September 2026 weltweit zweitwärmster Monat mit 1,63 Grad Anstieg
Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 06:16 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSCopernicus meldet globale Wärme und Flussprobleme
- Der September 2026 war weltweit der zweitwärmste September seit Beginn der Aufzeichnungen.
- Die globalen Temperaturen lagen 1,63 Grad über dem vorindustriellen Niveau.
- Die Meeresoberflächen zwischen 60 Grad Süd und 60 Grad Nord erreichten einen Rekordwert.
- Das antarktische Meereis verzeichnete sein drittniedrigstes jährliches Wintermaximum.
Der September 2026 ist weltweit als zweitwärmster September seit Beginn der Aufzeichnungen registriert worden. Das teilte der EU-Klimadienst Copernicus am Montag mit.
Globale Temperatur überschreitet erneut 1,5 Grad
Nach dem Bericht lagen die globalen Temperaturen im Monatsmittel 1,63 Grad über dem vorindustriellen Niveau. Damit wurde die Marke von 1,5 Grad zum zweiten Mal in Folge überschritten.
Copernicus-Direktor Carlo Buontempo erklärte, das Überschreiten der langfristigen Grenze des Pariser Abkommens sei nur eine Frage der Zeit. Wie weit diese Grenze überschritten werde und wie lange dies andauere, liege noch in menschlicher Hand.
El Niño treibt Meereswärme an
Die Meeresoberflächentemperaturen im Bereich zwischen 60 Grad Süd und 60 Grad Nord erreichten im September einen Rekordwert. Copernicus führt dies auf die sich verstärkenden El-Niño-Bedingungen zurück.
Diese Entwicklung könnte zu einem der stärksten El-Niño-Ereignisse führen, die jemals aufgezeichnet wurden. Gleichzeitig erreichte das Meereis rund um die Antarktis sein drittniedrigstes jährliches Wintermaximum.
Europa bleibt warm und trocken
In Europa setzte sich die ungewöhnliche Wärme und Trockenheit des Sommers im September fort. Der Monat war europaweit der drittwärmste September; Westeuropa verzeichnete gemeinsam mit einem früheren Spitzenwert den wärmsten September.
Die anhaltende Trockenheit ließ die Pegelstände von Rhein, Donau, Weichsel und Garonne-Dordogne in Teilen der Regionen stark sinken. Dadurch kam es zu Störungen in der Schifffahrt, der Wasserversorgung und der Landwirtschaft.
Später im Monat brachte Regen in einigen Gebieten Entlastung. In Teilen Nord- und Nordosteuropas sowie in der Türkei waren die Bedingungen dagegen überdurchschnittlich nass.
Der September-Bericht ordnet den Monat in eine anhaltende Phase außergewöhnlich hoher globaler Temperaturen ein. Besonders relevant ist, dass die weltweite Monatsmitteltemperatur erneut über der im Pariser Abkommen verankerten Erwärmungsmarke von 1,5 Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau lag. Ein einzelner Monat bedeutet jedoch nicht, dass das langfristige Paris-Ziel bereits endgültig überschritten ist: Maßgeblich ist die Entwicklung über längere Zeiträume.
El Niño verstärkt die Wärme
Die hohen Meeresoberflächentemperaturen im tropischen Pazifik weisen auf die Bedeutung des sich verstärkenden El Niño hin. Das Klimaphänomen kann die globale Durchschnittstemperatur vorübergehend zusätzlich erhöhen und regionale Wetterlagen verändern. Für Europa ist der Zusammenhang weniger direkt als für tropische Regionen, kann aber die Wahrscheinlichkeit bestimmter winterlicher Niederschlags- und Temperaturmuster beeinflussen.
Für Europa zeigt der Bericht zugleich die unmittelbare Bedeutung der Entwicklung: Wärme und Trockenheit wirkten bis in den September hinein nach. Niedrige Pegelstände an Rhein, Donau, Weichsel und Garonne-Dordogne treffen Schifffahrt, Landwirtschaft und Wasserversorgung. Regen kann solche Folgen kurzfristig mildern, beseitigt aber nicht automatisch die in Böden, Flüssen und Speichern entstandenen Defizite.
Meereis bleibt zusätzlicher Indikator
Das drittniedrigste antarktische Wintermaximum beim Meereis ergänzt das Temperaturbild um einen weiteren Beobachtungsindikator. Die Daten zeigen damit nicht nur eine außergewöhnliche Monatsbilanz, sondern das Zusammenspiel von Atmosphäre, Ozeanen, Eis und regionalen Wasserressourcen.
