Eishockey-WM 2027, CAS-Urteil

Eishockey-WM 2027: Bundesregierung will Turnier ohne Russland

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 14:40 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die Bundesregierung will mit dem Deutschen Eishockey-Bund und dem Weltverband nach einer Lösung suchen. Eine Teilnahme Russlands könnte wegen angekündigter Boykotte und möglicher Sponsorenausstiege die Austragung gefährden.

Die nächsten Entscheidungen der IIHF

  • Die IIHF konnte sich bis Freitag nach einer verlängerten Dringlichkeitssitzung nicht auf ein gemeinsames Vorgehen verständigen.
  • Franz Reindl steht als neuer Präsident früh vor dem Zielkonflikt zwischen pro-russischen und russlandkritischen Akteuren.
  • Beim Deutschland Cup in Düsseldorf rückte der sportliche Wettbewerb nach dem 3:0 gegen Österreich wegen der WM-Frage in den Hintergrund.
  • Eigentlich sollen in Düsseldorf im kommenden Mai auch WM-Spiele stattfinden. - Bild: Markus Lenhardt/dpa
  • Scheitert IIHF-Präsident Franz Reindl früh mit seinem Vorhaben, den Weltverband zu einer Einheit zu formen? (Archivbild) - Bild: Jussi Nukari/Lehtikuva/dpa
  • Das Debüt von Eishockey-Bundestrainer André Rankel ist in den Hintergrund getreten - Bild: Markus Lenhardt/dpa
Eigentlich sollen in Düsseldorf im kommenden Mai auch WM-Spiele stattfinden. - Bild: Markus Lenhardt/dpa Scheitert IIHF-Präsident Franz Reindl früh mit seinem Vorhaben, den Weltverband zu einer Einheit zu formen? (Archivbild) - Bild: Jussi Nukari/Lehtikuva/dpa Das Debüt von Eishockey-Bundestrainer André Rankel ist in den Hintergrund getreten - Bild: Markus Lenhardt/dpa

Bundesregierung sucht Ausweg für die Eishockey-WM

Die Bundesregierung will die Eishockey-WM 2027 trotz des CAS-Urteils wie geplant in Düsseldorf und Mannheim stattfinden lassen, schließt eine Teilnahme Russlands jedoch aus. Regierungssprecher Stefan Kornelius sagte, bei einer Zulassung russischer Teams wäre das Turnier wegen angekündigter Boykotte faktisch nicht durchführbar.

Gespräche mit DEB und Sportverbänden

In den vergangenen Tagen habe die Bundesregierung Gespräche mit dem Deutschen Eishockey-Bund, dem neuen IIHF-Präsidenten Franz Reindl und dem Deutschen Olympischen Sportbund geführt. Diese hätten gezeigt, dass eine russische Teilnahme die WM sportlich und wirtschaftlich faktisch unmöglich mache.

Mehrere Nationen haben einen Boykott angekündigt. Zudem drohen wichtige Sponsoren mit dem Ende ihres Engagements, falls russische Mannschaften bei der WM antreten.

Visa-Frage bleibt offen

Die Bundesregierung schließt deshalb auch eine Verschärfung der Einreisebestimmungen nicht aus. Ein Sprecher des Innenministeriums sagte, während des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine könne es keine Normalität geben.

Auch Russlands Präsident Wladimir Putin kritisierte Beschränkungen für russische Sportler und warf nicht näher genannten Ländern politische Einflussnahme vor. Der CAS verteidigte sein Urteil zugleich und verwies auf Versäumnisse der IIHF: Der Weltverband habe im Verfahren keine ausreichenden Beweise für die rechtlichen Voraussetzungen eines Ausschlusses vorgelegt.

IIHF ringt um gemeinsame Linie

Die Entscheidung war vor der Wahl Reindls zum Präsidenten getroffen worden. Nun muss der frühere deutsche Nationalspieler einen Verband zusammenhalten, in dem sich pro-russische und russlandkritische Akteure gegenüberstehen.

Eine Dringlichkeitssitzung des IIHF-Councils wurde mehrfach verlängert, ohne dass sich die Mitglieder bis Freitag auf ein gemeinsames Vorgehen verständigten. Der DEB wartet auf diese Entscheidung, während in Düsseldorf der Deutschland Cup läuft und die deutsche Mannschaft zum Auftakt Österreich mit 3:0 besiegte.

Das CAS-Urteil setzt den Eishockey-Weltverband IIHF unter erheblichen Handlungsdruck. Die Entscheidung betrifft nicht nur die grundsätzliche Teilnahme russischer Auswahlteams, sondern unmittelbar die Planung eines Turniers, dessen sportliche und wirtschaftliche Grundlage auf der Beteiligung zahlreicher Nationen und Partner beruht.

Mehrere europäische Eishockeyverbände haben für den Fall russischer Spiele bereits Widerstand angekündigt. Auch Sponsoren stellen ihr Engagement infrage oder knüpfen es an den Ausschluss Russlands. Dadurch entsteht ein doppeltes Risiko: Die WM könnte sportlich durch fehlende Mannschaften an Wert verlieren, während zugleich Einnahmen und Werbepartner wegbrechen.

Politische und rechtliche Spannungen

Der CAS begründete seine Entscheidung mit fehlenden Nachweisen der IIHF für die rechtlichen Voraussetzungen des Ausschlusses. Damit ist der Weltverband nun gefordert, eine Lösung zu finden, die dem Urteil entspricht und zugleich die praktische Durchführung der WM ermöglicht. Der neue IIHF-Präsident Franz Reindl steht dabei früh vor einer Zerreißprobe zwischen unterschiedlichen Positionen innerhalb des Verbandes.

Für Deutschland geht es neben dem sportlichen Prestige um die Organisation und Finanzierung eines Großereignisses in Düsseldorf und Mannheim. Die Bundesregierung signalisiert Unterstützung, schließt aber zugleich Maßnahmen wie eine mögliche Verweigerung von Visa nicht aus. Für Fans, Veranstalter und beteiligte Unternehmen bleibt deshalb entscheidend, ob die IIHF kurzfristig eine tragfähige Regelung zur Teilnahme Russlands und zum Umgang mit Boykotten vorlegt.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Deutschlandfunk: „Eishockey-WM 2027 Mehrere Nationen und Sponsoren drohen bei Teilnahme Russlands mit Boykott“ (05.11.2026)

Der Beitrag hebt die angekündigten Boykotte mehrerer Nationalmannschaften und die möglichen Rückzüge wichtiger Sponsoren hervor. Er bestätigt damit den Druck auf die geplante WM und setzt den Schwerpunkt auf die sportlichen und wirtschaftlichen Folgen.

STERN: „Wirbel um Schiedsspruch: Russland-Urteil: Sportrichter zählen Eishockey-Verband an“ (05.11.2026)

Der Artikel konzentriert sich stärker auf die Begründung des CAS und die Vorwürfe gegen die IIHF. Gemeinsam ist beiden Beiträgen die Einschätzung, dass die WM 2027 durch die Rückkehr Russlands unter erheblichen Druck geraten ist; offen bleibt die konkrete Umsetzung des Urteils.

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