Peter Hermann tot: Deutscher Top-Co-Trainer stirbt mit 74 Jahren
Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 21:26 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDer frühere Bundesliga-Co-Trainer Peter Hermann ist im Alter von 74 Jahren gestorben.
Leverkusen bestätigt Tod des früheren Co-Trainers
Fußball-Bundesligist Bayer Leverkusen teilte mit Verweis auf die Familie mit, dass Hermann am Samstag gestorben ist. Der Verein würdigte ihn als „Co-Trainer schlechthin in Deutschland“ und betonte, er sei in der Branche renommierter und geschätzter gewesen als mancher Chefcoach. Für den Klub arbeitete Hermann als Interimscoach und Co-Trainer der Profimannschaft, trainierte die zweite Bayer-Mannschaft und war zudem als Scout tätig.
Erfolge mit FC Bayern und Heynckes
Zu Hermanns Stationen gehörte auch der deutsche Rekordmeister FC Bayern. Die Münchner erklärten, Hermann habe den langen Kampf mit der Nervenkrankheit ALS verloren. Sie erinnerten an den historischen ersten Triple-Sieg 2013 und bezeichneten ihn als unverzichtbaren Teil des Trainerteams um Chefcoach Jupp Heynckes.
Reaktionen aus der Bundesliga
Auch frühere Weggefährten reagierten betroffen auf die Nachricht. Dortmunds Trainer Niko Kovac zeigte sich tief traurig und nannte Hermann einen tollen Menschen. Während Kovacs Zeit als Bayern-Coach war Hermann als Assistent an seiner Seite tätig.
Stationen in Bundesliga und Nachwuchs
Im Verlauf seiner Karriere arbeitete Hermann als Co-Trainer unter anderem beim FC Schalke 04, beim Hamburger SV und zuletzt bei Borussia Dortmund. Zudem war er für Junioren-Teams des Deutschen Fußball-Bundes tätig. Fast drei Jahrzehnte gestaltete er den Fußball in Leverkusen mit.
Gedenkminute beim Spiel gegen Leipzig
Die Werkself kündigte an, im Bundesliga-Heimspiel gegen RB Leipzig am Sonntag mit Trauerflor zu spielen. Vor dem Anpfiff soll es zu Ehren Hermanns eine Gedenkminute geben, an der beide Mannschaften teilnehmen. Bayer Leverkusen erklärte, die gesamte Bayer-04-Familie sei tieftraurig über den Verlust eines hochgeschätzten Menschen und Hermann bleibe unvergessen.
Ein prägender Co-Trainer einer Fußball-Generation
Der Tod von Peter Hermann trifft den deutschen Profifußball in einer Phase des Umbruchs im Trainerwesen. Hermann galt über Jahrzehnte als Prototyp des modernen Co-Trainers: fachlich stark, loyal, mit Blick für Details und zugleich im Hintergrund wirkend. Seine Rolle bei Bayer Leverkusen, beim FC Bayern und weiteren Bundesligisten prägte Mannschaften, ohne dass er selbst dauerhaft in der ersten Reihe stehen wollte. Damit verkörperte er einen Typ Fußball-Lehrer, der für viele heutige Cheftrainer Vorbild war.
Bedeutung für Bayer Leverkusen und den deutschen Fußball
Besonders für Bayer Leverkusen markiert Hermanns Tod das Ende einer Ära. Fast drei Jahrzehnte war er dort in unterschiedlichen Funktionen tätig, von der zweiten Mannschaft über das Profiteam bis zur Scouting-Arbeit. Seine Arbeit reicht von frühen Bundesliga-Jahren des Vereins bis in die jüngere Vergangenheit und spiegelt die Entwicklung des Klubs vom soliden Bundesligisten zu einem dauerhaften Anwärter auf internationale Plätze wider. Die angekündigte Gedenkminute und der Trauerflor im Spiel gegen RB Leipzig unterstreichen, welche emotionale Bedeutung er für Verein und Fans hatte.
Trainerteam, ALS-Erkrankung und öffentliche Wahrnehmung
Dass FC Bayern ausdrücklich den „langen Kampf“ Hermanns mit der Nervenkrankheit ALS hervorhebt, lenkt den Blick auch auf die gesundheitlichen Risiken und Belastungen im Profisport-Umfeld. Zugleich zeigt die Formulierung, wie sehr seine Person über die sportliche Funktion hinaus geschätzt wurde: als Mensch, als vertraute rechte Hand großer Trainerpersönlichkeiten und als ruhender Pol in einem von Druck geprägten Geschäft. Für Leser macht die Meldung deutlich, wie wichtig auch diejenigen sind, die abseits der Schlagzeilen kontinuierlich an Mannschaftserfolgen arbeiten, und wie stark die Fußballszene in Momenten wie diesem zusammenrückt.
