Bundeswehr plant 48 Diehl-Systeme als Skyranger-Ersatz
Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 12:47 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDiehl-Systeme für die Brigade Litauen
- Diehl soll 48 GARMR-Systeme für die Drohnenabwehr der Bundeswehr vorbereiten.
- Vorgesehen sind 24 Fahrzeuge mit Maschinenkanone und 24 mit Interceptor-Drohnen.
- Der Änderungsvertrag für das Skyranger-Fahrgestell B0 könnte im November 2026 folgen.
Bundeswehr plant Diehl-Systeme als Flugabwehr-Zwischenlösung
Die Bundeswehr setzt beim Wiederaufbau der heereseigenen Flugabwehr offenbar auf eine Zwischenlösung von Diehl. Nach einem Bericht des Handelsblatts sollen 48 GARMR-Systeme die Zeit bis zur Verfügbarkeit des verspäteten Rheinmetall-Systems Skyranger überbrücken.
48 Fahrzeuge für die Drohnenabwehr
Vorgesehen sind demnach jeweils 24 Fahrzeuge mit Maschinenkanone und 24 Fahrzeuge mit Interceptor-Drohnen. Das GARMR-System erfasst Drohnen mit Radaren und kann sie anschließend mit Abwehrdrohnen oder einer Maschinenkanone bekämpfen.
Der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Christian Freuding, hatte zuvor bei öffentlichen Terminen eine Zwischenlösung für die Brigade Litauen angedeutet. Die Panzerbrigade soll dauerhaft in Litauen stationiert werden und bis Ende 2027 voll einsatzbereit sein.
Skyranger-Fahrgestell soll angepasst werden
Die Lieferverzögerungen beim Skyranger werden dem Bericht zufolge unter anderem durch Sonderwünsche bei der Integration von Lenkflugkörpern und beim Fahrgestell verursacht. Die Bundeswehr habe beim Boxer eine andere Variante als Rheinmetall vorgesehen.
Ein Änderungsvertrag für das neue Fahrgestell mit der Bezeichnung B0 könnte im November 2026 geschlossen werden. Die Produktion serienreifer Skyranger auf diesem Fahrgestell könnte ab dem zweiten Quartal 2027 starten; die anschließende Amtserprobung dürfte bis ins dritte Quartal 2028 dauern.
Die geplante Zwischenlösung steht im Zusammenhang mit dem Aufbau der deutschen Flugabwehr für die dauerhaft in Litauen stationierte Panzerbrigade. Die Brigade soll bis Ende 2027 voll einsatzbereit sein. Damit entsteht ein enger Zeitrahmen: Verzögert sich das vorgesehene Skyranger-System, muss die Bundeswehr den Schutz der Verbände und ihrer Infrastruktur mit einer vorläufigen Fähigkeit sicherstellen.
Das von Diehl angebotene GARMR-Konzept verbindet Aufklärung und Bekämpfung von Drohnen. Nach der dts-Meldung sollen jeweils 24 Fahrzeuge mit Maschinenkanone und 24 Fahrzeuge mit Abwehrdrohnen beschafft werden. Die Kombination zielt auf unterschiedliche Entfernungen und Bedrohungslagen und ergänzt damit klassische Flugabwehr durch eine stärker auf kleine und langsame Drohnen ausgerichtete Fähigkeit.
Skyranger bleibt langfristige Lösung
Die Verzögerung beim Skyranger hängt dem Bericht zufolge auch mit Änderungswünschen der Bundeswehr zusammen. Betroffen sind die Integration von Lenkflugkörpern und das Boxer-Fahrgestell; ein Änderungsvertrag für die Variante B0 könnte im November 2026 geschlossen werden. Eine Serienproduktion könnte danach im zweiten Quartal 2027 beginnen, während die Amtserprobung bis ins dritte Quartal 2028 dauern dürfte.
Für die Bundeswehr bedeutet das eine gestufte Beschaffung: kurzfristig soll GARMR eine Fähigkeitslücke überbrücken, langfristig bleibt Skyranger für den Aufbau der heereseigenen Flugabwehr vorgesehen. Für die Brigade Litauen ist entscheidend, ob die Übergangssysteme rechtzeitig verfügbar, in die Einsatzplanung integrierbar und bis zum Eintreffen der Serienfahrzeuge ausreichend durch Ausbildung, Ersatzteile und Munition unterstützt werden.
