Neue US-Zölle auf China-Importe bleiben ausgesetzt
12.08.2025 - 04:15:41Die USA haben ihre erhöhten Zölle auf chinesische Importe um weitere 90 Tage ausgesetzt und damit den Weg fĂŒr eine VerlĂ€ngerung der gegenseitigen Zollpause frei gemacht. US-PrĂ€sident Donald Trump unterzeichnete wenige Stunden vor Ablauf der bisherigen Regelung ein entsprechendes Dekret. Die Pause wĂ€re am heutigen Dienstag ausgelaufen.
Was ist genau passiert, und wie hoch sind die Zölle zurzeit?
Noch im FrĂŒhjahr hatten sich beide Volkswirtschaften gegenseitig mit extremen ZollsĂ€tzen ĂŒberzogen - schrittweise erhöhten die USA die Extraabgaben auf chinesische Importe auf 145 Prozent, wĂ€hrend China mit 125 Prozent und Exportkontrollen auf strategisch wichtige Rohstoffe konterte. Damit war faktisch kein Handel zwischen beiden Nationen mehr möglich - das wirkte sich auch auf die Weltwirtschaft aus.
In der Folge wurden die ĂŒberspitzten Zölle dann Mitte Mai fĂŒr 90 Tage ausgesetzt. Diese Pause war bis zum 12. August datiert und wurde nun fĂŒr weiter 90 Tage verlĂ€ngert. Die neue Frist gilt bis zum 10. November um 00.01 Uhr (Ortszeit Washington), wie aus einem Dekret von Trump hervorgeht. Die Vereinigten Staaten wollen weiterhin GesprĂ€che mit China fĂŒhren. Bis dahin gelten die gesenkten ZollsĂ€tze: Washington erhebt einen 30 Prozent Aufschlag, wĂ€hrend Peking 10 Prozent verlangt.
Wie begrĂŒnden die USA ihre Zölle?
Trump fĂŒhlt sich von einer Vielzahl von LĂ€ndern schlecht behandelt. RegelmĂ€Ăig spricht er davon, wie die USA von anderen Nationen beim Handel ĂŒbers Ohr gehauen worden seien. Um die angeblichen Ungleichgewichte und Benachteiligungen im internationalen Handel auszugleichen, brummte er einer Reihe von LĂ€ndern Zölle auf. Zudem will Trump mit Zöllen dafĂŒr sorgen, dass Firmen ihre Produktion aus dem Ausland und damit auch aus China zurĂŒck in die USA verlagern und damit den eigenen Standort stĂ€rken.
Was will China?
Aus chinesischer Sicht sind die Strafzölle der USA ungerecht und politisch motiviert. Unter allen Handelspartnern hat Peking bislang am schĂ€rfsten reagiert - und Trumps MaĂnahmen nahezu spiegelbildlich beantwortet. China will deutlich machen, dass es auf keinen schnellen Deal angewiesen ist und gegenseitige AbhĂ€ngigkeiten im Handel bestehen. So nutzt Peking die laufenden HandelsgesprĂ€che auch, um ĂŒber den Zugang zu fortschrittlichen KI-Chips aus den USA zu verhandeln. Die US-Regierung hat Lieferungen seit Jahren deutlich eingeschrĂ€nkt.Â
Und was wollen die USA?
Washington wiederum wirft China vor, bestimmte Rohstoffe gezielt zurĂŒckzuhalten. Im Fokus stehen vor allem seltene Erden, die bei der Fertigung unter anderem von Smartphone, Bildschirme oder eben auch Halbleiter genutzt werden.
Wie geht es jetzt weiter?
ZunĂ€chst verhindert die verlĂ€ngerte Pause eine Eskalation der Handelsstreitigkeiten. Zu einem spĂ€teren Zeitpunkt könnten sich die PrĂ€sidenten Trump und Xi Jinping treffen. Ein direktes GesprĂ€ch der beiden Staatschefs gilt als entscheidend, um ĂŒber technische Details hinaus politische Leitlinien abzustecken.
Sind Trumps Zölle ĂŒberhaupt rechtlich zulĂ€ssig?
Am Donnerstag beschĂ€ftigten sich Berufungsrichter in den USA in einer Anhörung noch mit der RechtmĂ€Ăigkeit vieler Zölle. Ende Mai hatte ein Berufungsgericht die juristisch verfĂŒgte Blockade fast aller Zölle des US-PrĂ€sidenten vorerst aufgehoben, die eine niedrigere Instanz - das Gericht fĂŒr internationalen Handel in New York - kurz zuvor angeordnet hatte. Eine Entscheidung gibt es noch nicht. Und selbst dann könnte der Rechtsstreit noch weitergehen - und letztlich vor dem Obersten US-Gericht landen.







