Eintracht Frankfurt, FSV Mainz 05

Eintracht Frankfurt feiert seltenen Derby-Auswärtssieg in Mainz

Veröffentlicht am: 12.09.2026 um 17:25 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Eintracht Frankfurt feiert beim FSV Mainz 05 einen seltenen Auswärtssieg im Rhein-Main-Derby und holt den ersten Saisonerfolg. Ein Torwart und ein Doppel-Torschütze prägen das Spiel entscheidend.

  • Can Uzun traf beim Frankfurter Sieg in Mainz doppelt. - Bild: Torsten Silz/dpa
    Can Uzun traf beim Frankfurter Sieg in Mainz doppelt. - Bild: Torsten Silz/dpa
  • Wurde seinem Ruf als Elfmeterkiller gerecht: Noah Atubolu. - Bild: Torsten Silz/dpa
    Wurde seinem Ruf als Elfmeterkiller gerecht: Noah Atubolu. - Bild: Torsten Silz/dpa
  • Jonathan Burkardt traf an seiner alten Wirkungsstätte.  - Bild: Torsten Silz/dpa
    Jonathan Burkardt traf an seiner alten Wirkungsstätte. - Bild: Torsten Silz/dpa
Can Uzun traf beim Frankfurter Sieg in Mainz doppelt. - Bild: Torsten Silz/dpa Wurde seinem Ruf als Elfmeterkiller gerecht: Noah Atubolu. - Bild: Torsten Silz/dpa Jonathan Burkardt traf an seiner alten Wirkungsstätte.  - Bild: Torsten Silz/dpa

Eintracht Frankfurt hat beim FSV Mainz 05 einen seltenen Auswärtssieg im Rhein-Main-Derby gefeiert und mit einem 3:1 den ersten Erfolg der Bundesliga-Saison eingefahren.

Frankfurt nutzt Chancen eiskalt

Die Hessen setzten sich in Mainz dank eines effizienten Auftritts durch und entschieden das Duell früh zu ihren Gunsten. Can Uzun brachte die Eintracht nach einem flachen Zuspiel von Jonathan Burkardt bereits in der 9. Minute aus kurzer Distanz in Führung. Kurz vor der Pause erhöhte Burkardt selbst auf 2:0, nachdem er einen weiten Ball aus dem Mittelfeld kontrollierte und überlegt abschloss.

Der 26-Jährige, der sieben Jahre lang für Mainz gespielt hatte, verzichtete aus Respekt vor den 05-Fans auf einen ausgelassenen Jubel. Es war sein zweites Saisontor für Frankfurt und zugleich ein weiterer emotionaler Moment im traditionsreichen Nachbarschaftsduell.

Atubolu wird erneut zum Elfmeterkiller

Großen Anteil am Erfolg hatte Torwart Noah Atubolu. Der Frankfurter Schlussmann verhinderte kurz vor der Pause den möglichen Ausgleich, als er einen Foulelfmeter von Nationalspieler Nadiem Amiri parierte und damit bereits zum sechsten Mal in der Bundesliga einen Strafstoß entschärfte. Den anschließenden Nachschuss setzte Phillip Tietz neben den Pfosten.

Zuvor hatte Atubolu bereits einen riskanten Rückpass von Kapitän Robin Koch außerhalb des Strafraums bereinigt und so eine Großchance für Tietz vereitelt. Die Mainzer fanden insgesamt kaum Mittel gegen die kompakte und konzentrierte Frankfurter Defensive.

Hütter verändert die Frankfurter Statik

Trainer Adi Hütter, der im Sommer nach fünf Jahren zurückkehrte und schon beim bislang einzigen Frankfurter Sieg in Mainz im Januar 2021 an der Seitenlinie stand, hatte seine Startelf nach dem 1:4 gegen Augsburg auf zwei Positionen verändert. Mario Götze und Younes Ebnatoulib rückten aus der Mannschaft, für sie spielten Jeremiaha Maluze und Noel Aseko von Beginn an.

