DFB-Pokal, RB Leipzig

DFB-Pokal: Leipzig dreht 0:1 in Essen zum 2:1

Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 20:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
RB Leipzig geriet beim Drittligisten früh in Rückstand und spielte fast eine Halbzeit lang in Unterzahl. Zwei späte Tore von Christoph Baumgartner verhinderten das Ausscheiden und brachten den Bundesligisten ins Achtelfinale.

Baumgartner entscheidet die Partie

  • Rot-Weiss Essen ging an der Hafenstraße durch Lucas Brumme in der 9. Minute mit 1:0 in Führung.
  • Nicolas Seiwald sah kurz vor der Pause in der 44. Minute Gelb-Rot.
  • Christoph Baumgartner erzielte in der 78. und 82. Minute die beiden Leipziger Treffer.
  • Nach nicht einmal zehn Minuten ging Außenseiter Essen gegen Leipzig mit 1:0 in Führung. - Bild: Bernd Thissen/dpa
  • Kurz vor der Pause flog Nicolas Seiwald mit Gelb-Rot vom Platz. - Bild: Bernd Thissen/dpa
Nach nicht einmal zehn Minuten ging Außenseiter Essen gegen Leipzig mit 1:0 in Führung.  - Bild: Bernd Thissen/dpa Kurz vor der Pause flog Nicolas Seiwald mit Gelb-Rot vom Platz.  - Bild: Bernd Thissen/dpa

RB Leipzig dreht Pokalspiel in Essen

RB Leipzig hat beim Drittligisten Rot-Weiss Essen einen frühen Rückstand und lange Unterzahl überwunden. Der Bundesligist gewann vor 17.467 Zuschauern an der Hafenstraße mit 2:1 und zog ins Achtelfinale des DFB-Pokals ein.

Essen nutzt Leipziger Fehler

Lucas Brumme brachte den Außenseiter in der 9. Minute in Führung. Nach einem zu kurzen Rückpass von Castello Lukeba rutschte Torhüter Ørjan Nyland aus, sodass Brumme den Schlussmann umkurven und einschieben konnte.

Essen spielte zunächst mutig und hatte durch einen Freistoß von Brumme eine weitere gute Möglichkeit. Leipzig blieb offensiv blass; in der ersten Halbzeit verzeichnete die Mannschaft keinen Torschuss.

Seiwald sieht Gelb-Rot

Kurz vor der Pause verschärfte sich die Lage für den Favoriten: Nicolas Seiwald wurde in der 44. Minute mit Gelb-Rot vom Platz gestellt. Leipzig musste damit über weite Strecken in Unterzahl agieren.

Nach dem Seitenwechsel erhöhte RB trotz des personellen Nachteils den Druck. Tidiam Gomis vergab eine Chance, später parierte Essens Torhüter Jakob Golz gegen einen Flachschuss des Leipzigers.

Baumgartner wird zum Matchwinner

Christoph Baumgartner, kurz zuvor eingewechselt, verpasste zunächst per Kopf das Tor. In der 78. Minute schob er nach einer Hereingabe von Antonio Nusa zum Ausgleich ein.

Vier Minuten später drehte Baumgartner die Partie endgültig. Sein Kopfball zum 2:1 besiegelte Leipzigs Weiterkommen und beendete die Serie von fünf Auswärtsniederlagen.

Betonblockade vor dem Anpfiff

Bereits vor dem Spiel hatte ein Vorfall für Aufsehen gesorgt. Unbekannte hatten über Nacht den Zugang zum Leipziger Gästebereich einbetoniert und mit Anti-RB-Botschaften versehen; Mitarbeiter beseitigten die Blockade am Morgen.

Im Stadion äußerte die Essener Fanszene ihre Ablehnung gegenüber Leipzig mit Pfiffen und einem Banner. Die Partie verfolgten 17.467 Zuschauer an der Hafenstraße.

Das Spiel in Essen fügt sich in ein Muster ein, das die Ausgangslage vor der Partie geprägt hatte: Rot-Weiss Essen konnte auf eine starke Heimbilanz und die besondere Atmosphäre an der Hafenstraße bauen, während Leipzig zuletzt auswärts deutlich anfälliger aufgetreten war. Für den Drittligisten war der Pokalabend deshalb nicht nur ein Duell mit einem Bundesligisten, sondern auch eine Gelegenheit, die eigene Heimstärke gegen einen individuell überlegenen Gegner zu bestätigen.

Leipzigs frühe Rückstandssituation und der Platzverweis verschärften diese Konstellation. Dass die Mannschaft dennoch zurückkam, weist vor allem auf die Bedeutung der Einwechselspieler und der individuellen Qualität hin. Christoph Baumgartner veränderte die Partie innerhalb weniger Minuten und machte aus einer drohenden Überraschung einen knappen Favoritensieg.

Folgen für beide Mannschaften

Für RB Leipzig bedeutet der Einzug ins Achtelfinale sportliche Entlastung nach einer schwierigen Auswärtspartie. Der Erfolg beendet zugleich die im Spielbericht genannte Serie von fünf Auswärtsniederlagen. Essen bleibt trotz des Ausscheidens die Erkenntnis, einen Champions-League-Teilnehmer lange unter Druck gesetzt zu haben. Der Vorfall am Gästebereich und die aufgeheizte Stimmung zeigen zudem, dass das Duell über das sportliche Geschehen hinaus von erheblicher Rivalität begleitet war.

Der Pokal als Bühne für Außenseiter

Die Partie verdeutlicht die besondere Dynamik des DFB-Pokals: Ein Drittligist kann einen Favoriten durch frühes Pressing, Heimkulisse und konsequente Defensivarbeit in Bedrängnis bringen. Leipzigs Weiterkommen zeigt zugleich, dass ein Spiel auch in Unterzahl durch Anpassungen und einzelne Aktionen noch kippen kann. Im Achtelfinale wird sich zeigen, ob Baumgartners Jokerrolle erneut Gewicht erhält und ob Leipzig aus den Problemen im Spielaufbau Konsequenzen zieht.

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