Evers schließt Zusammenarbeit mit der Linken in Berlin aus
Veröffentlicht am: 06.09.2026 um 23:09 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Der Berliner CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers hat eine Zusammenarbeit mit der Linken kategorisch ausgeschlossen. Im Wahlkampf zur Berliner Abgeordnetenhauswahl am 20. September stellte er zugleich die Abgrenzung von AfD und Linken in den Mittelpunkt.
Keine Kooperation mit der Linken
„Hier in Berlin haben wir es mit einer extremen, einer radikalisierten Linken zu tun. Da kommt eine Zusammenarbeit unter gar keinen Umständen in Betracht“, sagte Evers im Berlin-Playbook-Podcast von POLITICO. Mit dieser Linie verschärft die CDU den Ton im Wahlkampf und legt die Koalitionsfrage frühzeitig fest.
Evers verband die Absage mit einem direkten Machtanspruch für seine Partei. „Hier in Berlin geht es um die Frage, ob eine radikale Linkspartei oder die CDU das Rennen macht“, sagte er.
AfD-Ergebnis in Sachsen-Anhalt
Zugleich bezeichnete Evers den AfD-Erfolg in Sachsen-Anhalt als „historische Zäsur“. Er warnte, dass ein solcher Erfolg einer gesichert rechtsextremistischen Partei „nicht ohne Folgen bleiben“ werde.
Die massiven Verluste der CDU müssten nach seiner Ansicht alle demokratischen Parteien beschäftigen. Zu möglichen Konsequenzen für den CDU-Spitzenkandidaten in Sachsen-Anhalt, Sven Schulze, äußerte sich Evers nicht.
Anspruch für Berlin
Für den Berliner Wahlkampf formulierte Evers einen klaren Auftrag: Er wolle alles dafür tun, Extremisten von der Macht in Berlin fernzuhalten. Berlin müsse sich „klipp und klar abgrenzen von allen politischen Extremen“, sagte er.
Nach seinen Angaben deuten die aktuellen Zahlen in Sachsen-Anhalt darauf hin, dass die AfD möglicherweise gemeinsam mit dem BSW über eine eigene Mehrheit verfügt.
Stefan Evers verknüpft den Berliner Wahlkampf mit einer klaren strategischen Abgrenzung von Linkspartei und AfD. Inhaltlich zielt diese Linie darauf, das bürgerliche Lager zu mobilisieren und zugleich jede Debatte über mögliche Bündnisse mit der Linken frühzeitig zu beenden.
Berliner Wahlkampf mit klarer Lagerbildung
Für die CDU in Berlin ist die Zuspitzung auf die Frage nach politischer Abgrenzung naheliegend, weil die Parteienlandschaft in der Stadt traditionell stärker fragmentiert ist als in vielen anderen Ländern. Wer hier regieren will, muss nicht nur Stimmen gewinnen, sondern auch Koalitionsoptionen glaubwürdig vorzeichnen.
Die harte Formulierung gegenüber der Linken unterstreicht, dass Evers die Partei nicht als Verhandlungspartner behandeln will. Damit sendet er ein Signal an konservative und wirtschaftsliberale Wähler, für die Koalitionsfragen oft schon im Wahlkampf über die Glaubwürdigkeit einer Partei entscheiden.
Signalwirkung über Berlin hinaus
Der Verweis auf den AfD-Erfolg in Sachsen-Anhalt zeigt, dass Evers die Berliner Debatte in einen bundespolitischen Zusammenhang stellt. Solche Ergebnisse verstärken in der Union regelmäßig den Druck, zugleich gegenüber rechts und links klare Grenzen zu ziehen und das eigene Profil als ordnende Kraft zu schärfen.
Für den Berliner Urnengang am 20. September wird damit nicht nur über Personal, sondern auch über die politische Richtung entschieden. Je stärker die CDU den Wettbewerb als Entscheidung zwischen klaren Lagern rahmt, desto wichtiger wird für sie die Mobilisierung der eigenen Anhängerschaft und die Bindung wechselbereiter Wähler.
