Deutsche Eishockey Liga, Adler Mannheim

DEL-Trainer sehen Adler Mannheim als neuen Topfavoriten auf den Meistertitel

Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 05:12 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Vor dem Start der neuen DEL-Saison sehen die Trainer mehrheitlich die Adler Mannheim und nicht mehr Serienchampion Eisbären Berlin als Topfavoriten auf den Titel. Der Abschied von Erfolgscoach Serge Aubin und ein breiterer Kreis genannter Anwärter markieren einen möglichen Umbruch an der Ligaspitze.

  • Viele DEL-Trainer sehen das Ende der Titel-Durststrecke für die Adler Mannheim gekommen. (Archiv) - Bild: Uwe Anspach/dpa
    Viele DEL-Trainer sehen das Ende der Titel-Durststrecke für die Adler Mannheim gekommen. (Archiv) - Bild: Uwe Anspach/dpa
  • Kann Adler-Coach Dallas Eakins der Favoritenrolle gerecht werden? (Archiv) - Bild: Sven Hoppe/dpa
    Kann Adler-Coach Dallas Eakins der Favoritenrolle gerecht werden? (Archiv) - Bild: Sven Hoppe/dpa
Viele DEL-Trainer sehen das Ende der Titel-Durststrecke für die Adler Mannheim gekommen. (Archiv) - Bild: Uwe Anspach/dpa Kann Adler-Coach Dallas Eakins der Favoritenrolle gerecht werden? (Archiv) - Bild: Sven Hoppe/dpa

Vor dem Start der neuen Saison der Deutschen Eishockey Liga sehen die Trainer mehrheitlich die Adler Mannheim und nicht mehr Serienchampion Eisbären Berlin als Topfavoriten auf den Meistertitel.

Trainerumfrage rückt Adler Mannheim in den Mittelpunkt

Nach fünf Meisterschaften innerhalb von sechs Jahren für die Eisbären Berlin nennen in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur die meisten DEL-Coaches diesmal Vizemeister Adler Mannheim als ersten Anwärter auf den Titel. Nur zwei der Trainer der 14 Clubs, die einen Tipp abgaben, entschieden sich nicht für den achtmaligen deutschen Meister, der zuletzt 2019 die Meisterschaft gewonnen hatte.

Mehrere Coaches begründen ihre Wahl mit der Tiefe des Mannheimer Kaders. Nürnbergs Trainer Mitch O'Keefe hebt hervor, Mannheim habe in den vergangenen Jahren einen sehr tief besetzten Kader mit viel Konkurrenz aufgebaut und sei mehrfach nahe am Titel gewesen. Bei den Augsburger Panthern beteiligte sich Sportdirektor Larry Mitchell an der Umfrage und erklärt, Mannheim sei sein Tipp, der Club verfüge über die größte Tiefe im Kader und sei sehr stark aufgestellt.

Eisbären nicht mehr alleiniger Spitzenfavorit

Der Abgang von Erfolgscoach Serge Aubin, der die Eisbären nach dem Titelgewinn in diesem Jahr in Richtung SC Bern verlassen hat, verändert die Wahrnehmung des Titelverteidigers. Nur Straubings Trainer Craig Woodcroft setzt in der Umfrage noch allein auf den zwölfmaligen Meister aus Berlin und sagt, Berlin sei für ihn weiterhin der Favorit.

Andere Trainer nennen einen erweiterten Favoritenkreis. Der neue Coach der Kölner Haie, Thomas Berglund, führt Titelverteidiger Berlin, den EHC Red Bull München und als einziger auch den ERC Ingolstadt gemeinsam mit Mannheim auf. Schwenningens Trainer Steve Walker nennt Köln und Mannheim, Frankfurts Coach Tom Pokel sieht Berlin, Köln und Mannheim als Titelkandidaten.

Topspiel-Auftakt für Berlin und Mannheim

Mannheims Coach Dallas Eakins selbst vermeidet wie mehrere Kollegen eine Festlegung und nennt keinen klaren Favoriten. Auch Eisbären-Neucoach Eric Dubois, Ingolstadts Trainer Mark French, Wolfsburgs Coach Tyler Haskins, Bremerhavens Alexander Sulzer und Iserlohns Trainer Stefan Nyman geben keinen eindeutigen Meistertipp ab.

Die DEL-Saison startet am Donnerstag um 19.30 Uhr mit dem frei empfangbaren Spiel der Eisbären Berlin gegen die Straubing Tigers bei MagentaSport. Für die Adler Mannheim beginnt die Saison am Freitag mit einem Prestigeduell auswärts beim EHC Red Bull München, das früh als wichtiger Test für die neu zugeschriebene Favoritenrolle gilt.

Adler Mannheim zwischen Anspruch und Realität

Die Einstufung der Adler Mannheim als neuer Topfavorit der Deutschen Eishockey Liga zeigt, wie sehr sich die Kräfteverhältnisse nach mehreren Berliner Meisterjahren verschoben haben. Die Kurpfälzer verfügen seit Jahren über einen finanziell stark ausgestatteten Standort, eine große Arena und ein Umfeld mit hohen Erwartungen. Die Trainer der Liga würdigen mit ihren Tipps vor allem die Tiefe des Mannheimer Kaders und die Kontinuität der Kaderplanung, die den Club in den vergangenen Spielzeiten regelmäßig in die Spitzengruppe geführt hat.

Gleichzeitig entsteht für Coach Dallas Eakins und seine Mannschaft eine deutliche Drucksituation. Eine Favoritenrolle verändert die Bewertung jeder Niederlage und kann sich auf Spielweise und Personalentscheidungen auswirken. Dass Eakins selbst in der Umfrage keinen klaren Meistertipp abgibt, deutet auf den Versuch hin, diese Erwartungshaltung intern zu moderieren und den Fokus auf tägliche Arbeit zu legen. Für die übrigen Spitzenteams wie Berlin, München oder Köln bleibt die Lage offen: Sie erhalten weiterhin Anerkennung, werden aber nicht mehr als der eine, dominante Titelanwärter wahrgenommen.

Folgen für Liga, Fans und Vermarktung

Für die DEL insgesamt ist die Abkehr von einer klaren Eisbären-Dominanz ein Signal für mehr Wettbewerb an der Spitze. Ein breiterer Favoritenkreis erhöht die Spannung der Hauptrunde und der Playoffs, weil bereits frühe Duelle zwischen den genannten Anwärtern als Standortbestimmung für die Meisterfrage gelten. Zugleich erleichtert ein enger Titelkampf die Vermarktung der Liga, da unterschiedliche Regionen – von Rhein-Neckar über Hauptstadt bis Bayern – berechtigte Hoffnungen auf den Pokal hegen.

Für Fans in Berlin verändert sich die Perspektive: Nach fünf Titeln in sechs Jahren weckt der Weggang von Trainer Serge Aubin und die skeptische Außensicht der Konkurrenz die Frage, ob ein Übergangsjahr folgt oder der Klub seine Erfolgsserie fortsetzen kann. Anhänger anderer Standorte sehen dagegen die Chance, etablierte Machtverhältnisse aufzubrechen. Das Eröffnungsspiel zwischen Berlin und Straubing sowie das Mannheimer Gastspiel in München erhalten damit zusätzlichen Symbolwert: Schon früh in der Saison lassen sich Tendenzen erkennen, ob sich die Trainerprognosen bestätigen oder ob erneut ein Team aus der Verfolgergruppe nach vorne stößt.

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