Rassemblement National gewinnt neun Sitze bei Senats-Teilwahlen
Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 23:24 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDas Rassemblement National (RN) hat bei den Teilwahlen für den französischen Senat am Sonntag neun Senatoren gewonnen. Zusammen mit der Partnerpartei UDR kommt die Partei künftig auf 14 Senatoren und kann damit erstmals eine eigene Fraktion in der französischen Oberkammer bilden.
Le Pen spricht von historischem Sieg
RN-Chefin Marine Le Pen bezeichnete das Ergebnis auf der Plattform X/Twitter als „historischen Sieg“ und als großen Schritt zur erstmaligen Bildung einer Fraktion im Senat.
Senat wird teilweise neu besetzt
Bei den französischen Senatswahlen bestimmen Kommunalpolitiker alle drei Jahre die Hälfte der Senatoren neu. Die Senatoren werden jeweils für sechs Jahre gewählt.
348 Sitze in der Oberkammer
Der Senat verfügt insgesamt über 348 Sitze. Das RN war 2014 – damals noch unter dem Namen Front National – mit zwei Sitzen erstmals in die Kammer eingezogen. Bei der Wahl 2023 gewann die Partei drei Sitze.
Der französische Senat wird nicht direkt von der Bevölkerung gewählt. Stimmberechtigt sind vor allem kommunale Mandatsträger; dadurch spiegeln die Teilwahlen die Stärke der Parteien in Gemeinden und Regionen wider und reagieren langsamer auf nationale Stimmungsschwankungen als Wahlen zur Nationalversammlung.
Die Hälfte der 348 Sitze wird im Abstand von drei Jahren neu bestimmt, die Amtszeit eines Senators beträgt sechs Jahre. Der Zugewinn des Rassemblement National ist deshalb vor allem institutionell bedeutsam: Die Partei erweitert ihre Präsenz in einer Kammer, die an der Gesetzgebung beteiligt ist und insbesondere bei Verfassungsänderungen, institutionellen Fragen und der Kontrolle der Regierung Gewicht besitzt.
Mehr Einfluss durch eigene Fraktion
Zusammen mit der Partnerpartei UDR kommt das RN künftig auf 14 Senatoren. Damit rückt eine eigene Fraktion in Reichweite beziehungsweise wird nach der Meldung erstmals gebildet. Eine Fraktion erleichtert die Koordination parlamentarischer Arbeit, die Besetzung von Funktionen und die Sichtbarkeit in Debatten und Ausschüssen.
Der Erfolg steht zugleich in einer längeren Entwicklung: Nach dem erstmaligen Einzug 2014 unter dem Namen Front National verfügte die Partei 2023 über drei Sitze. Der aktuelle Sprung zeigt, dass das RN seine Verankerung über nationale Wahlen hinaus ausbauen will. Für die französische Politik erhöht sich damit der Druck auf etablierte Parteien, insbesondere bei kommunalen Bündnissen und der Vorbereitung kommender Wahlkämpfe.
Bedeutung für die französische Politik
Die neue Stärke verändert die Mehrheitsverhältnisse im Senat nicht grundlegend, da das RN weiterhin weit von einer dominierenden Stellung entfernt bleibt. Sie verschafft der Partei jedoch zusätzliche parlamentarische Ressourcen und eine Plattform, um Themen wie Migration, Sicherheit und nationale Souveränität dauerhaft in der zweiten Kammer zu platzieren.
