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CSU-Fraktionschef Holetschek fordert große Rede von Steinmeier

Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 04:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Der bayerische CSU-Fraktionschef Klaus Holetschek fordert von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eine große Orientierungsrede für Deutschland. Er verweist dabei auf die „Ruck-Rede“ Roman Herzogs und sieht eine breite Verunsicherung in der Bevölkerung.

CSU will große Orientierungsrede von Steinmeier
Bundespräsidialamt (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Der Vorsitzende der CSU-Landtagsfraktion in Bayern, Klaus Holetschek, fordert von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eine große, dem Land Orientierung gebende Rede. Anlass ist aus Sicht des CSU-Politikers eine Phase allgemeiner Verunsicherung, die viele Menschen in Deutschland erleuchten.

Holetschek ruft Steinmeier zu Orientierungsrede auf

Holetschek sagte dem Nachrichtenportal „T-Online“, der Bundespräsident solle die Chance ergreifen, eine große Rede zu halten, die Deutschland Orientierung gebe. Als Staatsoberhaupt habe Steinmeier die Aufgabe, den Bürgerinnen und Bürgern klar zu benennen, vor welchen Herausforderungen Deutschland derzeit steht und wie sehr es auf jeden Einzelnen ankomme. Es gehe darum, sich „unterzuhaken“ und Spaltungen in der Gesellschaft zu vermeiden.

Vergleich mit Herzogs „Ruck-Rede“ von 1997

Der CSU-Politiker sieht nach eigenen Worten jetzt den richtigen Zeitpunkt für eine solche Ansprache und erinnert dabei an die „Ruck-Rede“ des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog aus dem Jahr 1997. Damals hatte Herzog zu einem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Aufbruch aufgerufen und dem Land einen Impuls geben wollen. Holetschek knüpft an diese historische Rede an und hofft offenbar auf eine ähnliche Wirkung für die Gegenwart.

Verunsicherung durch mehrere gleichzeitige Krisen

Nach Einschätzung Holetscheks erlebt Deutschland aktuell eine Phase genereller Verunsicherung. Die Migrationspolitik sei ein wichtiges Thema, aber nur ein Teil der Problemlage. Hinzu kämen Zukunftsängste durch globale Entwicklungen und steigende Lebenshaltungskosten, etwa bei den Spritpreisen, sowie offene Fragen in der Gesundheits- und Sozialpolitik. Diese Mischung unterschiedlicher Sorgen trage nach seinen Worten zu einem Vertrauensverlust in die gesellschaftliche Mitte und in staatliche Institutionen bei.

Vertrauen in die Institutionen stärken

Das verlorene Vertrauen wiederzugewinnen sei eine gemeinsame Aufgabe der Politik, betont Holetschek. Zugleich sieht er auch die Vertreter der Institutionen in der Verantwortung, ausdrücklich den Bundespräsidenten. Eine große, orientierende Rede Steinmeiers könnte aus seiner Sicht ein Signal sein, um die Bevölkerung aufzurichten und den Zusammenhalt zu stärken.

Die Forderung von Klaus Holetschek nach einer großen Orientierungsrede des Bundespräsidenten fällt in eine Phase vielfältiger gesellschaftlicher und politischer Spannungen. Viele Bürger erleben die gleichzeitige Belastung durch hohe Lebenshaltungskosten, internationale Krisen und innenpolitische Streitigkeiten als schwer überschaubare Gemengelage. Wenn ein führender Landespolitiker ausdrücklich eine Rede des Staatsoberhaupts anmahnt, zielt das auf die symbolische Funktion des Bundespräsidenten: Er soll nicht regieren, sondern deuten, mahnen und zusammenführen.

Historische Bezüge und aktuelle Herausforderungen

Holetschek verweist ausdrücklich auf die „Ruck-Rede“ von Roman Herzog aus dem Jahr 1997, die damals appellierte, Deutschland müsse sich bewegen, um wirtschaftlich und gesellschaftlich nicht zurückzufallen. Der Vergleich legt nahe, dass er die gegenwärtige Lage ähnlich grundlegend angespannt sieht: Migrationspolitik, globale Unsicherheiten, steigende Preise sowie Streit um Gesundheits- und Sozialpolitik werden von ihm als zusammenhängende Ursachen einer allgemeinen Verunsicherung beschrieben. Damit greift er Diskussionen auf, die seit geraumer Zeit etwa um soziale Spaltung, Vertrauensverlust in staatliche Institutionen und die Stärke politischer Ränder geführt werden.

Bedeutung für Bundespolitik und Bürger

Eine große, ausdrücklich als „Orientierung gebende“ Rede des Bundespräsidenten hätte vor allem eine symbolische und kommunikative Wirkung. Sie könnte zentrale Konfliktthemen bündeln, Verantwortlichkeiten klar benennen und zugleich auf gemeinsame demokratische Grundlagen verweisen. Für die Bundespolitik wäre eine solche Ansprache ein zusätzlicher Rahmen, in dem Entscheidungen zur Migrations-, Sozial- und Wirtschaftspolitik eingebettet und der Bevölkerung vermittelt werden könnten. Für Bürger, die sich zwischen Krisenmeldungen, Preissteigerungen und politischen Kontroversen eingeklemmt fühlen, wäre eine Rede aus dem Amtssitz des Staatsoberhaupts vor allem ein Angebot zur Einordnung und zur Bestätigung, dass demokratische Institutionen die aktuellen Herausforderungen bewusst wahrnehmen und ernst nehmen.

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