Deutsche Bahn, Korridorsanierung

Deutsche Bahn verschiebt Sanierung von acht wichtigen Strecken bis nach 2031

Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 12:50 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Bahn und Bund wollen bis 2031 nur 13 besonders belastete Strecken umfassend erneuern. Acht weitere Sanierungen werden auf einen späteren Zeitpunkt verschoben – mit Folgen für die Modernisierung und die Reiseplanung.

Die Deutsche Bahn und der Bund wollen in den kommenden fünf Jahren deutlich weniger hochbelastete Strecken sanieren als bislang geplant.

Nur 13 Strecken bis 2031

Bis 2031 sollen nach Angaben der Bahn und des Verkehrsministeriums 13 Strecken umfassend erneuert werden. Ursprünglich waren 21 Strecken vorgesehen.

Die acht zunächst nicht berücksichtigten Sanierungen sollen später folgen. Die Angaben machen keine konkreten Angaben dazu, welche Strecken von der Verschiebung betroffen sind oder wann die Arbeiten nachgeholt werden.

Generalsanierungen mit langen Sperrungen

Bei den sogenannten Korridorsanierungen werden stark belastete Bahnstrecken für längere Zeit vollständig gesperrt und umfassend modernisiert. Neben Gleisen und Weichen können dabei unter anderem Bahnhöfe, Oberleitungen sowie Leit- und Sicherungstechnik erneuert werden.

Während der Bauarbeiten müssen Reisende in der Regel mit Umleitungen, Ersatzverkehr und längeren Fahrzeiten rechnen. Der langsamere Zeitplan verteilt diese Einschränkungen, lässt besonders belastete und sanierungsbedürftige Strecken aber länger im bisherigen Zustand.

Sanierung als konzentrierter Kraftakt

Die Korridorsanierung soll besonders belastete Bahnstrecken nicht abschnittsweise im laufenden Betrieb, sondern über längere Zeit vollständig sperren und umfassend erneuern. Dazu gehören neben Gleisen und Weichen auch Stellwerke, Bahnhöfe sowie Leit- und Sicherungstechnik. Für Reisende bedeutet das während der Bauphasen erhebliche Umwege und längere Fahrzeiten, langfristig soll der Betrieb dadurch stabiler werden.

Mit der Reduzierung von 21 auf 13 Strecken bis 2031 wird dieser Modernisierungskurs langsamer umgesetzt als zunächst vorgesehen. Der Schritt bündelt die verfügbaren Baukapazitäten und soll verhindern, dass sich Sperrungen, Ersatzverkehre und Wiederanlaufschwierigkeiten auf zu viele wichtige Achsen gleichzeitig ausweiten. Zugleich bleiben sanierungsbedürftige Abschnitte länger im bestehenden, störanfälligen Zustand.

Bedeutung für das Schienennetz

Die Entscheidung fällt in eine Phase, in der zentrale Korridore für Fern-, Regional- und Güterverkehr stark ausgelastet sind. Das zeigt sich etwa an der Verbindung Hamburg–Hannover: Der Korridor wird nach Bahn-Angaben mit bis zu 147 Prozent seiner Kapazität belastet. Eine Sanierung kann die vorhandene Infrastruktur verbessern, ersetzt aber keinen zusätzlichen Ausbau, wenn mehr Züge dauerhaft verkehren sollen.

Für Fahrgäste ist deshalb entscheidend, welche Strecken priorisiert werden und wann die verschobenen Arbeiten nachgeholt werden. Jede Korridorsanierung bringt zunächst monatelange Einschränkungen; eine spätere Umsetzung verlängert jedoch den Zeitraum, in dem Verspätungen und Ausfälle auf nicht grundlegend erneuerten Strecken auftreten können.

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