Berlin, Koalitionsverhandlungen

Berlin: Grüne stimmen mit 43 von 45 Stimmen für Koalitionsgespräche

Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 21:32 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Die Berliner Grünen haben sich mit großer Mehrheit für Gespräche mit SPD und Linken entschieden. Vor einem möglichen Start der Verhandlungen muss noch die Linke auf ihrem Parteitag zustimmen.

Berliner Dreierbündnis erhält größeren Mehrheitspuffer

  • Auf dem Landesausschuss votierten 43 von 45 Grünen-Delegierten für Koalitionsverhandlungen.
  • Werner Graf verwies auf Radwege, Bus und Bahn sowie die Prüfung einer Verpackungssteuer.
  • Die Linke entscheidet am 31. Oktober über eine Einladung von SPD und Grünen.
Grünen-Logo (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Berliner Grüne stimmen für Gespräche mit SPD und Linken

Die Berliner Grünen haben sich am Montagabend für die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen mit SPD und Linken ausgesprochen. Auf einem Landesausschuss votierten 43 von 45 Delegierten für ein rot-grün-rotes Bündnis, zwei stimmten dagegen.

Graf verweist auf grüne Vorhaben

Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf sprach von „heftigen Wochen“, die hinter den Beteiligten lägen. Zugleich verwies er auf mehrere Vorhaben im Sondierungspapier, darunter den Ausbau der Radwege, Investitionen in Bus und Bahn und die Prüfung einer Verpackungssteuer.

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Linke entscheidet Ende Oktober

Zuvor hatte sich bereits der Berliner SPD-Landesvorstand für Koalitionsgespräche mit Grünen und Linken ausgesprochen. Die Linke will am 31. Oktober auf einem Parteitag darüber abstimmen, ob sie die beiden Parteien zu Koalitionsverhandlungen einlädt.

Sondierungspapier als Grundlage

Die drei Gesprächspartner hatten am Wochenende ihre Vorgespräche beendet und ein gemeinsames Sondierungspapier vorgestellt. Es sieht unter anderem die Vergesellschaftung von Wohnungsunternehmen mit mehr als 10.000 Wohnungen, den Ausbau der Radwege und ein günstigeres Sozialticket im öffentlichen Nahverkehr vor.

91 Sitze für mögliches Bündnis

Die angestrebte Dreierkoalition hätte im neuen Berliner Abgeordnetenhaus 91 Sitze und damit 14 mehr als die absolute Mehrheit. Eine Koalition aus CDU, Grünen und SPD käme dagegen auf einen Abstand von zwei Sitzen zur absoluten Mehrheit.

Die Entscheidung der Berliner Grünen ist ein weiterer formaler Schritt auf dem Weg zu einer möglichen rot-grün-roten Landesregierung. Nach dem Votum des SPD-Landesvorstands liegt der Ball nun bei der Linken, die am 31. Oktober auf einem Parteitag über eine Einladung zu Koalitionsverhandlungen entscheiden will.

Inhaltlich bildet das am Wochenende vorgestellte Sondierungspapier die gemeinsame Grundlage. Zu den genannten Vorhaben gehören die Vergesellschaftung großer Wohnungsunternehmen mit mehr als 10.000 Wohnungen, der Ausbau der Radwege und ein günstigeres Sozialticket. Damit berührt das Papier zentrale Berliner Konfliktfelder: Wohnraum, Verkehr und soziale Entlastung.

Mehrheit und Verhandlungsspielraum

Die angestrebte Dreierkoalition käme auf 91 Sitze und damit auf einen deutlich größeren Abstand zur absoluten Mehrheit als ein mögliches Bündnis aus CDU, Grünen und SPD. Die komfortablere rechnerische Mehrheit kann die Verhandlungsposition der drei Parteien stärken, ersetzt aber keine Einigung über Inhalte, Ressortzuschnitte und die konkrete Umsetzung der Vorhaben.

Für die Berliner Grünen stehen dabei eigene Projekte wie Radwegeausbau, Investitionen in Bus und Bahn sowie die Prüfung einer Verpackungssteuer im Mittelpunkt. In den Koalitionsgesprächen dürfte es deshalb nicht nur um die grundsätzliche Regierungsbildung, sondern auch um Prioritäten, Finanzierung und den Zeitplan einzelner Maßnahmen gehen.

Nächster formaler Schritt

Die Linke soll am 31. Oktober über die Einladung von SPD und Grünen entscheiden. Erst danach kann der mögliche Beginn von Koalitionsverhandlungen zwischen allen drei Parteien konkret werden.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau: „Linke, Grüne und SPD verkünden Durchbruch bei Sondierungen“ (17.10.2026)

Der Beitrag beschreibt die Einigung der drei Parteien auf ein Sondierungspapier und nennt Koalitionsverhandlungen Anfang November als möglichen nächsten Schritt. Damit bestätigt er die gemeinsame Grundlage, setzt den Schwerpunkt aber stärker auf den zeitlichen Ablauf.

Deutschlandfunk: „Regierungsbildung in Berlin - Linke, Grüne und SPD erzielen Einigung bei Sondierungsgesprächen“ (18.10.2026)

Der Bericht hebt hervor, dass die Parteigremien die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen empfehlen. Im Mittelpunkt steht damit wie bei der Meldung der Übergang von den Sondierungen zu formellen Gesprächen; offen bleibt die Entscheidung der Linken am 31. Oktober.

Beide Beiträge ordnen die Berliner Einigung als Vorbereitung von Koalitionsverhandlungen ein. Die aktuelle Entscheidung der Grünen und das noch ausstehende Votum der Linken markieren die entscheidenden nächsten Stationen.

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