Bundespräsidentenwahl, CDU/CSU

Unions-Frauen dringen auf Bundespräsidentin als Kandidatin

Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 13:19 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Die Frauen in der Unionsfraktion drängen auf eine Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten und stellen damit die bislang ausschließlich männliche Besetzung des höchsten Staatsamtes in Frage. Ihre Forderung richtet sich unmittelbar an die eigene Partei, der bei der anstehenden Wahl eine Schlüsselrolle zukommt.

Unions-Frauen bestehen auf Kandidatin für Amt des Bundespräsidenten
Standarte des Bundespräsidenten (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Die Frauen in der Unionsfraktion im Bundestag dringen auf eine weibliche Kandidatur für das Amt des Bundespräsidenten und stellen klar, dass sie eine Bundespräsidentin ausdrücklich begrüßen. Die Gruppe verweist dabei auf die lange Tradition ausschließlich männlicher Amtsinhaber und hält diese Praxis für nicht mehr akzeptabel.

Forderung der Unions-Frauen

Mechthild Heil (CDU), Vorsitzende der Gruppe der Frauen in der Unionsfraktion, kritisiert, dass Frauen seit 77 Jahren keinen Zugang zum höchsten Amt im Staat erhalten haben. Nach ihrer Einschätzung ist dieses Verhalten mit den Erwartungen der Gesellschaft nicht mehr vereinbar. Zugleich betont sie, dass eine Reihe von Bundespräsidenten seit 1949 sehr unterschiedlich erfolgreich agiert hat und nicht das Geschlecht über Erfolg oder Misserfolg entscheidet.

Begründung und Zielsetzung

Heil macht deutlich, dass sie die Kandidatur einer Frau als Bundespräsidentin ausdrücklich begrüßt und damit ein klares Signal für eine stärkere Repräsentanz von Frauen in Spitzenämtern setzen will. Ihre Stellvertreterin Anja Weisgerber (CSU) bezeichnet die Aussicht auf eine Bundespräsidentin als starkes und überfälliges Zeichen. Nach ihrer Darstellung sollen bei der Wahl jedoch Kompetenz, Erfahrung und Persönlichkeit entscheidend sein und nicht allein die Frage des Geschlechts.

Potenzielle Kandidatinnen aus Sicht der Gruppe

Weisgerber verweist auf viele aus ihrer Sicht hervorragend geeignete Frauen, die die genannten Voraussetzungen für das Amt erfüllen. Beide Politikerinnen machen damit deutlich, dass sie die Debatte über eine weibliche Kandidatur nicht als rein symbolische Forderung verstehen, sondern auf eine konkrete Auswahl qualifizierter Persönlichkeiten zielen. Die Gruppe der Frauen (GdF) umfasst alle 47 Parlamentarierinnen von CDU und CSU im Bundestag und ist eine von sechs soziologischen Gruppen innerhalb der Unionsfraktion.

Rolle der Union bei der Wahl

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte bereits im ARD-Sommerinterview seine Sympathie für die Kandidatur einer Frau bekundet. Zugleich unterstrich er, dass angesichts der Aufgaben des Staatsoberhauptes die Persönlichkeit wichtiger sei als das Geschlecht. Aufgrund der aktuellen Mehrheitsverhältnisse kommt der Union bei der anstehenden Wahl im Februar eine zentrale Rolle zu, weil sie maßgeblich beeinflussen kann, welche Kandidatin oder welcher Kandidat in der Bundesversammlung eine realistische Erfolgschance hat.

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Die Forderung der Unions-Frauen nach einer weiblichen Kandidatur für das Amt des Bundespräsidenten fällt in eine Phase, in der Geschlechtergerechtigkeit in politischen Spitzenämtern verstärkt diskutiert wird. Seit Bestehen der Bundesrepublik gab es ausschließlich männliche Staatsoberhäupter, obwohl Frauen seit Jahrzehnten zentrale Funktionen in Regierung, Parlamenten und Parteien wahrnehmen. Die Gruppe der Frauen in der Unionsfraktion knüpft daran an und macht deutlich, dass aus ihrer Sicht die bisherige Praxis nicht mehr zeitgemäß ist.

Historischer Hintergrund und parteipolitische Dimension

Die Bundesversammlung wählt den Bundespräsidenten beziehungsweise die Bundespräsidentin, wobei die Mehrheitsverhältnisse der Parteien und Ländervertreter eine entscheidende Rolle spielen. Der Hinweis auf die zentrale Bedeutung der Union bei der Auswahl eines aussichtsreichen Kandidaten oder einer Kandidatin verdeutlicht, dass die Debatte innerhalb von CDU und CSU eine besondere Relevanz hat. Die Gruppe der Frauen setzt damit ein parteiinternes Signal, das über das reine Symbol einer Frau im Amt hinausgeht und auf die grundsätzliche Frage zielt, wie Repräsentation von Frauen in höchsten Staatsämtern ausgestaltet wird.

Bedeutung für das politische System und mögliche Folgen

Die Aussagen der Vorsitzenden Mechthild Heil und ihrer Stellvertreterin Anja Weisgerber verbinden den Wunsch nach einer Bundespräsidentin ausdrücklich mit Anforderungen an Kompetenz, Erfahrung und Persönlichkeit. Damit wird klar, dass es nicht um eine rein symbolische Personalentscheidung geht, sondern um die Öffnung eines bislang männlich dominierten Amtes für qualifizierte Frauen. Sollte sich die Union tatsächlich auf eine Frau als Kandidatin verständigen, könnte dies die politische Kultur beeinflussen, anderen Parteien zusätzliche Anreize geben, eigene Kandidatinnen zu prüfen und die öffentliche Debatte über Rollenbilder in der Spitzenpolitik verstärken.

Ausblick auf die anstehende Wahl

Mit Blick auf die für Februar vorgesehene Wahl erhöht die Positionierung der Unions-Frauen den innerparteilichen Druck, frühzeitig geeignete Persönlichkeiten zu identifizieren und die Frage des Geschlechts nicht nur als Nebenaspekt zu behandeln. Unabhängig davon, ob am Ende eine Frau oder ein Mann kandidiert, dürfte die Diskussion innerhalb der Union und in der Öffentlichkeit dazu beitragen, die Kriterien für das Amt des Staatsoberhaupts transparenter zu machen und den Anspruch zu unterstreichen, dass höchste Staatsämter grundsätzlich Frauen wie Männern offenstehen.

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