EU-China-Handel, Hybridauto-Exporte

EU und China einigen sich auf Drosselung chinesischer Hybridauto-Exporte

Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 15:49 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die EU und China haben sich nach Angaben von EU-Handelskommissar Maros Sefcovic auf eine Drosselung chinesischer Hybridauto-Exporte verständigt. Die Lieferungen in die EU könnten dadurch um mehr als die Hälfte sinken – vor dem Hintergrund eines verschärften Handelskonflikts.

EU-Handelskommissar Sefcovic hatte zuvor mit seinem chinesischen Amtskollegen Wang gesprochen.  - Bild: Johannes Neudecker/dpa
EU-Handelskommissar Sefcovic hatte zuvor mit seinem chinesischen Amtskollegen Wang gesprochen. - Bild: Johannes Neudecker/dpa

Die EU und China haben sich nach Angaben von EU-Handelskommissar Maros Sefcovic auf eine Drosselung chinesischer Exporte von Hybridautos in die Europäische Union verständigt.

Lieferungen könnten deutlich sinken

Die Lieferungen könnten dadurch um mehr als die Hälfte zurückgehen, erklärte Sefcovic nach Verhandlungen in Peking. Die Vereinbarung betrifft damit einen wichtigen Bereich im wachsenden Handel mit Fahrzeugen aus chinesischer Produktion.

Verhandlungen in angespanntem Umfeld

Die Gespräche fanden vor dem Hintergrund angespannter wirtschaftlicher Beziehungen zwischen der EU und China statt. Die EU wirft China unter anderem staatliche Subventionen und Überkapazitäten vor, die den Wettbewerb zulasten europäischer Unternehmen verzerren könnten.

Deutschland und Frankreich hatten zuletzt auf neue europäische Schutzinstrumente gegen unfaire Handelspraktiken gedrängt. Dazu zählen schnellere Untersuchungen sowie Maßnahmen gegen Abhängigkeiten von einzelnen Lieferländern und Lieferketten.

Hybridfahrzeuge als Streitpunkt

Die EU hatte zuvor zusätzliche Zölle auf chinesische batterieelektrische Autos eingeführt. Chinesische Hersteller konnten ihren Absatz in Europa zugleich über Hybridfahrzeuge ausweiten, die von den bisherigen Maßnahmen nicht in gleicher Weise erfasst waren.

Wie die Drosselung technisch umgesetzt wird, welche Hersteller und Modelle betroffen sind und wann sie in Kraft treten soll, wurde zunächst nicht mitgeteilt.

Handelsstreit erreicht Hybridautos

Die Verständigung über eine Drosselung der chinesischen Hybridauto-Exporte fügt sich in eine Phase wachsender Spannungen zwischen Brüssel und Peking ein. Die EU wirft China staatliche Subventionen, Überkapazitäten und verzerrten Wettbewerb vor. Deutschland und Frankreich drängen deshalb auf schnellere und umfassendere Schutzinstrumente.

Hybridfahrzeuge sind dabei besonders relevant, weil sie eine Lücke im bisherigen europäischen Vorgehen bilden. Die EU hatte 2024 zusätzliche Zölle auf chinesische batterieelektrische Autos verhängt; Plug-in-Hybride waren davon nicht in gleicher Weise erfasst. Nach dem nun vereinbarten Ansatz könnte der Marktzugang künftig nicht nur über Zölle, sondern auch über Mengen begrenzt werden.

Folgen für Hersteller und Käufer

Für europäische Autobauer kann eine geringere Importkonkurrenz kurzfristig Entlastung bringen. Gleichzeitig bleiben viele Hersteller bei Batterien, Rohstoffen und anderen Komponenten von chinesischen Lieferketten abhängig. Eine Begrenzung chinesischer Fahrzeuge könnte zudem Gegenmaßnahmen auslösen und den wirtschaftlichen Druck auf europäische Unternehmen in China erhöhen.

Für Verbraucher könnte das Angebot chinesischer Plug-in-Hybride kleiner werden. Bei anhaltender Nachfrage wären höhere Preise oder längere Lieferzeiten möglich; zugleich könnten europäische Hersteller mehr Spielraum bei Absatz und Preisgestaltung gewinnen. Entscheidend bleibt, wie die Vereinbarung konkret umgesetzt wird und ob sie dauerhaft Bestand hat.

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