Iran, Proteste

Bundesregierung pocht auf Ende der Gewalt im Iran

12.01.2026 - 11:50:33

Die Bundesregierung pocht auf ein Ende des gewaltsamen Vorgehens des Regimes im Iran gegen Demonstranten."Die Lage im Iran ist zutiefst besorgniserregend", sagte der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille am Montag in Berlin.

"Menschen aus allen Teilen des Landes demonstrieren friedlich für Freiheit und für ein besseres Leben in ihrem Land." Für den Mut, mit dem diese Menschen "der unverhältnismäßig brutalen Gewalt iranischer Sicherheitskräfte widerstehen", gebühre ihnen größte Anerkennung. "Der Bundeskanzler ruft die iranische Führung auf, ihre Bevölkerung zu schützen, statt sie zu bedrohen."

Die Gewalt, die die Führung in Teheran gegen das eigene Volk richte, verurteile man "auf das Schärfste", so Hille. "Diese Gewalt ist kein Ausdruck von Stärke, sondern sie ist ein Ausdruck von Schwäche. Diese Gewalt muss enden." Der Regierungssprecher bekräftigte zudem, dass sich die Bundesregierung auf EU-Ebene weiter für eine Terrorlistung der iranischen Revolutionsgarden einsetzt.

Über ein mögliches Eingreifen des US-Militärs in der aktuellen Situation wollte Hille auf Anfrage der dts Nachrichtenagentur nicht spekulieren. US-Medien hatten zuvor berichtet, dass US-Präsident Donald Trump derzeit offenbar eine Reihe möglicher militärischer Optionen erwägt. Bodentruppen im Iran sollen demnach aber nicht vorgesehen sein.

Die Zahl der Todesopfer im Zuge der nunmehr seit 15 Tagen andauernden Protestwelle im Iran ist unterdessen nach Angaben von Menschenrechtlern weiter deutlich gestiegen. Nach Angaben der Gruppierung "Human Rights Activists in Iran" (HRA) sollen mindestens 544 Todesfälle während der Proteste bestätigt worden sein. Mehr als 10.600 Personen wurden laut HRA festgenommen.

@ dts-nachrichtenagentur.de

Weitere Meldungen

Nouripour will von Merz mehr Solidarität mit Demonstranten im Iran Der grüne Bundestagsvizepräsident Omid Nouripour fordert von der Bundesregierung mehr Solidarität mit den Protestierenden im Iran - und auch mehr Engagement der deutschen Zivilgesellschaft."Warum empfängt der Bundeskanzler nicht iranische Aktivistinnen, die für ihre Rechte einstehen? Macron hat sie im Élysée empfangen, die Ampelregierung hat das auch getan", sagte Nouriour der Wochentaz."Wenn dieses Regime die Legitimität verloren hat, wie die Bundesregierung sagt, was hält sie dann noch davon ab, Frauenrechtlerinnen zu treffen?", so Nouripour weiter. (Politik, 16.01.2026 - 11:24) weiterlesen...

Israelische Experten rechnen mit neuer Protestwelle im Iran Israelische Experten rechnen damit, dass die Proteste im Iran trotz der massiven Gegenmaßnahmen der Staatsführung weitergehen werden. (Boerse, 15.01.2026 - 15:30) weiterlesen...

Weber schlägt EU-Botschaften in Teheran als Schutzräume vor Die noch verbliebenen Botschaften der EU-Staaten im Iran sollen nach dem Willen von EVP-Chef und CSU-Vize Manfred Weber verfolgten Iranern Zuflucht gewähren. (Sonstige, 14.01.2026 - 14:43) weiterlesen...

EU-Parlamentspräsidentin fordert Unterstützung für Regimesturz im Iran EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola fordert von den Regierungen der EU-Staaten eine deutlich stärkere Unterstützung für die Proteste gegen die Staatsführung im Iran. (Boerse, 14.01.2026 - 10:30) weiterlesen...

Bericht: Proteste im Iran nehmen nach staatlicher Repression ab Nach den schweren Unruhen und landesweiten Aufständen im Iran sind die Proteste einem Bericht zufolge deutlich abgeflacht. (Boerse, 14.01.2026 - 10:24) weiterlesen...

Röttgen begrüßt Trumps Strafzölle gegen Handelspartner des Iran Der Außenpolitiker Norbert Röttgen (CDU) hat die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, gegen Handelspartner des Iran Strafzölle zu verhängen, begrüßt. (Ausland, 13.01.2026 - 20:25) weiterlesen...