Elterngeld: Khan fordert Familien-Entlastung von Prien
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 11:05 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDie stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Misbah Khan, fordert von Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) spürbare Entlastungen für Familien. Anlass ist Priens Vorschlag, die geplanten Sparmaßnahmen beim Elterngeld erneut zu prüfen und die Bezugsdauer möglicherweise bei 14 Monaten zu belassen.
Khan kritisiert Priens Kurs
Priens neue Einsicht wirke wie der Versuch, „das sinkende Schiff der Kürzungspolitik kurz vor dem Untergang zu verlassen, obwohl sie als Teil der Crew maßgeblich daran beteiligt“ gewesen sei, sagte Khan der „Rheinischen Post“.
Bleibe es bei der Ankündigung, ohne dass konkrete Taten folgten, sei dies lediglich ein weiterer Strohhalm für die Hoffnung der Familien, erklärte die Grünen-Politikerin. Familien bräuchten endlich konkrete und spürbare Entlastungen; dafür stehe die Bundesregierung in der Verantwortung.
Reform soll erneut geprüft werden
Hintergrund ist ein Reformvorschlag, nach dem die Bezugsdauer des Elterngeldes von 14 auf zwölf Monate sinken sollte. Prien hatte erklärt, sie wolle prüfen, ob diese Kürzung in der vorgesehenen Form sinnvoll und gerechtfertigt sei.
Damit ist auch die Aufteilung der Elterngeldmonate zwischen den Eltern wieder offen. Eine endgültige Entscheidung über das Modell liegt bislang nicht vor.
Das Elterngeld gehört zu den zentralen familienpolitischen Leistungen des Bundes. Der aktuelle Streit dreht sich nicht um eine bereits beschlossene Kürzung, sondern um einen Reformentwurf, der die Bezugsdauer von 14 auf zwölf Monate verkürzen und die Aufteilung zwischen den Eltern verändern soll.
Nach dem bisher diskutierten Modell wären je drei Monate für jeden Elternteil vorgesehen; sechs weitere Monate könnten die Partner untereinander aufteilen. Nimmt nur ein Elternteil Elternzeit, würden damit höchstens neun Monate staatliche Unterstützung verbleiben. Für Familien mit nur einem Elternteil in Elternzeit oder mit ungleichen Einkommen hätte die Ausgestaltung daher unmittelbare finanzielle Bedeutung.
Haushaltsdruck und politische Folgen
Hinter den Reformplänen stehen Einsparvorgaben für das Familienressort. Zugleich zeigt die Debatte den Zielkonflikt zwischen Haushaltskonsolidierung und einer Familienpolitik, die Erwerbsunterbrechungen, Betreuung und die partnerschaftliche Aufteilung von Elternzeit unterstützen soll.
Die Äußerung der Ministerin öffnet den politischen Prozess erneut, ersetzt aber noch keine Entscheidung. Für betroffene Eltern bleibt entscheidend, welches Modell die Koalition beschließt, ab wann es gelten soll und ob bereits laufende oder geplante Elterngeldansprüche geschützt werden.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
tagesschau: „Bundesfamilienministerin erwägt Kehrtwende bei Elterngeldreform“ (30.09.2026)
Der Beitrag bestätigt, dass Karin Prien eine erneute Prüfung der Sparmaßnahmen und eine Beibehaltung der 14 Monate erwägt. Im Mittelpunkt stehen außerdem die noch offene Aufteilung der Monate und die Kritik an dem im Sommer vorgelegten Reformentwurf.
FOCUS online: „Familienministerin Prien für Kehrtwende bei Elterngeld“ (30.09.2026)
FOCUS online stellt Priens Offenheit für eine Rücknahme der Kürzung heraus und beschreibt zusätzlich den Streit über den Unterhaltsvorschuss für ältere Kinder. Beide Berichte machen deutlich, dass weder die Bezugsdauer noch die alternative Verteilung der Monate endgültig festgelegt sind.
Einigkeit besteht über Priens erneute Prüfung und den Reformdruck durch die Haushaltslage. Offen bleiben der konkrete Gesetzentwurf, die Finanzierung und die endgültige Entscheidung der Koalition.
