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Deutschlands Basketballerinnen verlieren WM-Halbfinale – Bronze-Chance gegen Spanien bleibt

Veröffentlicht am: 12.09.2026 um 21:52 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Deutschlands Basketballerinnen verlieren das WM-Halbfinale gegen Frankreich, behalten aber die Chance auf die erste WM-Medaille der Geschichte. Am Sonntag folgt in Berlin das Spiel um Bronze gegen Spanien – und die Möglichkeit zur Revanche für die deutliche Auftaktniederlage.

  • Sabally hatte Mühe, offensiv Akzente zu setzen. - Bild: Andreas Gora/dpa
    Sabally hatte Mühe, offensiv Akzente zu setzen. - Bild: Andreas Gora/dpa
  • In Reihe eins: Dirk Nowitzki war erneut in der Arena. - Bild: Andreas Gora/dpa
    In Reihe eins: Dirk Nowitzki war erneut in der Arena. - Bild: Andreas Gora/dpa
  • Das deutsche Team wollte nach Belgien auch Frankreich überraschen. - Bild: Andreas Gora/dpa
    Das deutsche Team wollte nach Belgien auch Frankreich überraschen. - Bild: Andreas Gora/dpa
Sabally hatte Mühe, offensiv Akzente zu setzen. - Bild: Andreas Gora/dpa In Reihe eins: Dirk Nowitzki war erneut in der Arena. - Bild: Andreas Gora/dpa Das deutsche Team wollte nach Belgien auch Frankreich überraschen. - Bild: Andreas Gora/dpa

Deutschlands Basketballerinnen haben bei der Heim-WM in Berlin das Halbfinale gegen Frankreich mit 64:86 verloren, dürfen aber weiter auf die erste WM-Medaille der Geschichte hoffen.

Frankreich stoppt deutsche Siegesserie

Vor 12.650 Zuschauern in der ausverkauften Arena, darunter Basketball-Ikone Dirk Nowitzki und Nationalmannschaftskapitän Dennis Schröder, fanden Leonie Fiebich und ihre Mitspielerinnen nie dauerhaft ein Mittel gegen den Olympia-Zweiten. Nyara Sabally und Kapitänin Marie Gülich waren mit jeweils zwölf Punkten die besten Werferinnen im deutschen Team, doch die Französinnen überzeugten erneut mit großer Variabilität und hoher Intensität.

Besonders Gaby Williams ragte mit 22 Punkten heraus und nutzte die Fehler der Gastgeberinnen konsequent aus. Deutschland leistete sich mehr als 20 Ballverluste und verlor damit immer wieder den Anschluss. Bundestrainer Olaf Lange sprach von „zu vielen Ballverlusten“ und kritisierte die unnötigen Turnover, die sein Team sich gegen einen Gegner wie Frankreich nicht leisten könne.

Spielverlauf: Kurze Führung, dann französische Dominanz

Zu Beginn spielte das deutsche Team frei auf und traf früh wichtige Dreipunktwürfe, unter anderem von Leonie Fiebich und Alexandra Wilke. Kurz vor Ende des ersten Viertels führte Deutschland für elf Sekunden, doch Frankreich um Williams und Marine Johannès antwortete umgehend. Der Favorit hatte bis zum Halbfinale alle Partien mit mindestens 26 Punkten Differenz gewonnen und knüpfte an diese Form an.

Unter dem Korb waren Sabally und Gülich stark gefordert, da die physischen französischen Spielerinnen immer wieder Druck aufbauten. Einige Unaufmerksamkeiten in der Offensive ließen den Rückstand zunächst auf neun Punkte wachsen, ehe eine Serie von Fehlpässen, Schrittfehlern und einem Doppeldribbling die Französinnen zusätzlich in Szene setzte.

Entscheidende Phase nach der Pause

Nach vier deutlichen eigenen Siegen und der 30-Punkte-Niederlage gegen Spanien in der Vorrunde blieb auch das sechste WM-Spiel der Deutschen ohne Schlussdramatik. Direkt nach der Halbzeit legte Frankreich einen 9:0-Lauf hin, befeuert von weiteren deutschen Ballverlusten. Das Team von Chefcoach Lange kämpfte sich zwar noch einmal heran, doch die Partie wurde nicht mehr wirklich eng.

Auch die bisher beste deutsche Werferin Frieda Bühner fand erst spät ins Spiel und konnte die Wende nicht mehr herbeiführen. Am Ende applaudierten die Spielerinnen ihren überlegenen Gegnerinnen und bedankten sich anschließend bei den Fans, die sie durch das Turnier getragen hatten.

