Dax-Rekordhoch, US-Zwischenwahlen

Dax steigt auf 26.671 Punkte und erreicht Rekordhoch

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 12:22 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der deutsche Leitindex übertraf seine bisherige Bestmarke aus dem August. Neben dem Wahlausgang in den USA stützten Unternehmensberichte und sinkende Ölpreise die Kurse, während Rheinmetall nach einer Prognosesenkung stark verlor.

Rheinmetall belastet den Dax-Tag

  • Der Dax erreichte 26.671,19 Punkte und übertraf damit den August-Höchststand von 26.628,74 Punkten.
  • Der Sieg der Demokraten in Repräsentantenhaus und Senat gab den US-Märkten und dem Dax zusätzlichen Schwung.
  • Rheinmetall-Aktien fielen nach einer erneuten Prognosesenkung um fast 17 Prozent.
Noch nie in einer 38-jährigen Geschichte stand der Dax so hoch. - Bild: Arne Dedert/dpa

Dax übertrifft August-Bestmarke

Der Dax hat ein Rekordhoch erreicht und stieg auf 26.671,19 Punkte. Damit übertraf der deutsche Leitindex seinen bisherigen Höchststand von 26.628,74 Punkten aus dem August.

US-Wahl stärkt Zuversicht

Rückenwind kam zuletzt von den US-Zwischenwahlen. Der überraschend deutliche Sieg der Demokraten nährte die Hoffnung auf einen außenpolitisch milderen Kurs der USA.

Die Demokraten gewannen klar im Repräsentantenhaus und im Senat. Sie können die Politik des republikanischen Präsidenten Donald Trump zwar nicht ohne Weiteres umkehren, sie aber zumindest empfindlich stören.

Analyst sieht mehr Berechenbarkeit

Für die Märkte sei das Wahlergebnis gleich mehrfach positiv, erklärte Analyst Jochen Stanzl von der Consorsbank. Das Ergebnis habe schnell festgestanden, sei eindeutig und werde von Trump akzeptiert; geteilte politische Macht bedeute weniger Risiko für politische Überraschungen.

Positive Unternehmensberichte und sinkende Ölpreise stützten den Dax zusätzlich. Bei Rheinmetall zeichnete sich dagegen nach einer erneuten Prognosesenkung ein deutlicher Kursverlust ab.

Rheinmetall verliert fast 17 Prozent

Die Aktien des Rüstungskonzerns brachen um fast 17 Prozent ein und lagen damit abgeschlagen am Ende des Dax. Die Prognose war am Vorabend nach Börsenschluss erneut gesenkt worden.

Aus dem Dax berichteten außerdem die Deutsche Telekom, DHL Group, Siemens Healthineers und die Commerzbank über das abgelaufene Quartal. Am Nachmittag sollte Hochtief folgen.

Börsenrally trotz schwacher Industrie

Der Kursanstieg steht im Gegensatz zu den schlechten Nachrichten aus der deutschen Wirtschaft. Besonders in der Industrie streichen Unternehmen Tausende Arbeitsplätze, weil Handelskonflikte und stärkere Konkurrenz Märkte wegbrechen lassen.

Investoren richten ihren Blick häufig weniger auf die aktuelle Lage als auf die künftigen Gewinne der 40 Dax-Konzerne.

Der Dax-Anstieg steht im Zeichen einer ungewöhnlichen Kombination aus politischer Erwartung und Unternehmensnachrichten. Die US-Zwischenwahlen gelten als Stimmungstest für die Präsidentschaft und die Mehrheitsverhältnisse im Kongress. Der Sieg der Demokraten in beiden Kammern kann die politischen Spielräume des republikanischen Präsidenten Donald Trump begrenzen und Entscheidungen berechenbarer machen.

Für Anleger bedeutet das jedoch nicht automatisch einen grundlegenden Kurswechsel in der US-Wirtschafts- oder Zollpolitik. Auch bei veränderten Mehrheiten bleiben präsidentielle Handlungsmöglichkeiten bestehen. Ein politischer Stillstand im Kongress kann zwar neue Überraschungen erschweren, zugleich aber Entscheidungen über Haushalt, Regulierung und Handel verlangsamen.

Politische Signale treffen auf Konjunkturrisiken

Die Reaktion der Märkte zeigt, dass Investoren häufig künftige Gewinne stärker gewichten als die aktuelle Wirtschaftslage. Sinkende Ölpreise können die Kostenentwicklung und die Inflation entlasten, während positive Unternehmensberichte die Kurse zusätzlich stützen. Für die exportorientierte deutsche Wirtschaft bleiben Handelskonflikte, schwache Industrienachfrage und internationale Konkurrenz dennoch zentrale Belastungen.

Das Beispiel Rheinmetall macht die Spannweite der Börsenreaktionen sichtbar: Während der Gesamtmarkt ein Rekordhoch erreichte, verlor die Aktie nach einer erneuten Prognosesenkung deutlich. Für Anleger bleibt damit entscheidend, politische Signale von firmenspezifischen Risiken und den tatsächlichen Quartalszahlen zu trennen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau.de: „US-Zwischenwahlen Demokraten-Sieg gibt DAX Rückenwind“ (04.11.2026)

Der Beitrag ordne den Sieg der Demokraten als wichtigen Impuls für die Märkte ein und betone die Hoffnung auf mehr politische Berechenbarkeit. Zugleich hebe er hervor, dass die Zollpolitik fortbestehen könne und KI-Aktien wegen möglicher Regulierung unter Druck gerieten.

Euronews: „Rheinmetall-Aktie bricht nach Gewinnwarnung wegen Auftragsverzögerungen um über 17 % ein“ (05.11.2026)

Der Artikel stelle die Prognosesenkung und verzögerte Aufträge als Auslöser des Kurssturzes dar. Anders als die Marktberichte zum Dax konzentriere er sich auf das Unternehmensrisiko und nenne den erwarteten Umsatz von rund 13,2 Milliarden Euro für 2026.

Die Beiträge stimmten beim politischen Rückenwind für den Gesamtmarkt und beim Druck auf Rheinmetall überein. Offen bleibe, wie dauerhaft die positive Börsenreaktion angesichts möglicher Handelskonflikte und unterschiedlicher Branchenrisiken sei.

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