Arbeitsmarkt, Gesellschaft

BSW-Generalsekretär nennt Debatte über Rente mit 70 einen Skandal

17.02.2026 - 07:40:55 | dts-nachrichtenagentur.de

Der Generalsekretär des BSW, Oliver Ruhnert, hat die aktuellen Überlegungen zu einer weiteren Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters scharf attackiert und eine grundlegende Systemwende gefordert.Ruhnert bezeichnete die Diskussionen über ein potenzielles Renteneintrittsalter von 70 Jahren in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" als inakzeptabel: "Dass die Rentenkommission jetzt über die Rente ab 70 diskutiert, ist ein Skandal.

Oliver Ruhnert (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Oliver Ruhnert (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Wir sind strikt gegen eine weitere Anhebung des Renteneintrittsalters, die in Wahrheit für Millionen Bürger eine kalte Rentenkürzung bedeuten wird", sagte der BSW-Generalsekretär. Er kritisierte dabei insbesondere die Rolle der Sozialdemokraten und warf ihnen vor, dass es absehbar gewesen sei, "dass auch die SPD bei diesem Thema einknickt".

Als Gegenentwurf verwies er auf das Rentensystem des Nachbarlandes Österreich, das er als mögliches Vorbild für Deutschland sieht. "Dort gehen die Menschen mit 65 in Rente und erhalten im Schnitt 800 Euro monatlich mehr als hierzulande", so der Politiker. Den Grund für diesen Erfolg sieht er in der breiten Basis der Beitragszahler, die auch Selbstständige und Beamte einschließt. Die hiesige Rentenkommission solle daher vorschlagen, "endlich alle in ein solidarisches System zu bringen". In Österreich zahlten bereits alle Bürger ein - "auch Beamte, Minister, Abgeordnete".

Zuvor gab es Medienberichte, dass die Rentenkommission der Bundesregierung über die Rente mit 70 debattiert. Ziel des Arbeitskreises ist die Ausarbeitung einer nachhaltigen Rentenreform.

de | politik | 68587257 |

Weitere Meldungen

Versichertenjahre deutscher Rentner steigen auf Rekordwert Die Bürger in Deutschland sammeln immer mehr Versichertenjahre in der gesetzlichen Rentenversicherung. (Sonstige, 10.06.2026 - 17:57) weiterlesen...

Anteil der Steuerpflichtigen mit Spitzensteuersatz steigt Im Jahr 2022 sind in Deutschland rund 3,2 Millionen Steuerpflichtige mit dem Spitzensteuersatz von 42 Prozent besteuert worden. (Wirtschaft, 10.06.2026 - 08:11) weiterlesen...

Zahl der Renten erreicht neuen Höchststand Die Zahl der Rentner in Deutschland erreicht einen neuen Rekord. (Politik, 10.06.2026 - 00:00) weiterlesen...

Ortleb kritisiert verpasste Umsetzung von EU-Lohntransparenz-Regeln Die Bundestagsvizepräsidentin Josephine Ortleb (SPD) hat Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) für die verpasste Umsetzung der neuen EU-Regeln für mehr Lohntransparenz kritisiert."Das große Problem ist, dass weiter kein Gesetzesentwurf vorliegt, obwohl wir den schon vor Monaten eingefordert haben", sagte Ortleb dem Tagesspiegel. (Politik, 09.06.2026 - 05:00) weiterlesen...

Bericht: Rentenkommission erwägt Pflicht zum Rentensplitting Die von der Bundesregierung eingesetzte Rentenkommission erwägt offenbar ein obligatorisches Splitting der Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung zwischen Ehepartnern.Das geht aus dem Terminplan der Rentenkommission hervor, der auch Reformvorschläge enthält und über den das "Handelsblatt" berichtet. (Politik, 08.06.2026 - 07:37) weiterlesen...

Ifo-Präsident warnt vor Belastungen durch Betriebsrenten-Pflicht Ifo-Präsident Clemens Fuest hat den Vorschlag des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) für eine verpflichtende Betriebsrente grundsätzlich begrüßt, zugleich aber vor zusätzlichen Belastungen für die Unternehmen gewarnt.Der Vorschlag, die Betriebsrenten zu stärken, sei grundsätzlich sinnvoll, sagte der Präsident des Münchner Ifo-Instituts dem "Handelsblatt". (Wirtschaft, 08.06.2026 - 07:20) weiterlesen...