Ehrenamt-Umfrage: 87 Prozent sehen Engagement als demokratisch wichtig
Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 06:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSEine neue Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa zeigt, dass eine große Mehrheit der Deutschen das Ehrenamt für wichtig für die Demokratie hält. Die Erhebung wurde von den Sendern RTL und ntv in Auftrag gegeben.
Hohe Zustimmung zur Bedeutung des Ehrenamts
Demnach halten 87 Prozent der Befragten das freiwillige Engagement von Bürgern für sehr oder eher wichtig für das Funktionieren der Demokratie. Dazu zählen Tätigkeiten in Vereinen, Bürgerinitiativen, Gewerkschaften oder politischen Parteien.
Nur zehn Prozent der Befragten messen ehrenamtlicher Arbeit eine geringe oder gar keine Bedeutung bei. Damit überwiegt die positive Bewertung des Engagements deutlich.
Wie viele Menschen engagieren sich selbst?
Regelmäßig selbst ehrenamtlich tätig sind nach eigenen Angaben 39 Prozent der Befragten. Zwischen den Altersgruppen zeigen sich dabei nur kleine Unterschiede.
Unter den 18- bis 29-Jährigen geben 37 Prozent an, sich regelmäßig zu engagieren. Bei den Über-60-Jährigen liegt der Anteil mit 41 Prozent etwas höher.
Politisches Engagement bleibt Ausnahme
Deutlich geringer fällt das Engagement im engeren politischen Sinne aus. Nur sieben Prozent der Befragten berichten, regelmäßig etwa in einer Partei, Bürgerinitiative oder Gewerkschaft aktiv zu sein.
In der jüngsten Altersgruppe zwischen 18 und 29 Jahren sind es sogar nur drei Prozent, die sich nach eigenen Angaben regelmäßig politisch engagieren.
Ehrenamtliches Engagement gilt seit Langem als tragende Säule der demokratischen Kultur in Deutschland. Die nun vorliegenden Umfragewerte bestätigen, dass diese gesellschaftliche Einschätzung in der Bevölkerung weit verbreitet ist: Ein sehr großer Teil der Menschen erkennt den Beitrag, den freiwillig Engagierte für das Zusammenleben und die demokratische Teilhabe leisten.
Hintergrund: Bedeutung des Ehrenamts
Deutschland verfügt über eine breite Landschaft von Vereinen, Verbänden, Initiativen und Organisationen, die zum großen Teil auf Ehrenamt basieren. Ob Sportverein, Freiwillige Feuerwehr, Tafeln, Nachbarschaftshilfe oder kommunale Gremien – viele Angebote wären ohne das Engagement von Bürgerinnen und Bürgern nicht aufrechtzuerhalten. Dass 87 Prozent der Befragten freiwillige Tätigkeit für wichtig für die Demokratie halten, spiegelt diese Erfahrung im Alltag wider.
Gleichzeitig zeigt der Blick auf die Zahlen, dass persönliches Engagement und Anerkennung nicht deckungsgleich sind. Zwar gibt knapp vierzig Prozent der Befragten an, sich regelmäßig ehrenamtlich zu engagieren, doch ein deutlich geringerer Teil ist im engeren politischen Bereich aktiv. Damit bleibt das klassische Ehrenamt eine stabile Stütze des Gemeinwesens, während die direkte Mitwirkung in Parteien, Bürgerinitiativen oder Gewerkschaften deutlich weniger verbreitet ist.
Folgen für politische Teilhabe
Die sehr niedrigen Werte für regelmäßige politische Aktivität – insgesamt sieben Prozent der Befragten, bei den Jüngeren sogar nur drei Prozent – weisen darauf hin, dass zwischen allgemeinem Engagement und formaler politischer Beteiligung eine Lücke besteht. Für demokratische Institutionen stellt sich damit die Aufgabe, Angebote zu schaffen, die den Übergang vom informellen Ehrenamt zur aktiven Mitgestaltung erleichtern. Gleichzeitig unterstreichen die Zahlen, dass viele Menschen die Demokratie über praktische Hilfe und solidarisches Handeln im Alltag stärken, ohne sich zwingend in Parteien oder Verbänden zu organisieren.
