Doppelpack von Hlozek: Hoffenheim stoppt Stuttgarts Lauf im Landesduell
Veröffentlicht am: 12.09.2026 um 17:30 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie zuvor punktlose TSG 1899 Hoffenheim hat den Lauf des VfB Stuttgart gestoppt und im Landesduell der Fußball-Bundesliga einen 2:1-Heimsieg gefeiert.
Hlozek schnürt Doppelpack beim ersten TSG-Saisonsieg
Vor 30.150 Zuschauern in der ausverkauften Sinsheimer Arena traf Adam Hlozek doppelt für die Gastgeber und sicherte Hoffenheim damit den ersten Erfolg der neuen Spielzeit. Der tschechische Stürmer erzielte in der 13. Minute das 1:0 und legte in der 67. Minute das entscheidende 2:1 nach. Für den VfB war es am dritten Spieltag bereits die zweite Niederlage.
Stuttgart, das mit Siegen gegen den 1. FC Köln und Viking Stavanger in die Woche gestartet war, fand auswärts nur phasenweise zu seiner zuletzt gezeigten Dominanz. Der zwischenzeitliche Ausgleich durch Maximilian Mittelstädt kurz nach der Pause reichte nicht, um etwas Zählbares mitzunehmen.
Früher Rückschlag und Verletzung von Angelo Stiller
Die Partie begann für die Gäste unglücklich: Ohne Kapitän Deniz Undav in der Startelf setzte Trainer Sebastian Hoeneß zwar auf eine leicht veränderte Formation, doch die Schwaben gerieten früh in Rückstand. Nach einem steilen Pass von Bambasé Conté nutzte Hlozek einen Konter zur Führung, nachdem er kurz zuvor noch knapp am Tor vorbeizielte.
Zu allem Überfluss verlor Stuttgart nach gut einer halben Stunde Mittelfeld-Taktgeber Angelo Stiller. Der Nationalspieler blieb nach einer Strafraumszene liegen, fasste sich ans Knie und musste nach kurzer weiterer Spielzeit angeschlagen ausgewechselt werden. Sein Ausfall schwächte die Struktur im Spielaufbau der Gäste spürbar.
VfB-Offensive läuft sich fest
In der Offensive fehlten dem VfB lange Zeit die klaren Ideen. Eine Drei-Tore-Show wie zuletzt von Ermedin Demirovic in der Champions League blieb aus. Der bosnische Angreifer scheiterte mehrfach an TSG-Torwart Oliver Baumann, zudem klärte Verteidiger Ozan Kabak einmal vor dem einschussbereiten Stuttgarter Stürmer.
Hoffenheim hätte seinerseits noch vor der Pause erhöhen können. Ein weiterer Abschluss von Hlozek blieb ungenutzt, und ein von den Gastgebern geforderter Strafstoß wurde nach Handspiel des Stürmers zu Recht nicht gegeben, weil er vor VfB-Youngster Yanik Spalt selbst den Ball mit der Hand berührt hatte.
Stuttgarter Aufschwung nach der Pause bleibt unbelohnt
Nach der Halbzeit kamen die Stuttgarter entschlossener aus der Kabine und wurden schnell belohnt. Josha Vagnoman leitete über die rechte Seite einen Konter ein, Baumann parierte zunächst, war beim Nachschuss von Mittelstädt aber machtlos. Der Ausgleich gab Stuttgart Auftrieb, die Schwaben drängten zeitweise auf die Führung.
Mit der Einwechslung von Undav und Bilal El Khannouss setzte Hoeneß zusätzliche Offensivimpulse. Dennoch blieb Hoffenheim mit schnellen Umschaltaktionen gefährlich – erneut war es ein Konter mit steilem Zuspiel auf Hlozek, der zur erneuten Führung der TSG führte.
Undav vergibt Großchance zum Ausgleich
In den ersten beiden Saisonspielen hatte Hoffenheim Führungen gegen Köln und Dortmund noch aus der Hand gegeben. Diesmal brachten die Kraichgauer den Vorsprung über die Zeit. Entscheidenden Anteil daran hatte eine vergebene Großchance der Stuttgarter: Undav tauchte frei vor dem Tor auf, legte den Ball jedoch noch einmal quer, und das Abspiel misslang.
So blieb es beim 2:1, das Hoffenheim den ersehnten ersten Sieg einbringt und Stuttgart eine Woche mit maximaler Punktausbeute verwehrt.
Hoffenheims Befreiungsschlag nach schwierigem Saisonstart
Der Erfolg der TSG 1899 Hoffenheim gegen den VfB Stuttgart kommt zu einem wichtigen Zeitpunkt. Nach zwei zuvor verlorenen Ligaspielen verschafft der erste Sieg der neuen Spielzeit dem Team spürbare Luft im Tabellenkeller und stärkt das Vertrauen in die eigene Spielidee. Besonders die Art des Erfolgs – mit effektiv ausgespielten Kontern und hoher Effizienz im Abschluss – dürfte intern als Bestätigung dienen, dass die Mannschaft auch gegen spielstarke Gegner bestehen kann.
Für Stuttgart bedeutet die Niederlage hingegen einen Dämpfer nach einer insgesamt positiven Woche. Der überzeugende Champions-League-Auftakt gegen Viking Stavanger und der Heimsieg gegen Köln hatten den Eindruck einer gefestigten Frühform vermittelt. Dass die Schwaben nun im Landesduell trotz überlegenem Ballbesitz und eigener Chancen leer ausgehen, zeigt die weiterhin hohe Bedeutung von Umschaltmomenten und Präzision im letzten Drittel der Bundesliga. Die Verletzung von Mittelfeldlenker Angelo Stiller verstärkt die Sorgen, weil seine Rolle im zentralen Spielaufbau schwer zu ersetzen ist.
Bedeutung für Tabellenbild und Saisonverlauf
Am dritten Spieltag ist die Tabelle noch eng, dennoch markieren solche frühen Partien oft Tendenzen. Hoffenheim meldet sich mit dem Erfolg zurück im Kampf um das gesicherte Mittelfeld und vermeidet den psychologischen Druck einer längeren sieglosen Serie. Doppelpacker Adam Hlozek unterstreicht seinen Stellenwert als zentrale Offensivkraft, was auch die taktischen Optionen des Trainerteams erweitert.
Beim VfB dürfte der Fokus nun darauf liegen, defensiv stabiler gegen Konter zu agieren und im Angriff die zuletzt gezeigte Wucht konstanter auf den Platz zu bringen. Der Fehlschuss von Deniz Undav in einer Großchance steht sinnbildlich für die verpasste Möglichkeit, ein insgesamt ordentliches Auswärtsspiel zu belohnen. Für die Fans beider Clubs macht das Ergebnis deutlich, wie früh in der Saison einzelne Spiele über Stimmung, Selbstvertrauen und Erwartungshorizont entscheiden können.
