Berlin-Wahl 2026, SPD und Linke

Berlin-Bündnis: CDU droht SPD mit Folgen für die Bundeskoalition

Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Die Berliner CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann stellt eine mögliche rot-grün-rote Landesregierung in Berlin in direkten Zusammenhang mit der Zusammenarbeit von Union und SPD im Bund. Sie kritisiert den Umgang mit Antisemitismus, Clan-Kriminalität und Terrorunterstützern.

CDU droht SPD bei Links-Bündnis in Berlin mit Reaktionen
Linken-Wahlparty (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann warnt die SPD vor Belastungen für die schwarz-rote Koalition im Bund, sollte die Partei in Berlin ein Bündnis mit der Linken und den Grünen eingehen. Ein solches Bündnis würde nach ihren Worten das Klima in der Koalition verändern und Reaktionen auslösen.

Hoppermann sagte der „Rheinischen Post“, ein gemeinsames Gedenken von Union und SPD an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar im Bundestag wäre für viele in der Union dann nicht mehr ehrlich möglich.

CDU kritisiert Berliner Koalitionsoption

Als „unerträglich“ bezeichnete Hoppermann, dass Juden in Berlin 90 Jahre nach dem Holocaust wieder Angst haben müssten. Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland habe dazu klare Worte gefunden.

SPD und Grüne müssten sich entscheiden, welchen Weg sie gehen wollten, sagte die CDU-Generalsekretärin. Es gebe eine andere Mehrheit mit der Union, während SPD und Grüne klären müssten, ob sie sich zu „Steigbügelhaltern von linken Extremisten“ machen wollten.

Streit über Antisemitismus und Sicherheit

Hoppermann betonte, es dürfe keinen Unterschied machen, ob Antisemitismus von rechts oder von links komme. Wenn die Benennung von Clan-Kriminalität als Rassismus bezeichnet und zugleich Terrorunterstützern der rote Teppich ausgerollt werde, gebe es zusätzlich ein rechtsstaatliches Problem.

Die Berliner SPD hat ebenso wie die Grünen und die Linke Sondierungsgesprächen über eine mögliche Zusammenarbeit zugestimmt. Die Linke war bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus stärkste Kraft geworden; neben einem Bündnis aus Linken, Grünen und SPD ist auch eine Koalition von CDU, SPD und Grünen rechnerisch möglich.

Die Berliner SPD hat nach der Abgeordnetenhauswahl Sondierungen mit der Linken und den Grünen zugestimmt. Auch die beiden anderen Parteien haben sich grundsätzlich für Gespräche ausgesprochen. Damit ist ein rot-grün-rotes Bündnis rechnerisch und politisch als mögliche Regierungsoption eröffnet, eine Koalitionsvereinbarung gibt es jedoch noch nicht.

Die Linke wurde bei der Wahl mit 25,7 Prozent stärkste Kraft, vor CDU, AfD, Grünen und SPD. Da nur Dreierbündnisse über eine Mehrheit verfügen, stehen neben Rot-Grün-Rot auch Gespräche über ein Bündnis aus CDU, SPD und Grünen im Raum. Die CDU droht der SPD nun mit Belastungen für die Bundeskoalition, falls sie sich in Berlin mit der Linken und den Grünen zusammenschließt.

Antisemitismus und innere Sicherheit als zentrale Streitpunkte

In den Sondierungen dürften Fragen zum Umgang mit Antisemitismus, zur Sicherheitspolitik und zu Kontakten einzelner Linken-Politiker eine wichtige Rolle spielen. Die Berliner Linke hat Fehler im Umgang mit israelkritischen Äußerungen eingeräumt und zugleich zugesichert, jüdisches Leben zu stärken und Antisemitismus zu bekämpfen.

Für SPD und Grüne geht es damit um mehr als die rechnerische Mehrheit. Sie müssen klären, ob gemeinsame Leitlinien zu Antisemitismus, organisierter Kriminalität und den Zuständigkeiten für Innen- und Justizpolitik tragfähig sind. Die CDU versucht zugleich, die Berliner Entscheidung mit der Zusammenarbeit im Bund zu verknüpfen. Hoppermanns Hinweis auf das Gedenken im Bundestag zeigt, dass der Streit auch die politische Kultur und das Vertrauen innerhalb der schwarz-roten Koalition berühren soll.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau: „Berliner SPD will mit Linken und Grünen sondieren“ (26.09.2026)

Der Beitrag bestätigt die Zustimmung aller drei Parteien zu Sondierungen und hebt die Bedingungen der Grünen sowie die Streitpunkte Antisemitismus und innere Sicherheit hervor. Anders als die dts-Meldung konzentriert er sich auf den Stand der Regierungsbildung und macht deutlich, dass Sondierungen noch keine Koalitionsverhandlungen sind.

rbb24: „Berliner Linke stimmt mehrheitlich für Sondierungen mit Grünen und SPD“ (26.09.2026)

Der rbb24-Bericht bestätigt den Parteitagsbeschluss der Linken und ordnet die Gespräche als ersten Prüfpunkt für eine mögliche Koalition ein. Einen anderen Schwerpunkt setzt er auf die innerparteiliche Debatte über Antisemitismus sowie auf die Erklärung, dass auch ein Bündnis von CDU, Grünen und SPD rechnerisch möglich bleibt.

Übereinstimmend steht damit der Beginn von Sondierungen fest. Offen bleiben die konkreten politischen Bedingungen, die Ressortverteilung und die Frage, ob SPD und Grüne die Differenzen mit der Linken über Antisemitismus und Sicherheit überwinden können.

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