Stromsteuer, Steffen Bilger

Stromsteuer: Bilger fordert Senkung auch für Privatkunden

Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 13:19 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger fordert nach der Entlastung für Unternehmen auch eine Senkung der Stromsteuer für private Haushalte. Einen Zeitplan und eine konkrete Höhe nennt der CDU-Politiker nicht.

Bilger will Stromsteuersenkung auch für Privatkunden
Moderne Stromzähler (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) spricht sich für eine weitere Senkung der Stromsteuer aus. Nach der bereits beschlossenen Entlastung für 600.000 Unternehmen solle die Senkung aus seiner Sicht auch Privatkunden zugutekommen, sagte Bilger am Donnerstag den Sendern RTL und ntv.

Kein Zeitplan für private Haushalte

„Wir konnten eine Senkung der Stromsteuer für 600.000 Unternehmen schon beschließen. Aus meiner Sicht sollte auch noch die Senkung für die Privatkunden folgen“, sagte der Minister. Einen Zeitpunkt oder eine konkrete Höhe nannte er nicht.

Bilger verwies auf bereits beschlossene Entlastungen. Die Stromnetzentgelte seien gesenkt worden. Bei weiteren Maßnahmen müsse die Bundesregierung Prioritäten setzen.

Milliarden für Bus und Bahn

Der CDU-Politiker betonte zugleich die Bedeutung des öffentlichen Verkehrs. Die Bundesregierung wolle „natürlich auch Bus und Bahn stärken“. Bund und Länder stellten dafür bereits „Milliardenbeträge“ bereit, unter anderem für das Deutschlandticket und Investitionen in einen zuverlässigen öffentlichen Verkehr.

Angesichts der hohen Spritpreise hält Bilger den sogenannten Tankrabatt für notwendig. „Auch ich hätte den Tankrabatt gerne vermieden“, sagte er. Wegen der hohen Preise habe die Bundesregierung jedoch auf die Belastung von Pendlern und Unternehmen reagieren müssen.

Bilger setzt auf Elektromobilität

Hohe Preise für fossile Kraftstoffe könnten nach Einschätzung des Ministers den Umstieg auf Elektroautos beschleunigen. Die Bundesregierung müsse deshalb die notwendige Infrastruktur bereitstellen und Deutschland unabhängiger von fossilen Energien machen.

Bilger verwies auf 210.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte. Mit dem wachsenden Anteil von Elektroautos müsse auch die Ladeinfrastruktur weiter ausgebaut werden.

Die Forderung nach einer Stromsteuersenkung für Privathaushalte steht im Spannungsfeld zwischen kurzfristiger Entlastung und der Finanzierung weiterer verkehrs- und energiepolitischer Maßnahmen. Für Verbraucherhaushalte lag der durchschnittliche Strompreis im ersten Halbjahr 2026 bei 37,97 Cent je Kilowattstunde und damit 6,4 Prozent niedriger als zuvor. Eine zusätzliche Senkung der Stromsteuer würde die Rechnung unmittelbar entlasten, ihre Wirkung hinge aber vom konkreten Umfang und davon ab, ob sie dauerhaft oder befristet angelegt wäre.

Entlastung gegen Prioritäten

Bilger nennt keinen Zeitpunkt und keine Höhe. Damit bleibt offen, wie eine Ausweitung auf Privatkunden finanziert und in die bereits beschlossenen Entlastungen eingeordnet werden soll. Zugleich verweist der Minister auf gesunkene Stromnetzentgelte sowie auf Milliardenbeträge für Deutschlandticket und öffentlichen Verkehr. Die Debatte verbindet damit mehrere Ziele: niedrigere Energiekosten, bezahlbare Mobilität und Investitionen in die Infrastruktur.

Der am 1. Oktober gestartete Tankrabatt senkt die Energiesteuer auf Benzin und Diesel für drei Monate um rund 14 Cent je Liter; einschließlich Mehrwertsteuer ergibt sich rechnerisch eine Entlastung von knapp 17 Cent. Anders als bei einer direkten Steuersenkung für Stromkunden hängt der Preisvorteil an der Tankstelle jedoch davon ab, wie viel die Mineralölunternehmen weitergeben. Das Bundeskartellamt kündigte eine Beobachtung der Weitergabe an und verwies auf frühere Weitergabequoten von 82 Prozent bei Diesel und 78 Prozent bei Benzin.

Elektromobilität braucht Netze

Bilger verknüpft die hohen Kraftstoffpreise mit einem möglichen stärkeren Umstieg auf Elektroautos. Dafür müssen öffentliche Ladepunkte, Stromnetze und Erzeugungskapazitäten parallel wachsen. Die von ihm genannte Zahl von 210.000 öffentlich zugänglichen Ladepunkten beschreibt daher nur einen Teil der Aufgabe: Entscheidend ist auch, ob sie regional verfügbar, zuverlässig und in das Netz integrierbar sind.

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