übergänge in den Ruhestand und freiwillige Abgänge gegen Abfindungen. Zudem hatte Evonik angekündigt, das Polyester-Geschäft mit einem Jahresumsatz von rund 150 Millionen Euro einzustellen.

Weniger Beschäftigte als im Vorjahr

Ende 2025 beschäftigte Evonik 31.053 Menschen und damit fast 900 weniger als ein Jahr zuvor. Mit dem neuen Programm setzt der Konzern seinen Umbau fort und verlagert den Schwerpunkt der Wachstumsstrategie stärker auf internationale Märkte.

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Strukturwandel in der Chemieindustrie

Evoniks angekündigter Stellenabbau fällt in eine Phase, in der Chemieunternehmen ihre Kosten, Produktionsstrukturen und regionalen Schwerpunkte neu ordnen. Energiepreise, schwache Nachfrage in wichtigen Abnehmerbranchen und ein intensiver Wettbewerb aus Asien erhöhen den Druck auf industrielle Standorte in Deutschland. Der Konzern begründet seinen Umbau mit einer strukturellen und ökonomischen Krise der Branche.

Mit 2.150 der weltweit 3.200 betroffenen Stellen entfällt der größte Teil des Abbaus auf Deutschland. Zugleich will Evonik die sechs großen deutschen Produktionsstandorte nicht aufgeben, sondern ihnen unterschiedliche Aufgaben und Produktrollen zuweisen. Für Beschäftigte bedeutet das vor allem Veränderungen bei Arbeitsplätzen, Qualifikationen und Zuständigkeiten; der Konzern stellt eine sozialverträgliche Umsetzung ohne betriebsbedingte Kündigungen in Aussicht.

Wachstum außerhalb Deutschlands

Die geplanten Investitionen in Asien und Amerika markieren eine geografische Verschiebung der Wachstumsstrategie. Dort liegen wichtige Absatzmärkte und Produktionsstandorte der globalen Chemieindustrie. Ob die zusätzlichen Aktivitäten den Beschäftigungsabbau in Deutschland langfristig ausgleichen können, hängt von der Entwicklung der Nachfrage, den Investitionsentscheidungen und der Wettbewerbsfähigkeit der neuen Projekte ab.

Bedeutung für die Beschäftigten

Für die Belegschaft ist der Abbau größer als die bereits laufende Reduzierung um rund 2.800 Stellen bis Ende 2026. Nicht nachbesetzte Stellen, vorgezogene Ruhestände und Abfindungen können betriebsbedingte Kündigungen vermeiden, verringern aber dennoch die Zahl der Arbeitsplätze und verändern die Alters- und Qualifikationsstruktur. Die konkrete Umsetzung dürfte deshalb an den einzelnen Standorten und in den Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern sichtbar werden.

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