Bundespräsidentin: Union will Kandidatin Anfang November nennen
Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 08:54 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSAuswahl der Unionskandidatin
- Franziska Hoppermann nennt CDU und CSU als Herkunft der künftigen Bundespräsidentin.
- Ilse Aigner bleibt als mögliche Kandidatin im Gespräch.
- Die Parteigremien sollen Anfang der nächsten Woche über den Vorschlag entscheiden.
Union bereitet Kandidatin für Steinmeier-Nachfolge vor
CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann erwartet, dass die künftige Bundespräsidentin aus den Reihen von CDU oder CSU kommt. Sie kündigte für Anfang der nächsten Woche einen gemeinsamen Vorschlag der beiden Unionsparteien an.
Aigner bleibt mögliche Kandidatin
Hoppermann schloss nicht aus, dass die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner weiterhin im Rennen ist. Zugleich betonte sie, dass mehrere Unionsfrauen für das Amt infrage kämen und hervorragend geeignet seien.
Anforderungsprofil für das höchste Staatsamt
Nach Hoppermanns Darstellung soll die künftige Bundespräsidentin politische Erfahrung mit Herzenswärme und Bodenständigkeit verbinden. Diese Eigenschaften seien angesichts polarisierter und angespannter gesellschaftlicher Zeiten besonders wichtig.
Gespräche vor Entscheidung in Parteigremien
Bis zur Entscheidung sollen die erforderlichen Gespräche geführt werden. Hoppermann verteidigte zudem, dass sich Friedrich Merz erst jetzt öffentlich auf eine Frau festgelegt habe; die Position habe er bereits länger vertreten.
Eine Frau im höchsten Staatsamt entspreche auch einem vielfach geäußerten Wunsch in der Bevölkerung und in den Parteien. Gleichzeitig müsse es nach Hoppermanns Worten vor allem um das Anforderungsprofil und nicht allein um das Geschlecht gehen.
Die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird am 30. Januar 2027 von der Bundesversammlung entschieden. Die Union hat mit der Festlegung auf eine gemeinsame Kandidatin den Auswahlprozess innerhalb des Regierungsbündnisses deutlich zugespitzt.
Friedrich Merz hatte zuvor angekündigt, der CDU eine Kandidatin der politischen Mitte vorzuschlagen. Damit ist die Geschlechterfrage politisch entschieden, die Personalfrage aber noch offen. Hoppermanns Hinweis auf mehrere geeignete Unionsfrauen hält den Kreis bewusst breit.
Ilse Aigner als bekannteste Option
Besondere Aufmerksamkeit gilt der CSU-Politikerin Ilse Aigner. Sie ist Präsidentin des Bayerischen Landtags und wird seit Wochen als mögliche Kandidatin genannt; zugleich gibt es parteiübergreifende Unterstützung für ihre mögliche Bewerbung.
Entscheidung in den Parteigremien
Für die Union geht es nun darum, CDU- und CSU-Interessen in einem gemeinsamen Vorschlag zusammenzuführen. Ein Konsens könnte den Wahlkampf früh ordnen, während eine längere offene Kandidatensuche die innerparteiliche Konkurrenz sichtbar halten würde.
Die Bundespräsidentenwahl hat zudem eine über die Personalie hinausgehende Bedeutung: Das Staatsoberhaupt soll in angespannten gesellschaftlichen Zeiten integrierend wirken. Hoppermanns Anforderungsprofil aus politischer Erfahrung, Herzenswärme und Bodenständigkeit beschreibt deshalb zugleich die Erwartungen, die die Union an das Amt und ihre Kandidatin richtet.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
ZDFheute: „Steinmeier-Nachfolge: Merz spricht sich für Frau aus“ (02.11.2026)
Der Beitrag berichtet über Merz’ Festlegung auf eine Kandidatin der politischen Mitte. Im Vergleich zur dts-Meldung steht dort die Grundsatzentscheidung des CDU-Vorsitzenden im Mittelpunkt, während Hoppermann bereits einen gemeinsamen Unionsvorschlag und eine Entscheidung in den Parteigremien ankündigt.
tagesschau: „Merz spricht sich bei Steinmeier-Nachfolge für Frau aus“ (02.11.2026)
Die tagesschau hebt neben Merz’ Position die Unterstützung für Ilse Aigner aus SPD und Grünen hervor. Damit ergänzt der Artikel den dts-Fokus auf die Union um die parteiübergreifende Resonanz; offen bleibt weiterhin, wen CDU und CSU gemeinsam nominieren.
Die Beiträge stimmen darin überein, dass die Union eine Frau für die Steinmeier-Nachfolge favorisiert. Unterschiede liegen vor allem beim Schwerpunkt: Während Merz’ Entscheidung und mögliche Unterstützung für Aigner im Vordergrund stehen, nennt Hoppermann mehrere geeignete Kandidatinnen und einen baldigen Beschluss der Parteigremien.