Die Umstellungen zahlten sich aus: Maluze bereitete den Treffer von Burkardt mit einem langen Ball mustergültig vor, und Aseko sorgte im Mittelfeld für zusätzliche Stabilität. Frankfurt trat über weite Strecken selbstbewusst auf, erarbeitete sich früh Chancen und ließ Mainz kaum zur Entfaltung kommen.

Mainz findet nicht zu HSV-Form

Auf Mainzer Seite kehrte Stammtorwart Robin Zentner nach überstandenen Oberschenkelproblemen ins Team zurück. Trainer Urs Fischer vertraute ansonsten jener Elf, die zuvor mit einem 5:0 in Hamburg überzeugt hatte. Im Derby konnte die Mannschaft diese Form jedoch nicht bestätigen und blieb offensiv weitgehend ungefährlich.

Die beste Gelegenheit hatte Amiri mit dem Strafstoß kurz vor der Pause, doch Atubolu vereitelte die Chance. Erst kurz vor Schluss gelang den Rheinhessen der Anschlusstreffer: Phillip Tietz traf in der 89. Minute, zu spät, um dem Spiel noch eine Wende zu geben.

Seltenes Erfolgserlebnis in Mainz

Mit dem 3:1 feiert Eintracht Frankfurt erst den zweiten Bundesliga-Sieg überhaupt in Mainz und steht nun wie der Gastgeber bei vier Punkten. Für die Hessen ist der Derby-Erfolg ein wichtiges Signal nach dem missglückten Auftakt, während Mainz nach der Niederlage Antworten auf die fehlende Durchschlagskraft im eigenen Stadion suchen muss.

Historische Bedeutung des Auswärtssiegs

Der 3:1-Erfolg von Eintracht Frankfurt in Mainz markiert für die Hessen einen seltenen Triumph im Rhein-Main-Derby und beendet früh in der Saison Diskussionen über einen möglichen Fehlstart. Dass es erst der zweite Auswärtssieg der Eintracht in 19 Bundesliga-Partien in Mainz ist, unterstreicht die sportliche Hürde, die das Team überwunden hat. Zugleich verschafft der Sieg dem Klub und Trainer Adi Hütter nach der deutlichen Niederlage gegen Augsburg eine spürbare Atempause.

Weichenstellung für die Saison

Sportlich ist der Auftritt ein Signal, dass Frankfurt mit der Rückkehr von Hütter und der Verpflichtung von Spielern wie Noah Atubolu und Can Uzun wieder stärker auf Stabilität und Effizienz setzt. Der parierte Strafstoß und die zwei Uzun-Tore zeigen, wie sehr Einzelaktionen in engen Duellen den Spielverlauf prägen können. Für Mainz dagegen wirft die schwache Vorstellung Fragen nach der Konstanz auf: Auf ein überzeugendes 5:0 in Hamburg folgt ein Derby, in dem die Mannschaft kaum an diese Leistung anknüpft und offensiv zu harmlos bleibt.

Emotionale und regionale Dimension

Über die Tabelle hinaus hat das Ergebnis eine emotionale Komponente. Der Treffer von Jonathan Burkardt an seiner früheren Wirkungsstätte bei gleichzeitiger zurückhaltender Jubelgeste verweist auf die enge Bindung vieler Profis an ihre früheren Vereine. Zugleich verstärkt der Ausgang des Spiels die sportliche Rivalität zwischen Mainz und Frankfurt, die im Rhein-Main-Gebiet weit über die Fanlager hinaus Aufmerksamkeit findet. Dass beide Teams nun punktgleich sind, erhöht die Brisanz der kommenden Wochen: Für Frankfurt kann der Sieg als Startsignal dienen, für Mainz steht die Aufgabe, die Balance zwischen Offensivpower und defensiver Stabilität zu finden, damit das Derby nicht zum Wendepunkt in die falsche Richtung wird.

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