Bundeswehr an Schulen, Steffen Krach

Bundeswehr an Berliner Schulen: Krach hält Präsenz weiter für möglich

Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 06:23 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Berlins SPD-Chef Steffen Krach will Schulen auch nach dem Ende der Kooperationsvereinbarung eigene Entscheidungen über Besuche von Jugendoffizieren ermöglichen. Damit steht die Ausgestaltung der Zusammenarbeit im Zentrum der Berliner Koalitionsverhandlungen.

Schulentscheidungen nach Vereinbarungsende

  • Steffen Krach hält eine Präsenz der Bundeswehr an Berliner Schulen auch unter Rot-Grün-Rot für möglich.
  • Das Sondierungspapier von SPD, Grünen und Linken sieht die Beendigung der Kooperationsvereinbarung vor.
  • Die Vereinbarung wurde im Juni 2026 zwischen Senatsbildungsverwaltung und Bundeswehr geschlossen.
  • Schulen sollen nach Krachs Darstellung weiterhin eigenständig über eine Zusammenarbeit entscheiden können.
Bundeswehr-Soldaten (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Bundeswehr soll Berliner Schulen weiter besuchen können

Berlins SPD-Chef Steffen Krach zufolge wird die Bundeswehr auch unter einer rot-grün-roten Regierung an Berliner Schulen präsent sein können. Jede Schule solle die Zusammenarbeit wieder eigenständig entscheiden können, sagte Krach dem „Tagesspiegel“.

Das entspräche nach seinen Angaben der Regelung vor der Kooperationsvereinbarung und der Praxis in vielen anderen Bundesländern.

Sondierungspapier sieht Ende der Vereinbarung vor

Hintergrund ist das gemeinsame Sondierungspapier von Linken, Grünen und SPD. Darin heißt es: „Die Kooperationsvereinbarung mit der Bundeswehr beenden wir.“

Die Vereinbarung war im Juni 2026 zwischen der CDU-geführten Senatsbildungsverwaltung und der Bundeswehr getroffen worden. Sie regelt inhaltliche und organisatorische Standards für die Beteiligung von Jugendoffizieren am Unterricht und sieht zugleich die Selbstständigkeit der Schulen bei der Entscheidung über eine Zusammenarbeit vor.

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Pistorius kritisiert geplante Aufhebung

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hatte die angekündigte Aufhebung zuvor kritisiert. Dies werde dazu führen, dass Lehrkräfte zunehmend unsicher seien, ob Jugendoffiziere an Schulen „überhaupt noch politisch gewollt“ seien, sagte Pistorius dem „Tagesspiegel“.

Krach wies diese Einschätzung zurück. Auch ohne Kooperationsvereinbarung könnten Schulen laut Sondierungspapier „plurale Angebote der Demokratiebildung“ nutzen.

Schulen sollen über Zusammenarbeit entscheiden

Die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr habe in der Vergangenheit zu solchen Angeboten gehört und werde weiterhin möglich sein, sagte Krach. Im Mittelpunkt steht damit die Frage, ob die Entscheidung künftig wieder stärker bei den einzelnen Schulen liegt.

Die Berliner Debatte dreht sich um die politische und organisatorische Form der Bundeswehr-Präsenz an Schulen. Die im Juni 2026 geschlossene Kooperationsvereinbarung zwischen der CDU-geführten Senatsbildungsverwaltung und der Bundeswehr legt dafür gemeinsame Standards fest. Dazu gehört, dass Jugendoffiziere auf Einladung von Schulen in Sekundarstufen ab Klasse 9 sowie an beruflichen Schulen als Referenten tätig werden können.

Das Sondierungspapier von SPD, Grünen und Linken zielt formal auf das Ende dieser Vereinbarung. Damit würde nicht automatisch jede Zusammenarbeit zwischen einzelnen Schulen und der Bundeswehr entfallen. Nach Krachs Darstellung könnten Schulen weiterhin selbst über solche Angebote entscheiden. Der politische Streit betrifft damit vor allem die zentrale Rahmung und den institutionellen Stellenwert der Kooperation.

Politische Bedeutung für Berliner Schulen

Für Schulen wäre entscheidend, ob nach dem Ende der Vereinbarung weiterhin klare Abläufe, Zuständigkeiten und pädagogische Leitlinien gelten. Befürworter einer Fortsetzung verweisen auf politische Bildung und sicherheitspolitische Information; Kritiker sehen die Gefahr einer stärkeren Präsenz militärischer Perspektiven im Unterricht. Die konkrete Praxis dürfte deshalb von den einzelnen Schulen und den weiteren Koalitionsverhandlungen abhängen.

Bundesweit ist die Berliner Entwicklung Teil einer größeren Debatte über die Rolle der Bundeswehr in der Bildungsarbeit. Parallel steigt die öffentliche Aufmerksamkeit für Fragen der Verteidigungsfähigkeit und des militärischen Personals. Für Eltern, Lehrkräfte und Schüler bleibt vor allem relevant, ob Einladungen freiwillig erfolgen, welche Inhalte vermittelt werden und wie pluralistische Bildungsangebote abgesichert sind.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Stern: „Regierungsbildung: Berlins SPD-Chef: Bundeswehr weiter an Schulen präsent“ (22.10.2026)

Der Beitrag bestätigt Krachs Position, dass die Bundeswehr auch nach dem möglichen Ende der Vereinbarung an Berliner Schulen präsent bleiben kann. Als Schwerpunkt nennt er die Möglichkeit, Jugendoffiziere auf Einladung der Schulen ab Klasse 9 und an beruflichen Schulen einzusetzen.

n-tv: „Zahl der Bundeswehr-Besuche an Schulen steigt“ (20.10.2026)

Der Artikel ordnet den Streit über das Sondierungspapier in die Entwicklung der Bundeswehr-Besuche an Schulen ein. Anders als der aktuelle Vorstoß Krachs liegt der Schwerpunkt auf der wachsenden Zahl solcher Termine und der Frage, wie die Berliner Bildungsverwaltung künftig mit der Bundeswehr zusammenarbeitet.

Beide Beiträge stellen die weitere Präsenz der Bundeswehr an Schulen nicht grundsätzlich infrage. Offen bleibt, welche verbindlichen Standards nach dem Ende der Kooperationsvereinbarung gelten würden.

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