Peter Hermann, Bayer Leverkusen

Verdienter Co-Trainer Peter Hermann: Deutscher Fussball trauert um ALS-Verstorbenen

Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 20:55 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Der langjährige Co-Trainer Peter Hermann ist im Alter von 74 Jahren gestorben. Vereine in ganz Fußball-Deutschland trauern um eine prägende Figur abseits des Rampenlichts.

Herrmann starb am Samstag mit 74 Jahren. (Archivbild) - Bild: David Inderlied/dpa
Herrmann starb am Samstag mit 74 Jahren. (Archivbild) - Bild: David Inderlied/dpa

Der frühere Fußball-Co-Trainer Peter Hermann ist im Alter von 74 Jahren gestorben.

Langjährige Karriere im deutschen Profifußball

Wie Bundesligist Bayer Leverkusen mitteilte, starb Hermann am Samstag, wobei sich der Verein auf Angaben der Familie berief. Der Klub würdigte ihn als „Co-Trainer schlechthin in Deutschland“ und betonte, er sei in der Branche renommierter und geschätzter gewesen als manch ein Chefcoach. Für den Werksklub arbeitete Hermann als Interimscoach und Assistent des Profiteams, trainierte die zweite Mannschaft und war zudem als Scout tätig.

Erfolge mit Bayern und Heynckes

Zu den weiteren Stationen Hermanns gehörte auch der deutsche Rekordmeister FC Bayern München. Der Verein erklärte, man trauere um Hermann, der den langen Kampf mit der Nervenkrankheit ALS verloren habe. Die Münchner erinnerten daran, dass Hermann beim historischen ersten Triple-Gewinn des Vereins im Jahr 2013 als rechte Hand von Cheftrainer Jupp Heynckes ein unverzichtbarer Teil des Trainerteams war.

Weggefährten würdigen seine Persönlichkeit

Auch frühere Kollegen reagierten betroffen auf die Nachricht. Dortmunds Trainer Niko Kovac, unter dem Hermann in seiner Zeit als Bayern-Coach Assistent war, zeigte sich „tief traurig“ und bezeichnete ihn als tollen Menschen. Er sagte, Hermann habe sie verlassen und Gott möge seiner Seele gnädig sein.

Prägende Figur vor allem in Leverkusen

Hermann arbeitete im Laufe seiner Karriere als Co-Trainer unter anderem beim FC Schalke 04, dem Hamburger SV und zuletzt bei Borussia Dortmund sowie bei Junioren-Teams des Deutschen Fußball-Bundes. Besonders prägte er jedoch den Fußball in Leverkusen, wo er fast drei Jahrzehnte lang tätig war und verschiedene Funktionen übernahm. Bayer Leverkusen sprach von tiefer Trauer über den Verlust eines hochgeschätzten Menschen, der den Klub über viele Jahrzehnte mitgestaltet habe, und betonte: Peter Hermann bleibe unvergessen.

Ein prägender Co-Trainer einer Fußball-Generation

Der Tod von Peter Hermann trifft den deutschen Fußball in einer Phase des Umbruchs, in der Trainerfiguren und langfristige Kontinuität stärker hinterfragt werden. Hermann stand über Jahrzehnte für das Gegenteil kurzfristiger Projekte: Er arbeitete meist im Hintergrund, war in zahlreichen Klubs verlässlich an der Seite unterschiedlicher Cheftrainer und prägte damit mehrere Trainer- und Spieler-Generationen. Besonders in Leverkusen trug er dazu bei, dass der Klub sich dauerhaft im Spitzenfußball etablierte.

Rolle des Co-Trainers im modernen Profifußball

Hermanns Karriere macht deutlich, wie zentral Co-Trainer für Struktur und Alltag eines Profiteams sind. Während Cheftrainer im Fokus der Öffentlichkeit stehen, sichern Assistenten häufig die Detailarbeit: Trainingssteuerung, individuelle Betreuung und Kommunikation zwischen Mannschaft, Chefcoach und Vereinsführung. Dass Hermann bei Vereinen wie Bayer Leverkusen, FC Bayern, Schalke, HSV und später Borussia Dortmund jeweils über Jahre Verantwortung übernahm, zeigt, welches Vertrauen ihm in unterschiedlichen Konstellationen entgegengebracht wurde.

Persönliches Schicksal und Wirkung über den Tod hinaus

Die Nachricht, dass Hermann einen langen Kampf gegen die Nervenkrankheit ALS verloren hat, lenkt den Blick auf die Belastungen im Spitzensport und auf eine Krankheit, die auch international durch bekannte Fälle Aufmerksamkeit erhalten hat. Für viele Fans und frühere Weggefährten steht nun die Erinnerung an einen fachlich hoch angesehenen, zugleich persönlich bescheidenen Fußball-Lehrer im Vordergrund. Die Trauerbekundungen aus mehreren Vereinen unterstreichen, dass sein Einfluss über einzelne Titel hinausreicht: Hermann bleibt für den deutschen Profifußball ein Beispiel dafür, wie prägend eine stille Führungspersönlichkeit sein kann.

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