Dax-Rekordhoch, US-Zwischenwahlen

Dax steigt auf Rekordhoch bei 26.671 Punkten

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 12:26 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der deutsche Leitindex steigt über seinen bisherigen Höchststand. Anleger reagieren auf das klare Ergebnis der US-Zwischenwahlen, während Rheinmetall wegen einer gesenkten Prognose stark verliert.

Rheinmetall belastet den Börsentag

  • Der Dax erreichte 26.671,19 Punkte und übertraf damit den August-Höchststand von 26.628,74 Punkten.
  • Die Demokraten gewannen die US-Zwischenwahlen deutlich im Repräsentantenhaus und im Senat.
  • Rheinmetall-Aktien verloren nach einer erneuten Prognosesenkung fast 17 Prozent.
Noch nie in einer 38-jährigen Geschichte stand der Dax so hoch. - Bild: Arne Dedert/dpa

Dax übertrifft bisherigen Höchststand

Der Dax hat ein Rekordhoch erreicht und stieg auf 26.671,19 Punkte. Damit übertraf der deutsche Leitindex seinen im August erreichten Höchststand von 26.628,74 Punkten.

US-Wahl sorgt für zusätzlichen Rückenwind

Viel Schwung brachten zuletzt die US-Zwischenwahlen. Der überraschend deutliche Sieg der Demokraten nährte die Hoffnung auf einen außenpolitisch milderen Kurs der USA.

Die Demokraten gewannen klar im Repräsentantenhaus und im Senat. Sie können die Politik des republikanischen Präsidenten Donald Trump zwar nicht ohne Weiteres umkehren, sie aber zumindest empfindlich stören.

Anleger setzen auf Berechenbarkeit

Für die Märkte sei das Wahlergebnis gleich mehrfach positiv, erklärte Analyst Jochen Stanzl von der Consorsbank. Das Ergebnis habe schnell festgestanden, Trump akzeptiere es, und geteilte politische Macht verringere das Risiko politischer Überraschungen.

Positive Unternehmensberichte und sinkende Ölpreise stützten den Dax zusätzlich. Für Rheinmetall entwickelte sich der Handelstag dagegen sehr schwach, nachdem der Rüstungskonzern am Vorabend nach Börsenschluss erneut seine Prognose gesenkt hatte.

Rheinmetall fällt im Dax deutlich zurück

Die Rheinmetall-Aktie brach auf dem letzten Platz im Dax um fast 17 Prozent ein. Der Konzern gehört zu mehreren Dax-Unternehmen, die am Donnerstag über das abgelaufene Quartal berichteten.

Dazu zählen neben Rheinmetall die Deutsche Telekom, DHL Group, Siemens Healthineers und die Commerzbank. Am Nachmittag sollte außerdem Hochtief Zahlen vorlegen.

Börsenrally trotz schwacher Wirtschaft

Die Rally an den Börsen steht im Gegensatz zu schlechten Nachrichten aus der deutschen Wirtschaft. Vor allem in der Industrie streichen Unternehmen Tausende Arbeitsplätze, weil Handelskonflikte und stärkere Konkurrenz Märkte wegbrechen lassen.

Anleger richten ihren Blick häufig weniger auf die aktuelle Lage als auf die erwarteten künftigen Gewinne der 40 Dax-Konzerne.

Der neue Höchststand des Dax zeigt, wie stark internationale Erwartungen die Bewertung deutscher Großkonzerne prägen. Nach dem Wahlergebnis in den USA setzen Anleger auf eine berechenbarere politische Lage und mögliche außenpolitische Entspannung. Das kann insbesondere die Ölpreise und damit die Inflationserwartungen beeinflussen.

Die Kursentwicklung steht zugleich im Kontrast zur schwachen deutschen Konjunktur. Viele Dax-Unternehmen erzielen den Großteil ihrer Umsätze und Gewinne im Ausland und reagieren deshalb stärker auf globale Nachfrage, Wechselkurse, Rohstoffpreise und politische Erwartungen als auf die Lage kleinerer und mittlerer Unternehmen im Inland.

Widersprüchliche Signale aus den Konzernen

Der Handelstag verdeutlicht diese Unterschiede: Während der Gesamtmarkt von positiven Unternehmenszahlen, niedrigeren Ölpreisen und dem US-Wahlausgang profitierte, geriet Rheinmetall nach der erneuten Prognosesenkung massiv unter Druck. Verzögerungen bei Aufträgen und Abnahmeprüfungen können Umsätze zeitlich verschieben, ohne dass damit automatisch die langfristige Nachfrage nach Rüstungsgütern entfällt.

Für Anleger bleibt damit entscheidend, ob die politischen Hoffnungen durch stabile Gewinne und weitere Aufträge bestätigt werden. Der Dax spiegelt Erwartungen an künftige Ergebnisse wider und bildet die aktuelle wirtschaftliche Schwäche Deutschlands daher nur eingeschränkt ab.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Deutschlandfunk: „Dax steigt auf Rekordhoch“ (05.11.2026)

Der Beitrag bestätige den Anstieg des deutschen Leitindex und führe ihn vor allem auf den Sieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen zurück. Zusätzlich betone er mögliche Entspannung im Nahen Osten, niedrigere Ölpreise und gestiegene Industrieaufträge in Deutschland.

Euronews: „Rheinmetall-Aktie bricht nach Gewinnwarnung wegen Auftragsverzögerungen um über 17 % ein“ (05.11.2026)

Der Artikel stelle den Kurssturz der Rheinmetall-Aktie und die gesenkte Umsatz- und Margenprognose in den Mittelpunkt. Anders als der Deutschlandfunk konzentriere er sich auf die Belastungen eines einzelnen Dax-Konzerns und verweise auf Verzögerungen bei Aufträgen sowie Munitionszulassungen.

Übereinstimmung bestehe beim Rekordlauf des Dax und bei der Bedeutung der US-Wahl für die Marktstimmung. Die Beiträge setzten unterschiedliche Schwerpunkte: Der Deutschlandfunk ordne den Gesamtmarkt ein, Euronews beleuchte die Risiken für Rheinmetall und die möglichen Folgen verschobener Umsätze.

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