Deutschland, Ukraine

Bundesregierung: Russland ist Urheber von Sprengstoff-Drohne

Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 18:14 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Eine Sprengstoff-Drohne mitten im Sicherheitsbereich auf dem Flughafen Leipzig/Halle: Was die Ermittlungen bisher zutage gefördert haben, und wie Deutschland nun reagiert.

  • Bundesregierung sieht Russland als Urheber für Sprengstoff-Drohne.  - Bild: Kay Nietfeld/dpa
    Bundesregierung sieht Russland als Urheber für Sprengstoff-Drohne. - Bild: Kay Nietfeld/dpa
  • Dobrindt und Wadephul äußern sich zu Urheberschaft der Drohne in Leipzig. - Bild: Kay Nietfeld/dpa
    Dobrindt und Wadephul äußern sich zu Urheberschaft der Drohne in Leipzig. - Bild: Kay Nietfeld/dpa
  • Generalkonsulat in Bonn soll geschlossen werden.  - Bild: Kay Nietfeld/dpa
    Generalkonsulat in Bonn soll geschlossen werden. - Bild: Kay Nietfeld/dpa
  • Die mit Sprengstoff präparierte Drohne explodierte nicht. Sie wurde in der Nähe einer ukrainischen Frachtmaschine auf dem Flughafen Leipzig/Halle entdeckt. (Archivfoto) - Bild: Hendrik Schmidt/dpa
    Die mit Sprengstoff präparierte Drohne explodierte nicht. Sie wurde in der Nähe einer ukrainischen Frachtmaschine auf dem Flughafen Leipzig/Halle entdeckt. (Archivfoto) - Bild: Hendrik Schmidt/dpa
Bundesregierung sieht Russland als Urheber für Sprengstoff-Drohne.  - Bild: Kay Nietfeld/dpa Dobrindt und Wadephul äußern sich zu Urheberschaft der Drohne in Leipzig. - Bild: Kay Nietfeld/dpa Generalkonsulat in Bonn soll geschlossen werden.  - Bild: Kay Nietfeld/dpa Die mit Sprengstoff präparierte Drohne explodierte nicht. Sie wurde in der Nähe einer ukrainischen Frachtmaschine auf dem Flughafen Leipzig/Halle entdeckt. (Archivfoto) - Bild: Hendrik Schmidt/dpa

Die Bundesregierung macht Russland für den misslungenen Anschlag mit einer Sprengstoff-Drohne auf dem Flughafen Leipzig/Halle verantwortlich - sie hat mehrere Maßnahmen als Reaktion beschlossen. Dazu gehört die Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn. 

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sagte, bei dem Anschlagsversuch seien Sprengstoff und Zündtechnik verwendet worden, die man aus anderen hybriden Operationen Russlands und dessen Krieg gegen die Ukraine kenne. Die vor Ort festgestellte Technik und das Zusammenspiel der einzelnen Elemente müssten als professionell bezeichnet werden und ließen ein hohes Maß an technischer Expertise sowie erheblichen organisatorischen Aufwand bei der Tatplanung und der Tatdurchführung erkennen.

Moskau soll sogenannte Wegwerfagenten angeheuert haben

«Die abschließende Ausführung des versuchten Anschlags ist dem Bereich von Low-Level-Agenten zuzuordnen», sagte Dobrindt. Und: «Lassen Sie mich noch deutlich machen: Wir befinden uns nicht im Krieg, aber wir sind tägliches Ziel hybrider Kriegsführung.»

Außenminister Johann Wadephul (CDU) hat nach eigenen Worten den russischen Botschafter einbestellt. Er kündigte an, das russische Generalkonsulat in Bonn werde zum 18. September geschlossen. Der Vertrag für das Russische Haus - ein Kulturinstitut in Berlin - werde gekündigt. Er fügte hinzu: «Wir verschärfen die Einreisekontrollen für russische Staatsangehörige, wir erhöhen den Druck auf die russische Schattenflotte.» 

«Schwerwiegender Angriff»

Eine mit Sprengstoff und einem Zündmechanismus präparierte Drohne war am Abend des 4. August im Sicherheitsbereich des Flughafens Leipzig/Halle zwischen ukrainischen Frachtmaschinen entdeckt worden. Die Bundesanwaltschaft nahm Ermittlungen auf und sprach von einem «schwerwiegenden Angriff auf die Transport- und Logistikinfrastruktur in Deutschland». 

Die Bundesregierung sieht schon seit einigen Monaten eine erhöhte Gefährdung durch hybride Angriffe, vor allem aus Russland. Unter hybrider Kriegsführung versteht man eine Kombination aus militärischen, wirtschaftlichen, geheimdienstlichen und propagandistischen Mitteln. Dazu zählen auch Cyberattacken und die Beeinflussung der öffentlichen Meinung - etwa vor Wahlen. Meist wird versucht, die Urheberschaft solcher Aktionen zu verschleiern.

Unterstützung Deutschlands für die Ukraine

Laut Bundesanwaltschaft setzt Russland hierzulande mutmaßlich auch immer wieder für relativ wenig Geld angeheuerte Hilfsagenten ein, um Sabotage zu betreiben oder sogar Angriffe vorzubereiten. Ziel scheine oft zu sein, die deutsche Unterstützung für die Ukraine zu untergraben, erklärte Generalbundesanwalt Jens Rommel im Juni. Deutschland ist, nachdem die USA sukzessive ab 2025 ihre Hilfe zurückgefahren haben, das wichtigste Geldgeberland für die Ukraine. 

Wadephul sagte, Deutschland werde seine zivile und militärische Unterstützung der Ukraine fortsetzen. Zudem werde man weitere Maßnahmen im nachrichtendienstlichen Bereich ergreifen. Ebenso setze die Bundesregierung ihre Anstrengungen in der Nato fort, die eigene Verteidigungsfähigkeit zu stärken und Russland wirkungsvoll abzuschrecken.

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