Manuela Schwesig: SPD-Frauen werfen CDU Sexismus vor
Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSWinkels Äußerungen beim JU-Deutschlandtag
- Johannes Winkel griff Manuela Schwesig beim Deutschlandtag der Jungen Union in Bonn an.
- Winkel stellte Schwesigs früheren Einsatz für Nord Stream 2 mit dem Vorwurf einer Einflussnahme Russlands in Verbindung.
- Die CDU hatte Schwesigs Kritik am Umgang mit Bärbel Bas zurückgewiesen.
SPD-Frauen verteidigen Manuela Schwesig
Die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen hat die Attacken der CDU gegen Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig scharf kritisiert. Bundesvorsitzende Carmen Wegge warf der Union vor, aus Angst vor starken SPD-Frauen persönlich gegen Schwesig vorzugehen.
Wegge spricht von Sexismus
Wenn Frauen Macht hätten, würden ihnen laut Wegge häufig Kompetenz und Glaubwürdigkeit abgesprochen oder ihr Ton kritisiert. Bei Männern werde ein vergleichbares Auftreten als Führungsstärke bewertet.
Das sei kein Ausrutscher, sondern „Sexismus mit System“, sagte Wegge dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die Frauen in der SPD ließen sich davon nicht einschüchtern.
Streit über Bärbel Bas
Hintergrund der Auseinandersetzung sind Äußerungen Schwesigs zum Umgang der Union mit der nach dem Tod ihrer Stieftochter zurückgetretenen Arbeitsministerin Bärbel Bas. CDU-Politiker hatten Schwesigs Vorwurf zurückgewiesen, die Union sei dabei unmenschlich vorgegangen.
Winkel attackiert Schwesig
Johannes Winkel warf Schwesig beim Deutschlandtag der Jungen Union in Bonn in Anspielung auf ihren früheren Einsatz für die deutsch-russische Pipeline Nord Stream 2 vor, sie habe sich von Russland kaufen lassen.
Winkel sagte, man lasse sich von Schwesig nicht belehren, wenn es um Anstand und Haltung in der deutschen Politik gehe. Zudem warf die Union Schwesig im Wahlkampf als „Frau gegen Blau“ eine scharfe politische Auseinandersetzung vor.
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Der Streit um Manuela Schwesig verbindet zwei politische Konfliktlinien: den Umgang mit der SPD nach dem Rücktritt von Bärbel Bas und die Aufarbeitung von Schwesigs früherer Unterstützung für Nord Stream 2. Beim Deutschlandtag der Jungen Union in Bonn griff Johannes Winkel die Ministerpräsidentin persönlich an und stellte ihre politische Haltung zu Russland infrage. Damit verschiebt sich die Auseinandersetzung von Sachfragen auf die persönliche Ebene.
Die Reaktion der SPD-Frauen ordnet diese Angriffe in eine breitere Debatte über geschlechtsspezifische politische Kommunikation ein. Carmen Wegge kritisiert, dass Frauen in Machtpositionen häufiger über Ton, Glaubwürdigkeit oder persönliche Eigenschaften bewertet würden, während vergleichbares Auftreten bei Männern als Führungsstärke gelte. Der Vorwurf des Sexismus richtet sich damit nicht nur gegen eine einzelne Äußerung, sondern gegen ein wiederkehrendes Muster politischer Auseinandersetzungen.
Streit in der Koalition
Die Kontroverse fällt in eine angespannte Phase der schwarz-roten Zusammenarbeit. Die Debatte über den Umgang mit Bärbel Bas, die gegenseitigen Vorwürfe und der Streit über politische Haltung erschweren eine sachliche Verständigung zwischen Union und SPD. Für Schwesig erhöht der Konflikt zugleich den Druck im eigenen Landesverband und in der Bundespartei. Offen bleibt, ob die Auseinandersetzung auf einzelne Reden begrenzt bleibt oder die Zusammenarbeit zwischen den Parteien weiter belastet.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
tagesschau: „Winkel wurde als Vorsitzender der Jungen Union wiedergewählt“ (16.10.2026)
Der Beitrag bestätigt den Angriff Johannes Winkels auf Manuela Schwesig beim Deutschlandtag der Jungen Union und stellt ihn in den Zusammenhang seiner Wiederwahl. Im Mittelpunkt stehen dabei die Russland- und Nord-Stream-2-Vorwürfe sowie Winkels Zurückweisung von Schwesigs Kritik am Umgang mit Bärbel Bas.
WDR: „Wüst fordert Bundesregierung auf, sich zusammenzureißen - WDR“ (17.10.2026)
Der WDR greift den Angriff ebenfalls auf, bettet ihn jedoch stärker in die Debatten des JU-Deutschlandtags und die Spannungen in der Bundesregierung ein. Der Schwerpunkt liegt damit weniger auf dem Sexismusvorwurf der SPD-Frauen als auf dem innerkoalitionären Streit und den politischen Erwartungen an die Union.
Übereinstimmend wird Winkels persönlicher Angriff auf Schwesig als Teil des Deutschlandtags dokumentiert. Unterschiedlich fällt die Gewichtung aus: Während die dts-Meldung die Reaktion der SPD-Frauen hervorhebt, ordnen die anderen Beiträge den Vorgang vor allem in die Auseinandersetzung über Koalition, Nord Stream 2 und politische Haltung ein.
