DFB-Frauen gegen Australien: Wück startet WM-Saison mit Talenten im Blick
Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 11:40 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie deutschen Fußballerinnen starten mit dem Heimspiel gegen Australien in Karlsruhe in ihre WM-Saison und richten den Blick bereits auf die Weltmeisterschaft 2027 in Brasilien.
Ruhiger Auftakt vor großen Aufgaben
Vor der Partie am Freitag um 20.30 Uhr im ZDF und dem anschließenden Spiel gegen Japan am Dienstag in Bremen ist der Medienandrang beim Training in Eppelheim überschaubar. Bundestrainer Christian Wück kann seine Arbeit damit vergleichsweise ungestört fortsetzen. Größter personeller Rückschlag ist der Ausfall von Kapitänin Giulia Gwinn.
Wück verwies auf die unterschiedliche Ausgangslage zu Jürgen Klopp, der bei der Männer-Nationalmannschaft neu beginne und zunächst viele Spieler kennenlernen müsse. Bei den Frauen habe sich dagegen bereits ein Gerüst gebildet, das seit der Europameisterschaft weiterentwickelt werden solle.
Deutschland gehört zur Weltspitze
Deutschland liegt vor den Länderspielen gegen Australien und Japan auf Rang drei der FIFA-Weltrangliste. Nur Weltmeister Spanien und die USA stehen davor, Europameister England liegt hinter dem deutschen Team. Der EM-Halbfinalist von 2025 sieht darin vor allem eine Ausgangsbasis für die weitere Entwicklung.
Wück sagte, die Mannschaft habe das Vertrauen, künftig auch Spanien und England schlagen zu können. Die enttäuschende Vorrunde bei der Weltmeisterschaft 2023 in Australien, damals noch unter Martina Voss-Tecklenburg, soll dabei keine prägende Rolle mehr spielen.
Olympia als nächster Prüfstein
DFB-Direktorin Frauenfußball Nia Künzer verwies auf die jüngsten Erfolge mit Olympia-Bronze, dem EM-Halbfinale und dem zweiten Platz in der Nations League. Nach der Qualifikation für die WM solle das Team die kommenden Monate nutzen, um sich gezielt vorzubereiten. Im Frühjahr steht die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles an; für Ende November ist zudem eine Reise nach Amerika geplant.
Talente aus England im Fokus
Wück will den Kreis der Nationalspielerinnen schrittweise erweitern. Eine Chance könnte Lisa Baum erhalten. Die 19-jährige Angreiferin wechselte im Sommer für 600.000 Euro von RB Leipzig zum FC Arsenal und kommt dort in der Women’s Super League regelmäßig zum Einsatz. Insgesamt stehen sechs deutsche Spielerinnen bei englischen Clubs unter Vertrag, elf Kaderplätze entfallen auf Spielerinnen ausländischer Vereine.
Für Wück zählt dabei vor allem die Einsatzzeit. Sie sei im Fußball die wertvollste Währung, betonte der Bundestrainer. Auch Carlotta Wamser hat sich nach ihrem Wechsel von Bayer Leverkusen zu Manchester City schnell etabliert. Die Außenverteidigerin könnte wegen Gwinns Verletzung eine wichtige Rolle übernehmen.
WM-Vorbereitung mit klarer Zeitachse
Die deutschen Fußballerinnen verbinden in dieser Saison drei Ziele: Die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2027 in Brasilien ist geschafft, nun soll die Mannschaft ihre Position in der Weltspitze stabilisieren. Das Turnier findet vom 24. Juni bis 25. Juli 2027 statt. Die anstehenden Heimspiele gegen Australien und Japan liefern dafür internationale Vergleichsmöglichkeiten außerhalb des europäischen Wettbewerbs.
Bundestrainer Christian Wück setzt dabei auf ein bereits gewachsenes Gerüst und will den Kader schrittweise erweitern. Der Ausfall von Giulia Gwinn verändert vor allem die Besetzung auf der Außenbahn. Für Spielerinnen wie Carlotta Wamser und Lisa Baum eröffnet sich dadurch zugleich die Möglichkeit, sich in einem direkten Vergleich für größere Aufgaben zu empfehlen.
Spielzeit als entscheidender Faktor
Besondere Bedeutung hat die Entwicklung der elf Nationalspielerinnen bei ausländischen Vereinen. Ihre Berufung allein garantiert keinen Stammplatz im Club. Regelmäßige Einsätze sind für die Form, die taktische Entwicklung und die Chancen auf einen WM-Platz entscheidend. Das gilt auch für die sechs Spielerinnen aus der englischen Women’s Super League, die in einem besonders leistungsstarken Umfeld um Spielzeit kämpfen.
Nach der WM rückt mit der Olympia-Qualifikation für Los Angeles 2028 bereits der nächste große Wettbewerb näher. Die aktuelle Länderspielphase ist deshalb mehr als eine Standortbestimmung: Sie verbindet kurzfristige Tests mit langfristiger Kaderplanung. Ein für Ende November geplanter Amerika-Trip soll zusätzliche Erfahrungen gegen außereuropäische Gegner ermöglichen.
