Deutscher Judo-Bund verurteilt Statement von Akaki Japaridze nach Prügelattacke auf Timo Cavelius
Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 12:58 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Nach der Prügelattacke des georgischen Judoka Akaki Japaridze auf den deutschen Kämpfer Timo Cavelius hat der Deutsche Judo-Bund das nachträgliche Statement des Angreifers scharf kritisiert und als inakzeptabel bezeichnet.
Deutliche Kritik an Instagram-Erklärung
Der Verband erklärte, man sei fassungslos über die Äußerungen Japaridzes sowie über die Zusprüche, die der Beitrag in sozialen Medien erhalten habe. Der 24 Jahre alte Kämpfer des JC Leipzig hatte Cavelius, der in der Bundesliga für den TSV Abensberg antrat, nach einem verlorenen Kampf krankenhausreif geschlagen und ihm den Kiefer gebrochen. In einem Instagram-Text bestritt Japaridze, aus Frust über die Niederlage gehandelt zu haben.
Japaridze spricht von ehrverletzendem Verhalten
Als Grund nannte Japaridze ein aus seiner Sicht ehrverletzendes Verhalten des Gegners, sowohl verbal als auch durch Gesten. Solches Verhalten sei im Sport unakzeptabel und in erster Linie für ihn als Georgier und als Mann nicht hinnehmbar, schrieb er. Der Deutsche Judo-Bund hielt dem entgegen, eine Relativierung oder Verteidigung dieser schwerwiegenden Körperverletzung sei nicht tolerierbar und mit den Grundprinzipien des Judosports unvereinbar.
Übergriff nach Jubelgeste
Der inzwischen nach Georgien zurückgekehrte Japaridze hatte den Bundesliga-Kampf gegen Cavelius verloren. Der Deutsche zeigte im Anschluss eine geballte Faust in Richtung seines Teams und auch in Richtung des Georgiers. Daraufhin attackierte Japaridze seinen Gegner, schlug mehrfach zu und verletzte ihn schwer im Gesicht.
Verband grenzt sich von nationalen Spannungen ab
Der nationale Verband stellte klar, die Prügelattacke stehe weder für das Verhältnis der beteiligten Vereine noch für die Beziehung zwischen Deutschland und Georgien. Es handele sich nicht um ein emotionales Gerangel oder eine Eskalationsstufe nach einer vermeintlichen Provokation, sondern um einen massiven Übergriff mit dem Risiko schwerster körperlicher Verletzungen.
Lange Pause für den verletzten Cavelius
Cavelius wurde nach dem Vorfall am vergangenen Samstag in der Leipziger Universitätsklinik sofort operiert. Sein gebrochener Kiefer wurde mit drei Platten fixiert. Nach Einschätzung der Ärzte muss der Judoka nun zehn bis zwölf Wochen warten, bis er wieder auf die Matte zurückkehren kann.
Cavelius weist Vorwürfe zurück
Der deutsche Kämpfer erklärte, er sei auf dem Weg der Genesung. Rückblickend sagte er, selbst wenn sein Jubel bei Japaridze negative Emotionen ausgelöst haben sollte, könne dies einen derart extremen Gewaltausbruch weder erklären noch rechtfertigen. Er betonte, er habe seinen Gegner weder beleidigt noch körperlich angegriffen.
Gewaltvorfall trifft empfindliches Nervensystem des Judosports
Die Prügelattacke von Akaki Japaridze auf Timo Cavelius belastet den Judosport in Deutschland und darüber hinaus. Der Fall berührt zentrale Werte wie Respekt, Fairness und Selbstkontrolle, die in den Kodizes der Kampfsportarten besonders betont werden. Wenn ein Bundesliga-Kampf mit einem Krankenhausaufenthalt endet, stellt dies nicht nur die Sicherheit einzelner Athleten in Frage, sondern wirft auch ein Schlaglicht auf den Umgang mit Emotionen im Hochleistungssport und auf die Verantwortung der Vereine und Verbände.
Signalwirkung der klaren Worte des Deutschen Judo-Bunds
Der Deutsche Judo-Bund grenzt sich in seiner Stellungnahme deutlich von jeder Relativierung ab und betont, dass der Übergriff nichts mit der Beziehung der Vereine oder der Herkunft der Beteiligten zu tun habe. Diese Klarstellung ist für den Verband zentral, um die Sportart vor pauschalen Zuschreibungen zu schützen und zugleich ein klares Signal an Athleten zu senden: körperliche Gewalt außerhalb des Wettkampfs wird nicht als emotionales Fehlverhalten, sondern als massiver Regel- und Normbruch bewertet. Für Cavelius bedeutet der Vorfall eine längere Wettkampfpause, für den Ligabetrieb stellt sich die Frage nach Sanktionen und präventiven Maßnahmen.
Konsequenzen für Liga, Athleten und Publikum
Für die Bundesliga-Vereine dürfte der Fall ein Anlass sein, interne Verhaltenskodizes und Betreuungsstrukturen zu überprüfen, etwa im Hinblick auf psychologische Unterstützung und Deeskalationsstrategien. Zugleich kann der Vorfall die öffentliche Wahrnehmung des Judosports beeinflussen: Bilder von Gewaltausbrüchen stehen im Kontrast zum pädagogischen Anspruch, den viele Clubs im Kinder- und Jugendbereich vertreten. Leserinnen und Leser mit Bezug zu Vereinen oder Veranstaltungen dürften genau beobachten, ob nach der klaren Verurteilung des Verbandes auch spürbare sportrechtliche Konsequenzen folgen und wie transparent diese kommuniziert werden.
