Friedrich Merz, CDU-Ministerpräsidenten

CDU-Ministerpräsidenten stützen Merz vor Landtagswahlen

Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 16:30 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die CDU-Ministerpräsidenten stellen sich in der Debatte um Friedrich Merz demonstrativ hinter den Kanzler. Vor den kommenden Landtagswahlen wächst damit der Druck auf die Union, Geschlossenheit zu zeigen.

  • Der Kanzler kann erstmal aufatmen - aber die Lage kann sich auch wieder ändern. - Bild: Michael Kappeler/dpa
    Der Kanzler kann erstmal aufatmen - aber die Lage kann sich auch wieder ändern. - Bild: Michael Kappeler/dpa
  • Auch die Unterschriften dieser beiden Ministerpräsidenten aus NRW und Rheinland-Pfalz stehen unter der Erklärung. (Archivbild) - Bild: Harald Tittel/dpa
    Auch die Unterschriften dieser beiden Ministerpräsidenten aus NRW und Rheinland-Pfalz stehen unter der Erklärung. (Archivbild) - Bild: Harald Tittel/dpa
  • In der SPD gibt es Skepsis, ob die Unterstützung hält. (Archivbild) - Bild: Boris Roessler/dpa
    In der SPD gibt es Skepsis, ob die Unterstützung hält. (Archivbild) - Bild: Boris Roessler/dpa
Der Kanzler kann erstmal aufatmen - aber die Lage kann sich auch wieder ändern. - Bild: Michael Kappeler/dpa Auch die Unterschriften dieser beiden Ministerpräsidenten aus NRW und Rheinland-Pfalz stehen unter der Erklärung. (Archivbild) - Bild: Harald Tittel/dpa In der SPD gibt es Skepsis, ob die Unterstützung hält. (Archivbild) - Bild: Boris Roessler/dpa

Die acht CDU-Ministerpräsidenten haben Bundeskanzler Friedrich Merz in der Debatte über seine politische Zukunft mit einer gemeinsamen Erklärung den Rücken gestärkt.

Gemeinsame Erklärung vor wichtigen Wahlen

In der Stellungnahme, die vier Tage vor zwei für die CDU schwierigen Landtagswahlen veröffentlicht wurde, heißt es, die Menschen könnten darauf vertrauen, dass die Probleme angegangen würden. Die Ministerpräsidenten wollen demnach gemeinsam mit dem Bundeskanzler ihren Beitrag leisten; Personaldiskussionen solle es nicht geben.

Debatte um Merz bleibt politisch brisant

Das schlechte CDU-Ergebnis in Sachsen-Anhalt hatte Merz innerparteilich unter Druck gebracht. Seit Tagen wurde darüber spekuliert, ob er sich als Kanzler halten kann. Mit ihrer Erklärung stellen sich die Länderchefs nun zunächst klar hinter Merz und gegen weitere Personaldebatten.

Landtagswahlen als möglicher Wendepunkt

Am Sonntag stehen allerdings noch zwei Landtagswahlen an, die die Lage neu zuspitzen könnten. In Mecklenburg-Vorpommern droht der CDU der Einzug in den Landtag deutlich schwerer zu werden, in Berlin könnte die Partei nach der Wahl zusätzlich unter Druck geraten. Für Sonntagabend hat Merz deshalb zu einer Sondersitzung des Parteipräsidiums eingeladen; am Montag und Dienstag folgen weitere Spitzengremien der CDU.

Politischer Druck und geschlossene Front

Die Erklärung der acht CDU-Ministerpräsidenten verschiebt den Fokus der Debatte von der Personalfrage zurück auf die Regierungsfähigkeit der Union. Nach dem schwachen Abschneiden der CDU in Sachsen-Anhalt wächst der Druck auf Friedrich Merz, zugleich demonstriert die Landesspitze der Partei nun Geschlossenheit und versucht, die Diskussion um einen möglichen Machtwechsel einzufangen.

Für Merz ist diese Rückendeckung vor allem deshalb wichtig, weil Ministerpräsidenten in der Union zu den einflussreichsten Machtfaktoren zählen. Wenn sie sich gemeinsam hinter den Kanzler stellen, signalisiert das Stabilität nach innen und soll Spekulationen über einen offenen Bruch vermeiden. Politisch kann das kurzfristig beruhigen, löst aber die inhaltlichen Probleme nicht, die den Vertrauensverlust ausgelöst haben.

Was die nächsten Tage entscheiden

Die anstehenden Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin bleiben der entscheidende Stresstest für die Union. Schlechte Ergebnisse könnten die Debatte erneut verschärfen, weil dann die Frage aufkäme, ob die Partei mit Merz tatsächlich wieder Tritt fasst oder weiter an Rückhalt verliert.

Auch für die schwarz-rote Bundesregierung ist die Lage bedeutsam. Die gemeinsame Linie der Ministerpräsidenten zielt darauf, Minderheitsmodelle auszuschließen und die Mehrheit im Bundestag als Voraussetzung für weitere Reformen zu betonen. Für Leser heißt das: Die Union sucht im Moment weniger die offene Machtprobe als eine Atempause, um Zeit für neue inhaltliche Geschlossenheit zu gewinnen.

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