Umfrage, AfD

Forsa-Umfrage: Deutliche Mehrheit widerspricht zentralen AfD-Positionen in Sachsen-Anhalt

Veröffentlicht am: 27.08.2026 um 12:24 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Eine aktuelle Forsa-Befragung im Auftrag von RTL und ntv offenbart: Die überwiegende Mehrheit der Deutschen findet wenig Gefallen an den Kernforderungen der AfD für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.

Forsa: Mehrheit lehnt AfD-Forderungen in Sachsen-Anhalt ab
AfD-Wahlplakat mit Ulrich Siegmund (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Kaum überraschend, aber doch immer wieder bemerkenswert: Der Großteil der Menschen in Deutschland hat mit den zentralen Wahlversprechen der AfD nicht viel am Hut.

Fachkräfte aus dem Ausland – eine abgespeckte Zustimmung

Die Befragten sahen sich konkreten AfD-Programmaussagen gegenüber. Ein Beispiel: Lediglich 17 Prozent gaben an, es stimme, dass ausländische Ärzte wegen Sprachbarrieren oder 'kultureller Andersartigkeit' kaum in der Lage seien, deutsche Patienten umfassend zu behandeln. Interessanterweise – wie so oft – sind solche Aussagen vor allem unter AfD-Anhängern (52 Prozent) verbreitet. Übers Land hinweg fanden diese Thesen jedoch kaum Anklang.

Unbehagen bei Migration und Integration

Auch die Furcht, dass neue Fachkräfte 'aus fremden Kulturen' dem deutschen Gesundheitssystem schaden könnten, teilen gerade einmal 16 Prozent der Deutschen. Wieder gilt: Innerhalb der AfD-Anhängerschaft zeigt sich fast die Hälfte einverstanden, doch insgesamt lehnt die breite Masse diese Positionen ab – Zahlen, die für sich sprechen: Über 80 Prozent stellen sich dagegen.

Kritik an AfD-Schulpolitik

Beim Thema Schule sieht es unwesentlich besser aus für die AfD. Die Idee, Beschwerdemechanismen für Schüler und Eltern zu stärken, findet nur bei knapp einem Drittel Zustimmung (31 Prozent gesamt, aber stolze 61 Prozent AfD-Wähler). Noch weniger attraktiv: Der Vorschlag, dass Lehrer bei Schülerdiskussionen ausschließlich moderierend, aber nicht mehr meinungsbildend agieren sollen. Nur 24 Prozent befürworten das (unter AfD-Wählern allerdings 60 Prozent). Klare Kante bundesweit: 71 Prozent sagen hier Nein.

Streitpunkt Kirche – hier gibt es Risse

Immerhin: Der Vorschlag, die Sonderstellung der Kirchen in puncto Steuern und staatliche Zuwendungen zu beschneiden, stößt mit 44 Prozent auf vergleichsweise offene Ohren. Noch mehr Unterstützer gibt es – wenig überraschend – in AfD-Kreisen (83 Prozent Zustimmung). Auch die Forderung, Kirchensteuern künftig rein für Personal und Gebäude auszugeben, finden 37 Prozent der Befragten okay; bei AfD-Anhängern sogar 74 Prozent.

Gespaltene Erwartungen und Angst vor Einschüchterung

Bemerkenswert ist, dass rund die Hälfte der Befragten erwartet, die AfD würde ihre Schulpositionen tatsächlich umsetzen, sollte sie dafür je die Gelegenheit bekommen. Noch knapp darunter liegt der Glaube an Veränderungen im Umgang mit Fachkräften und den Kirchen. Was Sorgen bereitet: Eine Mehrheit glaubt, die Forderungen könnten ausländische Fachkräfte (68 Prozent) oder Lehrkräfte (48 Prozent) tatsächlich einschüchtern.

Einordnung zum Schluss

Die Umfrage wurde von Forsa unter 1.007 Menschen am 13. und 14. August durchgeführt. Manchmal frage ich mich, wie belastbar solche Zahlen wirklich sind – doch der Trend ist eindeutig.

Die Forsa-Erhebung verdeutlicht, dass zentrale Punkte im AfD-Wahlprogramm zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt – insbesondere zur Migration und zur Rolle der Kirchen – bei Bundesbürgern überwiegend auf Ablehnung stoßen. Einzig beim Thema Trennung von Staat und Kirche zeigt sich eine gewisse Offenheit, wenngleich auch hier die Gesellschaft gespalten bleibt. Viele Deutsche fürchten zudem, die AfD-Ideen könnten in der Praxis zu Einschüchterung führen, insbesondere für ausländische Pflegekräfte und Lehrkräfte. Laut taz wird aktuell verstärkt diskutiert, wie stark sich die gesellschaftliche Polarisierung auf Wahlen und das Vertrauen in demokratische Institutionen auswirkt, wobei das Thema Migration weiterhin eine große Rolle spielt (Quelle: taz). Die Süddeutsche Zeitung berichtet, dass auch in anderen Bundesländern die AfD mit ähnlichen Forderungen antritt, die jedoch regelmäßig auf Gegenwind in der breiten Bevölkerung stoßen (Quelle: Süddeutsche Zeitung). Auf Spiegel Online analysiert ein Beitrag, wie Umfragen zum Wählerverhalten die Dynamik des Wahlkampfs beeinflussen und welche Maßnahmen Parteien zur Abgrenzung oder Annäherung an radikale Positionen ergreifen (Quelle: Spiegel).

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