Bundespräsidentin: Union schlägt Ilse Aigner für Wahl vor
Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 16:39 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSAigners politische Stationen und Wahltermin
- Die Bundesversammlung soll am 30. Januar über die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier entscheiden.
- Das Wahlgremium besteht aus Bundestagsabgeordneten und einer gleich großen Zahl von Ländervertretern.
- Wahlvorschläge können schriftlich bei Bundestagspräsidentin Julia Klöckner eingereicht werden.
Union nominiert Aigner für das höchste Staatsamt
CDU und CSU wollen die Präsidentin des Bayerischen Landtags, Ilse Aigner (CSU), als gemeinsame Kandidatin für die Wahl der Bundespräsidentin vorschlagen. Die Bundesversammlung soll am 30. Januar über die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier entscheiden.
Bundesversammlung entscheidet im Januar
Das Gremium besteht aus allen Mitgliedern des Bundestages und der gleichen Anzahl von Mitgliedern, die von den Volksvertretungen der Länder gewählt werden. Wahlvorschläge kann jedes Mitglied der Bundesversammlung schriftlich bei Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) einreichen.
Union braucht mögliche Partner
Die Union wird bei der Bundesversammlung die meisten Mitglieder stellen. Für eine Mehrheit könnte sie beispielsweise gemeinsam mit der SPD stimmen.
Aigner seit 2018 Landtagspräsidentin
Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder hatte Aigner bereits im April als mögliche Kandidatin ins Spiel gebracht. Zuvor galt sie als mögliche innerparteiliche Konkurrentin Söders im Vorfeld der bayerischen Landtagswahl 2028.
Aigner war von Oktober 2008 bis September 2013 Bundeslandwirtschaftsministerin. Von 2013 bis 2018 amtierte sie in Bayern als Landeswirtschaftsministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin, anschließend als Landesverkehrsministerin.
Erfahrung in Landes- und Bundespolitik
Am 5. November 2018 wurde Aigner zur Präsidentin des Bayerischen Landtags gewählt. Mit dem Vorschlag für das Bundespräsidentenamt würde die Union ihre Erfahrung in der Bundes- und Landespolitik für das höchste Staatsamt bündeln.
Die Bundespräsidentenwahl folgt einem mehrstufigen Verfahren: Die Bundesversammlung setzt sich aus den Mitgliedern des Bundestages und einer ebenso großen Zahl von Delegierten der Länder zusammen. Dadurch können neben den Mehrheitsverhältnissen im Parlament auch die Zusammensetzung der Landesdelegationen und parteiübergreifende Absprachen den Ausgang beeinflussen.
Eine Kandidatur Aigners hätte für die Union eine besondere politische Bedeutung. Die CSU-Politikerin verbindet bundespolitische Regierungserfahrung mit ihrem Amt an der Spitze des Bayerischen Landtags. Zugleich würde die Nominierung eine Personalentscheidung mit Blick auf die bayerische Landespolitik vor der Landtagswahl 2028 markieren, nachdem Aigner zuvor als mögliche innerparteiliche Konkurrentin Markus Söders gegolten hatte.
Mehrheit nur mit Partnern
Die Union stellt voraussichtlich die größte Gruppe in der Bundesversammlung, verfügt aber nicht automatisch über eine eigene Mehrheit. Für eine erfolgreiche Wahl wäre daher ein breiter Konsens oder eine Vereinbarung mit anderen Parteien erforderlich. Als mögliche Partner kommen insbesondere SPD oder Grüne in Betracht; die politische Verständigung über eine gemeinsame Kandidatin dürfte deshalb ebenso wichtig werden wie die formale Nominierung.
Für die Wählerinnen und Wähler bleibt vor allem relevant, welche Rolle das höchste Staatsamt künftig politisch spielen soll. Die Bundespräsidentin wird nicht direkt gewählt, sondern von der Bundesversammlung bestimmt. Mit dem 30. Januar steht dafür bereits ein konkreter Wahltermin fest.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Tagesschau: „Bundespräsidenten-Nachfolge: Unterstützung für Aigner nimmt zu“ (05.11.2026)
Der Beitrag beschreibt wachsende Unterstützung für Ilse Aigner auch innerhalb der CDU und verweist auf eine bevorstehende Entscheidung. Damit stützt er den politischen Vorlauf der dts-Meldung, setzt den Schwerpunkt jedoch auf die Entwicklung der Unterstützung.
Stern: „Steinmeier-Nachfolge: Berlins CDU-Chef Evers für Aigner als Bundespräsidentin“ (05.11.2026)
Der Artikel hebt die Unterstützung des Berliner CDU-Landesvorsitzenden für Aigner hervor und nennt den 30. Januar 2027 als Termin der Bundesversammlung. Anders als die dts-Meldung konzentriert er sich auf einen einzelnen Unterstützer und die Berliner Perspektive.
Beide Beiträge ordnen Aigner als aussichtsreiche Kandidatin im unionsinternen Entscheidungsprozess ein. Offen bleibt in ihrer jeweiligen Schwerpunktsetzung, welche Parteien eine spätere Wahl in der Bundesversammlung unterstützen würden.
