Mögliche AfD-Regierungsführung: Wachstumseinbruch droht in Sachsen-Anhalt
Veröffentlicht am: 26.08.2026 um 07:33 Uhr | dts-nachrichtenagentur.de, AD-HOC-NEWSWarnung vor wirtschaftlicher Stagnation
Das Institut für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH) ruft zur Vorsicht: Laut dessen Direktor Reint Gropp könnte allein die Rhetorik einer ausländerfeindlichen AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt die Dynamik der Wirtschaft merklich dämpfen.
Reint Gropps nüchterner Blick
Gropp schildert in der Süddeutschen Zeitung, dass bereits die Stimmungsmache gegen Ausländer spürbare Folgen haben könnte. "Feindselige Politik wirkt wie Sand im Getriebe der Wirtschaft – sowohl symbolisch als auch direkt wirtschaftlich." Vorläufige Berechnungen schätzen einen Wachstumsrückgang von rund 0,5 bis 1 Prozent jährlich. Er glaubt übrigens nicht, dass die AfD wegen wirtschaftlicher Vernunft gewählt wird – der Wunsch nach einem altdeutschen Idyll, das es nie gab, scheint ihm ein viel stärkerer Antrieb. Persönlich frage ich mich manchmal, ob solche nostalgischen Sehnsüchte überhaupt noch Argumenten zugänglich sind.
Wachstum durch Zuwanderung – eine komplizierte Realität
Aktuell, so Gropp, seien Zugewanderte ein zentrales Standbein des wirtschaftlichen Wachstums im Land. Während immer mehr Deutsche in Rente gehen, springen Zuwanderer in den Arbeitsmarkt ein. Ein Zurückfahren dieser Entwicklung könnte die positive Dynamik abwürgen. Gropp betont, dass der Mehrwert, den ausländische Arbeitskräfte schaffen, branchenscharf nachvollziehbar sei und direkt wegbrechen würde – mit all den bekannten Konsequenzen.
Betroffene Branchen und verwirrende Fakten
Entgegen mancher Vorurteile ist laut Gropp der Ausländeranteil zum Beispiel in der Pflegebranche in Sachsen-Anhalt gar nicht besonders hoch. Allerdings arbeiten in Branchen wie Lebensmittelproduktion, Gastronomie, Baugewerbe und Logistik zwischen einem Drittel und 40 Prozent ausländische Beschäftigte – und etwa jeder fünfte Arzt hat keinen deutschen Pass. Das wirft, finde ich, ein nuancierteres Licht auf die Debatte als platte Schwarz-Weiß-Malerei.
Studien aus anderen Regionen als Vorbild?
Das IWH hat sich auch angeschaut: Was passiert mit den Zuwanderungsströmen, wenn ausländerfeindliche Parteien an die Macht kommen? Beispiele aus Sonneberg, dem Vereinigten Königreich nach dem Brexit und bestimmten Kommunen Italiens zeigen: Die Zuwanderung schrumpft auffällig. Ein ähnlicher Trend wäre – wenig überraschend – auch in Sachsen-Anhalt zu erwarten. Manchmal habe ich das Gefühl, die Geschichte wiederholt sich in einer Schleife aus Ignoranz und kurzfristigem Denken.
Kurze Zusammenfassung
Der geplante Regierungswechsel hin zu einer AfD-geführten Landesregierung könnte das zarte Wirtschaftswachstum in Sachsen-Anhalt empfindlich stören, warnt das IWH. Insbesondere Branchen wie die Lebensmittelproduktion, Gastronomie, Baugewerbe, Logistik und der Medizinsektor sind wegen ihrer Abhängigkeit von ausländischen Fachkräften bedroht. Die wirtschaftliche Befürchtung stützt sich auf Beobachtungen aus Regionen im In- und Ausland, in denen rechtspopulistische Parteien bereits regieren.
Neue Entwicklungen aus der aktuellen Berichterstattung
Nach Recherchen aus den letzten 48 Stunden wird in mehreren Medien zum steigenden politischen Einfluss der AfD in Ostdeutschland diskutiert. Die taz berichtet, dass die Sorge um wirtschaftliche Isolation und Image-Verlust unter Unternehmen wächst und regionale Unternehmerverbände bereits eine Welle von Standortverlagerungen und Investitionsstopps fürchten. Die FAZ beleuchtet, dass mit einem Rechtsruck auch eine Zunahme von Auswanderung hochqualifizierter Nachwuchskräfte droht, da vor allem junge Akademiker zunehmend unattraktive Zukunftsaussichten erkennen. Laut ZEIT-Online wird zudem auf Bundesebene ein koordinierter Austausch zwischen einzelnen Landesregierungen beraten, um offene Stellen und Arbeitsmigration stärker als Mittel gegen Fachkräftemangel und wirtschaftliche Verwerfungen abzusichern, sollten rechtspopulistische Wendungen tatsächlich eintreten.
- Die taz beschreibt ausführlich, wie angesichts des AfD-Wahlerfolgs ostdeutsche Unternehmer und Verbände alarmiert reagieren: Es besteht die Angst, dass Standortverlagerungen zunehmen, internationale Kontakte abnehmen und ein dauerhafter Imageverlust für die Region droht. Unternehmen sorgen sich demnach um die Attraktivität für Investoren und Nachwuchs. Quelle: taz
- Die FAZ berichtet in einer tiefgehenden Analyse, dass eine Regierungsbeteiligung der AfD nicht nur kurzfristige ökonomische Schäden verursachen, sondern auch einen langfristigen Brain-Drain zur Folge haben könnte, da vor allem gut ausgebildete junge Menschen aus Sachsen-Anhalt auswandern. Es wird exemplarisch geschildert, wie sowohl Studierende als auch junge Familien alternative Lebens- und Arbeitsorte ins Auge fassen. Quelle: FAZ
- ZEIT-Online hebt hervor, dass die Bundesregierung und einige Landesregierungen angesichts einer möglichen AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt gezielte Strategien zum Erhalt von Arbeitsmigration entwickeln. Insbesondere sollen durch neue Initiativen im Bereich Bildung, Integration und Zuwanderung künftige Lücken am Arbeitsmarkt verhindert werden. Quelle: ZEIT
