Arbeitsmarkt

Koalitionsgipfel: Einigung bei Bürgergeld, Rente und Verkehr

09.10.2025 - 09:53:27 | dts-nachrichtenagentur.de

Die schwarz-rote Koalition hat sich bei ihrem Koalitionsgipfel auf mehrere Reformen in den Bereichen Bürgergeld, Rente und Verkehrsinvestitionen geeinigt.

Pressekonferenz nach Koalitionsausschuss am 09.10.2025 - Bild: über dts Nachrichtenagentur
Pressekonferenz nach Koalitionsausschuss am 09.10.2025 - Bild: über dts Nachrichtenagentur
Das teilten die Koalitionsspitzen am Donnerstag in Berlin mit. Unter anderem verständigte sich die Koalition auf drastische Verschärfungen beim Bürgergeld. Dadurch solle daraus eine "neue Grundsicherung" werden, sagte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Demnach sollen bei einem ersten unentschuldigten Verpassen eines Termins im Jobcenter die Leistungen direkt um 30 Prozent gekürzt werden.

Bisher waren in einem solchen Fall nur zehn Prozent möglich. Bei einem zweiten Versäumnis werden weitere 30 Prozent gestrichen. Im dritten Fall gibt es gar keine Zahlungen mehr, auch nicht für die Miete. Zudem sollen Arbeitslose, die sich auf eine bestimmte Stelle nicht bewerben, sofort 30 Prozent weniger bekommen. Bei "grundloser Verweigerung" eines Jobangebots können alle Geldleistungen gestrichen werden. Allerdings gibt das Bundesverfassungsgericht die Grenze vor, dass solche Totalsanktionen zeitlich begrenzt sein müssen und nur gelten dürfen, solange das konkrete Jobangebot besteht. Weiter konnte man sich auf den Beginn der sogenannten Aktivrente einigen. "Die Aktivrente wird zum 1.1.2026 starten", sagte der Bundeskanzler. Für nicht-selbstständige Tätigkeiten ab Erreichen der Regelaltersgrenze soll es dann einen Zusatz zum Steuerfreibetrag von 2.000 Euro geben. Außerdem kündigte Merz den Start der Rentenkommission an. Man werde sie noch in diesem Jahr besetzen. Er erwarte von der Kommission bis Ende nächsten Jahres Ergebnisse, so Merz. Bei bereits geplanten Verkehrsausbauprojekten werde man "alle Finanzierungsmöglichkeiten ausschöpfen", sagte der Kanzler weiter. Die Finanzierung aller begonnenen Verkehrsprojekte sei damit gesichert. Zudem soll Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) drei Milliarden Euro mehr für neue Straßen erhalten. Ursprünglich hatte Schnieder 15 Milliarden gefordert. Nach zwei Jahren solle dann geprüft werden, ob die Mittel ausreichen, so Merz. In der Diskussion um das Verbrenner-Aus gab es dagegen offenbar keine Einigung. Für Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen soll es lediglich eine Prämie für E-Autos und andere Wagen ohne CO2-Ausstoß geben. Dafür stehen drei Milliarden zur Verfügung.

de | politik | 68257947 |

Weitere Meldungen

Fahimi verteidigt Rolle der Gewerkschaften in Reformdebatte Yasmin Fahimi, Chefin des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), wehrt sich gegen Kritik an der Rolle der Gewerkschaften in der aktuellen Reformdebatte - und macht den Arbeitgebern harsche Vorwürfe."Zu sagen, dass Gewerkschaften in diesem Land nicht kompromissbereit wären, ist an Lächerlichkeit nicht zu überbieten", sagte Fahimi dem Nachrichtenportal T-Online. (Politik, 01.07.2026 - 10:31) weiterlesen...

Widerstand in Union gegen Steuerpläne der SPD In der Union regt sich Widerstand dagegen, die geplante Steuerreform zur Entlastung kleinerer und mittlerer Einkommen bereits beim Koalitionsausschuss am Mittwoch auf den Weg zu bringen.In Teilen von CDU und CSU wird darauf verwiesen, dass zunächst verfassungsrechtlich zwingende Anpassungen und die Finanzierbarkeit weiterer Entlastungen zu klären seien, berichtet die "Welt". (Politik, 01.07.2026 - 05:00) weiterlesen...

Fachkräftelücke in Deutschland sinkt um fast acht Prozent Die anhaltende Wirtschaftsschwäche hat die Fachkräftelücke am deutschen Arbeitsmarkt deutlich verkleinert. (Wirtschaft, 01.07.2026 - 00:18) weiterlesen...

Bauernverband warnt vor Ende beitragsfreier Minijobs Kurz vor dem Koalitionsausschuss an diesem Mittwoch warnt der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, vor den Folgen der im Rahmen der Rentenreform geplanten Abschaffung beitragsfreier Minijobs.Das berichtet die "Rheinische Post" in ihrer Mittwochausgabe. (Politik, 01.07.2026 - 00:17) weiterlesen...

SoVD kritisiert Bürgergeld-Reform als Risiko für Zusammenhalt Der Sozialverband Deutschland (SoVD) hat die ab 1. (Politik, 01.07.2026 - 00:00) weiterlesen...

Wüst warnt vor Reformstau Vor dem Koalitionsausschuss an diesem Mittwoch hat NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) Union und SPD im Bund aufgerufen, Handlungsfähigkeit zu zeigen und mit konkreten Ergebnissen das Vertrauen der Bürger in den Staat wieder zu stärken."Es steht auf dem Spiel, dass die Menschen das Vertrauen in die Politik, in die Handlungsfähigkeit des demokratischen Staates immer weiter verlieren", sagte Wüst in einem Podcast des "Redaktionsnetzwerks Deutschland". (Politik, 30.06.2026 - 11:26) weiterlesen...