Bronze-Spiel gegen Spanien als Revanche

Trotz der Niederlage bleibt die Chance auf eine historische Medaille bestehen. Im Spiel um Platz drei trifft Deutschland am Sonntag (16.30 Uhr) erneut auf Spanien, das sein Halbfinale mit 66:76 gegen Topfavorit USA verlor. Neun Tage nach dem deutlichen 53:83 zum Turnierstart ergibt sich damit die Möglichkeit zur Revanche.

Bundestrainer Olaf Lange betonte, dass sein Team weiterhin fest an den Medaillentraum glaube und niemand Zweifel an der Chance auf Bronze habe. Bereits vor vier Jahren hatten die deutschen Männer in Berlin EM-Bronze gewonnen und später Welt- sowie Europameisterschaften für sich entschieden – nun bietet sich den Frauen die Möglichkeit, mit einer eigenen Medaille ein weiteres Kapitel deutscher Basketballgeschichte zu schreiben.

Historischer Schritt für den deutschen Frauen-Basketball

Der Einzug ins WM-Halbfinale und nun das sichere Spiel um Bronze markieren einen Einschnitt für den deutschen Frauen-Basketball. Erstmals mischt eine deutsche Auswahl bei einer Weltmeisterschaft im Konzert der Topnationen mit und spielt am Finalwochenende um eine Medaille. Bis vor wenigen Jahren war das Team international eher in der zweiten Reihe unterwegs, nun tritt es bei einer Heim-WM gegen etablierte Großmächte wie Frankreich, Spanien und die USA an und behauptet sich phasenweise auf Augenhöhe.

Heim-WM als Leistungsschub und Schaufenster

Die Spiele in der ausverkauften Berliner Arena zeigen, welche Wirkung eine Heim-WM entfalten kann. Die Mannschaft von Bundestrainer Olaf Lange profitiert sichtbar von der Stimmung, die von Beginn an als Rückenwind wahrgenommen wird. Dass Persönlichkeiten wie Dirk Nowitzki und Dennis Schröder in der ersten Reihe sitzen, unterstreicht den gestiegenen Stellenwert des Frauen-Basketballs im Deutschen Basketball Bund. Gleichzeitig ist die hohe mediale Präsenz ein Schaufenster für kommende Generationen und kann die Basis für bessere Strukturen im Nachwuchs, in der Liga und bei der Förderung schaffen.

Revanchechance gegen Spanien und Bedeutung der Medaille

Sportlich steht nun die Revanche gegen Spanien im Mittelpunkt, nachdem die Vorrunden-Niederlage mit 30 Punkten Differenz wie ein früher Dämpfer wirkte. Ein Sieg im Bronze-Spiel würde nicht nur die erste WM-Medaille bedeuten, sondern den Aufstieg in die Weltspitze dokumentieren. Selbst im Falle einer Niederlage bleibt der Turnierverlauf ein klares Signal: Die deutsche Mannschaft hat gezeigt, dass sie gegen europäische Topteams bestehen kann und mit Spielerinnen wie Nyara Sabally, Marie Gülich und Leonie Fiebich über ein Kernpersonal verfügt, das den Frauen-Basketball in Deutschland nachhaltig prägen kann.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

n-tv.de: ""Döner", "Bierchen", "Worte weg": Deutschlands WM-Rausch kennt keine Grenzen" (10.09.2026)

Der Bericht hebe hervor, die Heim-WM sei für die deutschen Basketballerinnen bereits der größte Erfolg ihrer Geschichte und beschreibe ausführlich, wie die Mannschaft nach dem Coup gegen Belgien in der Uber Arena feiere und emotional reagiere. Zugleich stelle er heraus, dass das Team im Halbfinale Frankreich herausfordere und nun zwei Chancen auf eine Medaille habe, womit der historische Charakter des Wochenendes betont werde.

FOCUS Online: "DBB-Heldin denkt nach WM-Rausch nur an „Eistonne und Döner“" (10.09.2026)

Der Artikel stelle Nyara Sabally als zentrale Figur des Viertelfinals heraus und schildere, wie sie mit ihrer Leistung gegen Belgien den Weg ins Halbfinale ebne. Außerdem werde betont, dass die Mannschaft trotz des klaren Vorrundenrückschlags gegen Spanien und des Fehlens wichtiger Spielerinnen in der Weltspitze angekommen sei, was als Beleg für die gewachsene Tiefe und Qualität des Kaders gewertet werde.

Übergreifend werde in beiden Beiträgen übereinstimmend dargestellt, dass die Heim-WM bereits jetzt als sporthistorischer Erfolg für den deutschen Frauen-Basketball gelte. Unterschiede zeigten sich vor allem im Schwerpunkt: Während n-tv.de stärker die emotionale Atmosphäre und den Feierrausch in den Vordergrund stelle, akzentuiere FOCUS Online die sportliche Entwicklung und die Rolle einzelner Leistungsträgerinnen.

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