Ermittler prüfen möglichen Anschlagsplan mit mehreren Drohnen am Flughafen Leipzig/ Halle
Veröffentlicht am: 25.08.2026 um 06:14 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSBeim mutmaßlichen Anschlagsversuch mit Drohnen rund um den Flughafen Leipzig/Halle sind nach neuen Erkenntnissen der Ermittler offenbar mehr unbemannte Fluggeräte eingesetzt worden als bisher bekannt.
Weitere Drohne und Sprengstoff gefunden
Nach Recherchen von WDR, NDR und "Süddeutscher Zeitung" haben die Ermittler neben einer bereits bekannten Drohne mindestens ein weiteres Fluggerät und möglicherweise militärischen Sprengstoff entdeckt. Demnach gehen die Behörden inzwischen davon aus, dass mehrere Drohnen genutzt wurden.
Eine Drohne war zuvor auf dem Flughafengelände gefunden worden, eine weitere könnte mit einem Flugzeug eines Paketdienstes kollidiert sein. Eine dritte Drohne wurde den Berichten zufolge am 14. August auf einem Feld im Kabelsketal festgestellt, wo Kriminaltechniker des Bundeskriminalamts rund 50 Gramm des hochexplosiven Sprengstoffs Hexogen sicherstellten.
Verdacht eines größeren Anschlagsplans
Aus den Funden schließen die Ermittler, dass die mutmaßlichen Täter einen größeren Anschlag geplant haben könnten. Die Kombination aus mehreren Drohnen und einem leistungsstarken Sprengstoff deutet aus Sicht der Behörden auf ein komplexes Vorgehen hin.
In Kursdorf nördlich des Flughafens stellten Einsatzkräfte zudem eine technische Konstruktion sicher, die nach ersten Einschätzungen möglicherweise zur Steuerung einer Drohne gedient haben könnte. Die nähere Auswertung dieser Anlage gehört zu den laufenden Untersuchungen.
Mögliche Geheimdienstbeteiligung und laufende Ermittlungen
Aus Sicherheitskreisen heißt es laut den beteiligten Medien, dass russische Geheimdienste in die Anschlagspläne involviert gewesen sein könnten. Russland weist nach dts-Angaben jede Verantwortung zurück und bestreitet eine Beteiligung.
Die Ermittlungen dauern an. Die Behörden verfolgen mehrere Spuren, darunter sichergestellte DNA, und prüfen sowohl die technische Ausstattung als auch mögliche Hintermänner. Konkrete Ergebnisse zu Tätern oder einem abschließenden Tatmotiv liegen bislang nicht vor.
Der mutmaßliche Anschlagsversuch mit mehreren Drohnen im Umfeld des Flughafens Leipzig/Halle verweist auf eine neue Qualität sicherheitsrelevanter Vorfälle im deutschen Luftverkehr: Erstmals werden in einem laufenden Ermittlungsverfahren gleich mehrere unbemannte Fluggeräte, ein mutmaßlich militärischer Sprengstoff und ein möglicher Geheimdienstbezug zusammen genannt.
Einordnung in die Sicherheitslage
Der Flughafen Leipzig/Halle ist ein wichtiger Dreh- und Umschlagplatz für Frachtflugverkehr, unter anderem für große Logistikunternehmen. Ein Angriffsszenario mit Sprengstoff-Drohnen könnte daher nicht nur einzelne Flugbewegungen, sondern auch zentrale Lieferketten treffen und erhebliche wirtschaftliche Schäden verursachen.
Die Erwähnung des Sprengstoffs Hexogen deutet auf eine potenziell hohe Sprengkraft hin, die im Fall eines tatsächlichen Einsatzes erhebliche Zerstörungen auf begrenzter Fläche verursachen könnte. Dass nach dts-Angaben rund 50 Gramm Hexogen gefunden wurden, legt nahe, dass die Ermittler von einer funktionsfähigen oder zumindest vorbereiteten Sprengladung ausgehen, deren Wirkung im Umfeld von Flugzeugen und Infrastruktur als ernst zu nehmen wäre.
Mögliche Hintergründe und internationale Dimension
Die in Sicherheitskreisen geäußerte Vermutung, russische Geheimdienste könnten in die Anschlagspläne involviert sein, und die gleichzeitige ausdrückliche Zurückweisung dieser Verantwortung durch Russland zeigen die Sensibilität des Falls. Solche Hinweise auf mutmaßliche staatliche Akteure werden in der Regel erst dann öffentlich, wenn es konkrete Ermittlungsansätze gibt, bleiben aber solange ein Verdacht, bis sie unabhängig belegt oder widerlegt werden können.
Vor dem Hintergrund angespanntter Beziehungen zwischen Russland und westlichen Staaten kommt jeder Verdacht eines Geheimdienstengagements in Europa einer politischen Belastungsprobe gleich. Zugleich betonen Ermittler und Sicherheitskreise üblicherweise, dass entsprechende Spuren sorgfältig geprüft werden müssen und ein Anfangsverdacht allein keine gesicherten Rückschlüsse zulässt.
Bedeutung für Leserinnen und Leser
Für die Bevölkerung in der Region Leipzig/Halle und für Reisende zeigt der Fall, dass kritische Infrastrukturen weiterhin Ziel komplexer Anschlagsplanungen sein können. Die Ermittler verfolgen nach dts-Angaben mehrere Spuren, darunter gesicherte DNA, und haben offenbar mehrere Orte rund um den Flughafen sowie technische Einrichtungen untersucht.
Bis zu einem gesicherten Ermittlungsergebnis bleibt offen, ob die vermuteten Täter tatsächlich in der Lage gewesen wären, einen größeren Anschlag durchzuführen und ob mögliche Hintermänner identifiziert werden können. Leserinnen und Leser sollten daher die weiteren offiziellen Informationen der Ermittlungsbehörden beachten; eine endgültige Bewertung der Sicherheitslage ist derzeit noch nicht möglich.
