Bundespräsidentenwahl: Saar-CDU drängt Merz zu Entscheidung
Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 13:02 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSWahltermin und Parteipositionen
- Die Bundesversammlung wählt das neue Staatsoberhaupt am 30. Januar.
- Die CSU unterstützt die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner.
- Beim CSU-Parteitag äußerte sich Friedrich Merz nicht zur Personalfrage.
CDU-Spitze soll Nachfolge bald klären
Der saarländische CDU-Chef und Spitzenkandidat für die Landtagswahlen im kommenden Jahr, Stephan Toscani, erhöht den Druck auf Bundeskanzler und CDU-Parteichef Friedrich Merz. Toscani sagte der „Rheinischen Post“, er erwarte in den nächsten Tagen eine Entscheidung der Parteiführungen zur Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.
Damit solle die öffentliche Personaldebatte beendet werden, erklärte Toscani. Er vertraue darauf, dass CDU und CSU gemeinsam mit der SPD einen überzeugenden Vorschlag vorlegen.
Bundesversammlung wählt am 30. Januar
Das neue Staatsoberhaupt wird am 30. Januar gewählt. Die CSU setzt auf die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner, während sich die CDU noch nicht auf einen Kandidaten festgelegt hat.
Merz schweigt beim CSU-Parteitag
Beim Parteitag der CSU am Samstag äußerte sich Merz nicht zur Personalfrage. Die Debatte über die Nachfolge Steinmeiers läuft damit weiter, während Toscani eine rasche Verständigung der drei Parteien verlangt.
Die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier ist politisch deshalb besonders sensibel, weil die Wahl des Bundespräsidenten eine Verständigung über die Regierungsparteien hinaus erfordert. Gewählt wird das Staatsoberhaupt von der Bundesversammlung, in der Mitglieder des Bundestages und Delegierte der Länder vertreten sind.
Die CSU bringt mit Ilse Aigner eine erfahrene Landespolitikerin ins Gespräch. Aigner ist Präsidentin des Bayerischen Landtags und war zuvor unter anderem Bundesministerin. Eine Nominierung durch CDU und CSU wäre jedoch nur der erste Schritt: Für eine tragfähige Mehrheit müsste der Koalitionspartner SPD den Vorschlag mittragen.
Entscheidung unter Zeitdruck
Der öffentliche Druck auf Friedrich Merz wächst, weil die Union bislang keinen eigenen Personalvorschlag festgelegt hat. Gleichzeitig wirbt die CSU offen für Aigner, während die SPD nach den vorliegenden politischen Debatten keinen eigenen Kandidaten durchsetzen dürfte. Eine baldige Einigung könnte die Personaldebatte beenden und der Bundesversammlung Klarheit geben; bleibt sie aus, dürfte der Wettbewerb um Unterstützung weiter öffentlich geführt werden.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
n-tv: „SPD macht Druck auf die Union bei der Bundespräsidenten-Frage“ (26.10.2026)
Der Beitrag beschreibt den Druck der SPD auf die Union und bestätigt, dass die CSU Ilse Aigner unterstützt, während die CDU keine Entscheidung getroffen hat. Der Schwerpunkt liegt auf dem Koalitionskonflikt und der ausstehenden Verständigung.
Bayerischer Rundfunk: „Bundespräsidentin Aigner? Unterstützung auch außerhalb Bayerns“ (26.10.2026)
Der Bayerische Rundfunk stellt die wachsende Unterstützung für Aigner über Bayern hinaus heraus. Anders als der n-tv-Beitrag richtet sich der Fokus stärker auf die mögliche Kandidatin und ihre parteiübergreifende Anschlussfähigkeit.
Übereinstimmung besteht beim CSU-Votum für Aigner und bei der offenen Haltung der CDU. Unterschiede ergeben sich beim Schwerpunkt: Während n-tv den Druck innerhalb der Koalition betont, rückt der Bayerische Rundfunk Aigners Unterstützung in den Mittelpunkt. Offen bleibt, wann CDU und SPD dem Vorschlag zustimmen.
