US-Zölle gegen China: Trump-Regierung verschiebt zusätzliche Abgaben erneut
Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 01:24 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie bis November ausgesetzten zusätzlichen US-Zölle auf chinesische Waren werden nach Angaben von US-Finanzminister Scott Bessent um weitere zwei Monate aufgeschoben.
Entscheidung während Xi-Besuchs
Bessent sagte dies dem Sender Fox News zu Beginn des dreitägigen Staatsbesuchs des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Washington. Damit bleibt die bisherige Aussetzung der zusätzlichen Abgaben zunächst bestehen.
Handelskonflikt bleibt ungelöst
Der neue Aufschub verlängert die Verhandlungspause zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt. Eine dauerhafte Einigung über die Handelsbeziehungen ist damit nicht verbunden.
Gespräche über weitere Streitpunkte
Der Besuch Xi Jinpings findet vor dem Hintergrund anhaltender Spannungen zwischen Washington und Peking statt. Neben Zöllen geht es bei den Gesprächen auch um die weitere wirtschaftliche Zusammenarbeit und die strategischen Beziehungen beider Länder.
Ein Moratorium mit begrenzter Wirkung
Der erneute Aufschub verlängert die Atempause im Handelskonflikt zwischen den USA und China. Die zusätzlichen US-Zölle bleiben damit zunächst ausgesetzt; zugleich verschiebt sich die Entscheidung über ihre Anwendung erneut. Für Unternehmen bedeutet das kurzfristig mehr Planbarkeit bei Lieferverträgen, Preisen und Lagerbeständen, aber keine dauerhafte handelspolitische Sicherheit.
Der Zeitpunkt bindet die Zollfrage unmittelbar an den dreitägigen Staatsbesuch Xi Jinpings in Washington. Neben Zöllen stehen nach der aktuellen Gesprächsagenda seltene Erden, Exportkontrollen, Künstliche Intelligenz und die Stabilität der bilateralen Beziehungen im Mittelpunkt. Die Handelsruhe soll nach den vorliegenden Berichten Anfang November auslaufen, weshalb die nun angekündigte Verlängerung als Zeitgewinn für weitere Verhandlungen einzuordnen ist.
Folgen für Europa und Verbraucher
Eine Verschärfung der US-Zölle könnte chinesische Waren verteuern und Lieferströme verändern. Für europäische Unternehmen wäre entscheidend, ob chinesische Exporte stärker auf den EU-Markt gelenkt würden und ob der Zugang zu seltenen Erden verlässlich bleibt. Eine Verlängerung des Moratoriums würde diese Risiken zunächst dämpfen, die strukturellen Gegensätze zwischen Washington und Peking jedoch nicht lösen.
Für Verbraucher in Deutschland sind unmittelbare Preisänderungen nicht automatisch zu erwarten, weil die Wirkung von Wechselkursen, Lieferverträgen und der konkreten Ausgestaltung der ausgesetzten Zölle abhängt. Maßgeblich bleibt, ob aus dem Aufschub eine längerfristige Vereinbarung entsteht oder lediglich die nächste Verhandlungsfrist erreicht wird.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
tagesschau: „Xi in den USA: Trump und Chinas Staatschef vor schwierigen Gesprächen“ (23.09.2026)
Der Bericht ordne den Zollaufschub in den ersten Staatsbesuch Xi Jinpings in den USA seit mehr als zehn Jahren ein und hebe die zahlreichen Konfliktfelder zwischen beiden Ländern hervor. Er bestätige die ausgesetzten Zölle bis Anfang November und betone, dass China auf eine Verlängerung des Moratoriums hoffe; zugleich stelle er seltene Erden, Exportkontrollen und Künstliche Intelligenz als zentrale Streitpunkte heraus.
Euronews: „Gipfel Trump–Xi: Warum für Europa so viel auf dem Spiel steht“ (23.09.2026)
Der Artikel bestätige, dass die Zollruhe Anfang November auslaufe, und rücke stärker die Folgen für Europa in den Mittelpunkt. Er beschreibe mögliche Zollsenkungen und Gespräche über seltene Erden sowie eine mögliche KI-Hotline, betone aber zugleich, dass europäische Interessen bei den Verhandlungen nur begrenzt unmittelbar vertreten seien.
Beide Berichte stellten den Aufschub als Teil eines größeren Verhandlungsprozesses dar; offen bleibe, ob daraus eine dauerhafte Handelsvereinbarung oder nur eine weitere befristete Verlängerung entstehe.
