Energie, Straßenverkehr

Chef der schwarz-roten Spritpreis-Taskforce warnt Ölkonzerne

07.03.2026 - 10:14:25 | dts-nachrichtenagentur.de

Der Co-Vorsitzende der Taskforce "Wirtschaftliche Auswirkungen des Iran-Krieges" der Koalitionsfraktionen CDU/CSU und SPD im Bundestag, Sepp Müller (CDU), hat angesichts der stark gestiegenen Spritpreise eine Warnung an die Ölkonzerne geschickt."Wir wollen wissen, wie es zu dieser Preisgestaltung kommt, die für uns so nicht erklärbar ist.

Shell-Tankstelle am 04.03.2026 - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Shell-Tankstelle am 04.03.2026 - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Wir haben Möglichkeiten, Einfluss auf die Spritpreise zu nehmen. Da ist einiges im Instrumentenkasten, das den Konzernen zu denken geben sollte", sagte Müller der "Welt".

"Es wäre jetzt unklug, hier und heute Details offenzulegen, aber jeder weiß doch, welche Möglichkeiten das Bundeskartellamt hat - von Strafzahlungen bis hin zu regulatorischen Eingriffen in den Markt", so Müller. "Wenn wir feststellen, dass es Preisabsprachen oder nicht nachvollziehbare Preisgestaltungen gibt, hat das Kartellamt ausreichend Möglichkeiten, einzugreifen und dafür zu sorgen, damit das aufhört."

Die Taskforce tagte am Freitag zum ersten Mal. Müller dämpfte allerdings Erwartungen, die Preise binnen kürzester Zeit dämpfen zu können: "Zur seriösen Politik gehört Ehrlichkeit. Auf die abrupt gestiegenen Preise wird es daher keine ebenso abrupte politische Reaktion geben. Schon die öffentliche Spekulation über Maßnahmen - etwa einen Tankrabatt - würde den Markt sofort reagieren lassen." Händler und Spekulanten würden ihre Erwartungen anpassen und gegen die Politik wetten. Das könnte eine neue Preisspirale auslösen. "Seriöse Politik bedeutet in dieser Lage auch, bewusst auf schnelle Signale zu verzichten", so Müller.

Der CDU-Politiker geht nicht von einem weiteren starken Preisanstieg bei Benzin und Diesel aus: "Es gibt genug Öl und Kraftstoffe auf dem Markt. Deutschland hat keinen Versorgungsengpass. Deswegen gehen wir Stand heute davon aus, dass wir mit keinen weiteren größeren Preissprüngen rechnen müssen." Und er glaube auch nicht, dass die Inflation deutlich steigen werde: "Wenn der Konflikt zeitlich begrenzt bleibt, werden wir eher keinen Inflationssprung sehen, sondern lediglich einen leichten Anstieg von 0,3 bis 0,5 Prozentpunkten. Hält der Konflikt länger an, kann es insgesamt auch zu einem Inflationsanstieg von über einem Prozentpunkt kommen", sagte der Taskforce-Chef. "In einzelnen Bereichen kann es deutlich höher werden, etwa in der Logistik oder beim Strompreis, weil der Gaspreis auf den Strompreis durchschlägt. Das zieht sich dann durch die Wertschöpfungsketten."

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | politik | 68644616 |

Weitere Meldungen

Städtetag kritisiert Vorgehen beim Heizungsgesetz Der Deutsche Städtetag kritisiert die Vorgehensweise der Bundesregierung beim Heizungsgesetz und fordert Unterstützung von Bund und Ländern."Wir hätten uns viel früher Klarheit gewünscht", sagte Hauptgeschäftsführer Christian Schuchardt dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". (Politik, 30.04.2026 - 11:54) weiterlesen...

Union lehnt Preisstopp für Deutschlandticket ab Die Union lehnt Forderungen der Länderverkehrsminister ab, wegen der Energiekrise den Preis des Deutschlandtickets vorerst bei 63 Euro einzufrieren.Fraktionsvize Stephan Stracke (CSU) sagte der "Rheinischen Post" für deren Freitagausgabe: "Im Gegensatz zum Deutschlandticket gibt es bei Benzin und Diesel keinen ganzjährigen Festpreis." Abgesehen davon seien viele Menschen auf das Auto angewiesen, vor allem im ländlichen Raum. (Politik, 30.04.2026 - 11:53) weiterlesen...

Linke warnt vor Wahl-Rache bei Heizungsgesetz Die Co-Vorsitzende der Linken, Ines Schwerdtner, will weiter für Nachbesserungen im Sinne der Mieter beim Heizungsgesetz kämpfen. (Politik, 30.04.2026 - 11:16) weiterlesen...

Bundeskartellamt stellt viele Verstöße gegen Tankstellenregel fest Das Bundeskartellamt hat nach eigenen Angaben eine hohe Zahl von Verstößen gegen die seit April geltende Regel festgestellt, dass Tankstellen nur noch einmal am Tag, nämlich um 12 Uhr, die Preise erhöhen dürfen."Viele scheinen mir Anfangsfehler technischer Art zu sein", sagte Behördenpräsident Andreas Mundt dem "Tagesspiegel" (Donnerstagausgabe). (Wirtschaft, 30.04.2026 - 06:45) weiterlesen...

Verkehrsminister fordern Einfrieren des Deutschlandticket-Preises Angesichts der Energiekrise werden Forderungen laut, den Preis des Deutschlandtickets von 63 Euro vorerst einzufrieren, statt ihn zum 1. (Politik, 30.04.2026 - 02:00) weiterlesen...

BASF fürchtet anhaltend hohe Inflation BASF-Chef Markus Kamieth hat vor den ökonomischen Folgen des Irankriegs gewarnt. (Wirtschaft, 29.04.2026 - 17:47) weiterlesen...