Deutschlandticket steigt 2027 auf 66,80 Euro
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 15:08 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Das Deutschlandticket kostet ab dem 1. Januar 2027 monatlich 66,80 Euro statt bislang 63 Euro.
Koordinierungsrat legt neuen Preis fest
Der sogenannte Koordinierungsrat beschloss die Anhebung auf seiner Sitzung am Mittwoch, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Kreisen des Gremiums erfuhr. In dem Rat sitzen die Abteilungsleiter der Verkehrsministerien von Bund und Ländern.
Das rabattierte Jobticket kostet künftig 63,46 Euro. Für das Semesterticket werden 40,08 Euro fällig.
14,5 Millionen Menschen nutzen das Angebot
Das Deutschlandticket gilt bundesweit in Bussen und Bahnen des öffentlichen Nah- und Regionalverkehrs. Das monatlich kündbare Abo nutzen nach Angaben des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen rund 14,5 Millionen Menschen.
Bei seiner Einführung im Jahr 2024 kostete das Ticket 48 Euro. 2025 stieg der Preis auf 58 Euro, in diesem Jahr auf 63 Euro.
Preis erstmals per Formel berechnet
Der neue Abo-Preis wurde erstmals nicht politisch ausgehandelt, sondern mithilfe einer Formel berechnet. Der Preisindex bildet anhand statistischer Daten die Kostenentwicklung unter anderem bei Personal und Energie ab.
Zusätzlich berücksichtigt die Berechnung, dass die Ausgleichszahlungen von Bund und Ländern in Höhe von drei Milliarden Euro jährlich festgeschrieben sind und nicht automatisch steigen. Das Verfahren soll wiederkehrende politische Auseinandersetzungen über die Finanzierung vermeiden und Nutzern mehr Planungssicherheit geben.
Verkehrsunternehmen verweisen auf steigende Kosten
Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen erklärte, der Beschluss schaffe frühzeitig Klarheit. Fahrgäste, Verkehrsunternehmen und Verbünde könnten sich nun auf den neuen Preis einstellen.
Der Verband bezeichnete die Preiserhöhung angesichts steigender Verbraucherpreise als schmerzhaft für manche Fahrgäste. Zugleich träfen die allgemeinen Kostensteigerungen auch die Verkehrsunternehmen hart.
Einführung mit starkem Preisauftrieb
Das Deutschlandticket startete 2023 mit einem Monatspreis von 49 Euro und wurde zunächst auf 58 Euro, anschließend auf 63 Euro angehoben. Mit dem Preis von 66,80 Euro kostet das Abo ab 2027 rund 36 Prozent mehr als zum Start. Gleichzeitig bleibt es monatlich kündbar und bundesweit im Nah- und Regionalverkehr nutzbar.
Index statt jährlicher Grundsatzdebatte
Die neue Preisformel soll die Entwicklung zentraler Kosten der Verkehrsunternehmen abbilden, darunter Personal-, Energie- und Betriebskosten. Weil Bund und Länder ihre Zuschüsse von jeweils 1,5 Milliarden Euro jährlich nicht automatisch anpassen, werden Kostensteigerungen künftig stärker über den Ticketpreis weitergegeben.
Auswirkungen für Fahrgäste und Verkehrswende
Für die rund 14,5 Millionen Nutzer bedeutet die Erhöhung gegenüber dem bisherigen Preis 3,80 Euro im Monat beziehungsweise 45,60 Euro im Jahr. Die finanzielle Planbarkeit für Verkehrsunternehmen und Verbünde steigt, zugleich wird der Preis für Haushalte mit regelmäßigen Pendel- und Freizeitfahrten wichtiger. Für die Attraktivität des Angebots kommt es deshalb nicht nur auf den Tarif an, sondern auch auf Verlässlichkeit, Taktung und die Qualität des Nahverkehrs.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
BR24: „Deutschlandticket wird wohl nochmal teurer“ (30.09.2026)
Der Bericht habe vor der Entscheidung über einen Preis von knapp 67 Euro den Kostenindex sowie die Finanzierung durch Bund und Länder hervorgehoben. Zusätzlich habe er die Kritik des Fahrgastverbands Pro Bahn am Tankrabatt und die Position der Verkehrsunternehmen dargestellt, die eine frühe Festlegung für ihre Planung benötigt hätten.
tagesschau.de: „Deutschlandticket wird wohl wieder teurer“ (30.09.2026)
Der Bericht habe vor dem Beschluss über den möglichen Preis von 66,90 Euro informiert und die wiederholten Erhöhungen seit dem Start eingeordnet. Anders als der BR-Beitrag habe er die Kritik des BUND an der Finanzierungspolitik sowie die Forderung nach langfristiger Planbarkeit für die Verkehrswende besonders betont; beide Beiträge hätten die Bedeutung des Kostenindex und die Belastung der Verkehrsunternehmen hervorgehoben.
Beide Berichte hätten den erwarteten Preisanstieg und die strukturelle Finanzierung als zentrale Punkte beschrieben. Unterschiede hätten vor allem bei den ergänzend dargestellten Verbandspositionen gelegen; mit dem nun festgelegten Preis von 66,80 Euro sei die zuvor offene Höhe geklärt.

